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Levitra® vs. Cialis® vs. Viagra®: Unterschiede, Wirkung und Vergleich

DoktorABC Redaktionsteam
Zuverlässige und geprüfte medizinische Informationen, zusammengestellt von unserem Redaktionsteam und Ärzten. Redaktionsprozess.

Alle drei Medikamente sind wirksame Behandlungen bei einer erektilen Dysfunktion. Hier erfahren Sie, wie sie sich unterscheiden.
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen:
  • Wie PDE-5-Hemmer im Körper wirken.
  • Welche Wirkstoffe Levitra®,  Cialis® und Viagra® enthalten. 
  • Wie lange ihre Wirkung anhält.
  • Welche Nebenwirkungen möglich sind.
  • Welche Behandlung zu welchen Bedürfnissen passt.

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Wie wirken PDE-5-Hemmer bei Erektionsstörungen?

Der Wiener Urologe und Androloge Dr. Franklin Kuehhas gab in einem Interview mit Leading Medicine Guide einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, eine erektile Dysfunktion zu behandeln:

„Erektile Dysfunktion kann durch verschiedene konservative Therapieansätze behandelt werden, wobei die Effektivität individuell variieren kann. Lebensstiländerungen spielen eine wichtige Rolle, darunter eine gesunde Ernährung, Gewichtsmanagement und regelmäßige körperliche Aktivität. Raucherentwöhnung und die Kontrolle von Alkohol- und Drogenkonsum sind weitere Ansätze. Eine psychologische Beratung kann hilfreich sein, insbesondere bei psychologisch bedingter erektiler Dysfunktion aufgrund von Stress oder Beziehungsproblemen. Weiterhin gibt es die medikamentöse Therapie mit verschreibungspflichtigen PDE-5-Hemmern, wie Viagra® oder Cialis®.“

PDE-5-Hemmer sind sozusagen die Standard-Medikamente für die Behandlung der erektilen Dysfunktion. Sie wirken, indem sie die Blutversorgung des Penis verbessern und dadurch die Erektion erleichtern. 

Was passiert dabei im Körper?

Bei sexueller Erregung setzt der Körper den Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO) frei. Dadurch entsteht cGMP, das die glatte Muskulatur der Blutgefäße im Penis entspannt. Dadurch strömt mehr Blut in das Schwellkörpergewebe. Das Enzym PDE-5 baut cGMP anschließend wieder ab. PDE-5-Hemmer bremsen diesen Abbau, sodass cGMP länger wirksam bleibt.

Ob Levitra®, Cialis® oder Viagra® dafür die beste Option ist, hängt von der gewünschten Wirkungsdauer, dem Zeitpunkt der Einnahme, möglichen Nebenwirkungen und individuellen Faktoren ab. Die drei Wirkstoffe unterscheiden sich in wichtigen Eigenschaften. Diese Unterschiede stehen im Mittelpunkt des folgenden Vergleichs.

Gut zu wissen!

Eine Beratung durch einen Arzt vor der Verschreibung eines PDE-5-Hemmers ist wichtig, um die optimale Lösung für die individuellen Bedürfnisse eines Patienten herauszufinden und Nebenwirkungen zu minimieren.

Diese Beratung ist auch über eine Online-Konsultation bei DoktorABC möglich. 

Welche Wirkstoffe enthalten Viagra®, Cialis® und Levitra®?

Viagra®, Cialis® und Levitra® gehören zur Gruppe der PDE-5-Hemmer, enthalten aber unterschiedliche Wirkstoffe: 

Viagra® enthält Sildenafil. Die Wirkung setzt typischerweise innerhalb eines kurzen Zeitraums ein und hält mehrere Stunden an. Viagra® eignet sich daher insbesondere für geplante sexuelle Aktivitäten.

Cialis® enthält Tadalafil. Tadalafil ist für seine besonders lange Wirkdauer bekannt. Dadurch entsteht mehr zeitliche Flexibilität. Tadalafil ist auch in einer niedrigeren Dosierung zur täglichen Einnahme verfügbar.

Levitra® enthält Vardenafil. Vardenafil wird oft als Alternative zu Sildenafil eingesetzt. Es kann besonders geeignet für Männer mit Diabetes sein. Die individuelle Wirksamkeit fällt jedoch unterschiedlich aus.

Achtung!

Manchmal ist eine erektile Dysfunktion das Symptom einer Erkrankung wie Diabetes oder eines Herz-Kreislauf-Problems. Es ist deshalb immer ratsam, die genauen Ursachen abzuklären. 

Wie unterscheiden sich Viagra®, Cialis® und Levitra® bei Wirkungseintritt und Wirkungsdauer?

Viagra® und Levitra® beginnen nach etwa 30 bis 60 Minuten zu wirken, während Cialis® innerhalb von 30 bis 45 Minuten wirksam wird. 

Der wichtigste Unterschied liegt in der Wirkungsdauer: Tadalafil kann bis zu 36 Stunden wirksam bleiben, während Sildenafil und Vardenafil vier bis fünf Stunden wirken.

Merkmal Viagra® (Sildenafil) Levitra® (Vardenafil) Cialis® (Tadalafil)
Eintritt der Wirkung 30 – 60 Minuten 30 – 60 Minuten 30 – 45 Minuten
Dauer der Wirkung 4 – 5 Stunden 4 – 5 Stunden bis zu 36 Stunden
+ fettige Mahlzeit Kann den Wirkungseintritt verzögern Kann den Wirkungseintritt verzögern Hat geringen Einfluss auf die Aufnahme
+ Alkohol Beeinträchtigt die Erektion und begünstigt Nebenwirkungen Beeinträchtigt die Erektion und begünstigt Nebenwirkungen Beeinträchtigt die Erektion und begünstigt Nebenwirkungen

Was bedeutet die längere Wirkungsdauer von Cialis®?

Die Wirkungsdauer von bis zu 36 Stunden bedeutet nicht, dass eine Erektion 36 Stunden anhält. Vielmehr bleibt Tadalafil über diesen Zeitraum im Körper wirksam, sodass bei sexueller Erregung wieder eine Erektion entstehen kann.

Bei Viagra® und Levitra® kann eine schwere oder sehr fettreiche Mahlzeit den Eintritt der Wirkung verzögern. Bei Cialis® ist dieser Effekt deutlich geringer. 

Alkohol beeinträchtigt die Erektionsfähigkeit unabhängig vom gewählten PDE-5-Hemmer.

Wie sicher ist Vardenafil?

Eine im April 2026 in der Fachzeitschrift World Journal of Urology erschienene Übersichtsarbeit hat 71 Studien ausgewertet und kommt zu dem Ergebnis, dass Vardenafil ähnlich sicher wie Sildenafil ist. Die Autoren heben außerdem den relativ schnellen Wirkungseintritt und die etwas geringere Beeinflussung durch fettreiche Mahlzeiten hervor. 

Gut zu wissen!

Was die genauen Marktanteile von Viagra®, Cialis® und Levitra® betrifft, ist es schwierig, an genaue Zahlen zu kommen. Fest steht, dass Viagra® den weltweiten Markt für Markenmedikamente zur Behandlung der erektilen Dysfunktion dominiert: Laut Grand View Research lag der Marktanteil von Viagra® im Jahr 2025 bei über 57 Prozent. Auf Cialis® dürfte zwischen 10 und 15 Prozent entfallen und auf Levitra® zwischen 2 und 5 Prozent. 

Welche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen haben Viagra®, Cialis® und Levitra®?

Typische Nebenwirkungen der drei PDE-5-Hemmer sind:

  • Kopfschmerzen
  • Hitzegefühl 
  • Verdauungsstörungen 
  • Verstopfte Nase
  • Rückenschmerzen

Dennoch unterscheiden sich die drei Wirkstoffe bei einigen typischen Nebenwirkungen: Bei Cialis® können Muskel- und Rückenschmerzen auftreten, während Sildenafil, der Wirkstoff von Viagra®, in seltenen Fällen Sehstörungen verursacht.

Informationen zur sicheren Anwendung finden Sie in den offiziellen Arzneimittelinformationen der European Medicines Agency (EMA). Dort finden sich unter anderem Angaben zu Wirkstoffen, Dosierung, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Cialis®, Viagra® und Levitra®.

Welche anderen Medikamente darf man nicht zusammen mit PDE-5-Hemmern einnehmen?

Nitrate oder Guanylatcyclase-Stimulatoren darf man grundsätzlich nicht zusammen mit PDE-5-Hemmern einnehmen. Diese Kombinationen können zu einem starken Blutdruckabfall führen. Zu den Nitraten gehören bestimmte Medikamente gegen Angina pectoris. Ein wichtiger Guanylatcyclase-Stimulator ist Riociguat.

Es ist jedoch wichtig, den behandelnden Arzt über alle Medikamente zu informieren, die man sonst noch einnimmt. 

Achtung!

Bei einer Erektion, die länger als vier Stunden anhält (Priapismus), handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der sofort behandelt werden muss.

Welches Potenzmittel passt zu spontaner oder geplanter sexueller Aktivität?

Welche Behandlung bei einer erektilen Dysfunktion geeignet ist, hängt davon ab, wie spontan die sexuelle Aktivität stattfinden soll und wie oft man ein Medikament benötigt. 

Cialis® (Tadalafil) bietet wegen seiner langen Wirkungsdauer besonders viel zeitliche Flexibilität. Man kann es je nach ärztlicher Verordnung entweder bei Bedarf oder in einer niedrigen Dosierung täglich einnehmen. 

Viagra® (Sildenafil) und Levitra® (Vardenafil) eignen sich eher für eine Einnahme bei einer geplanten sexuellen Aktivität.

Für die Entscheidung spielen jedoch weitere Faktoren eine Rolle:

  • Cialis® bei Bedarf: Die lange Wirkungsdauer von Tadalafil ermöglicht mehr Spontaneität.
  • Cialis® täglich: Eine niedrig dosierte tägliche Einnahme kommt für Männer infrage, die häufig sexuelle Aktivität erwarten.
  • Viagra® oder Levitra®: Beide Wirkstoffe nimmt man typischerweise bei Bedarf vor einer geplanten sexuellen Aktivität ein.
  • Gesundheitliche Faktoren: Vorerkrankungen, andere Medikamente, mögliche Wechselwirkungen und individuelle Risikofaktoren.

Fazit: Welcher PDE-5-Hemmer passt zu wem?

Levitra®, Cialis® und Viagra® sind bewährte PDE-5-Hemmer zur Behandlung der erektilen Dysfunktion, unterscheiden sich aber bei Wirkstoff, Wirkungseintritt und Wirkungsdauer. 

Während Sildenafil (Viagra®) und Vardenafil (Levitra®) typischerweise etwa vier bis fünf Stunden wirken, kann Tadalafil (Cialis®) bis zu 36 Stunden wirksam bleiben.

Eine pauschale Empfehlung für eines der drei Medikamente gibt es nicht. Welche Behandlung geeignet ist, sollte der behandelnde Arzt anhand des Gesundheitszustands, gleichzeitig eingenommener anderer Medikamente, möglicher Risiken und der Bedürfnisse des Patienten beurteilen.

FAQ

Was ist besser: Cialis®, Viagra® oder Levitra®?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Cialis® bietet durch seine lange Wirkungsdauer mehr zeitliche Flexibilität, während Viagra® und Levitra® eher für geplante sexuelle Aktivitäten geeignet sind.

Wie lange wirken Viagra®, Levitra® und Cialis®?

Viagra® und Levitra® wirken etwa 4 bis 5 Stunden, während Cialis® bis zu 36 Stunden wirksam bleiben kann.

Kann man Viagra®, Cialis® oder Levitra® zusammen mit Alkohol einnehmen?

Alkohol kann bei allen drei Medikamenten die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen und Nebenwirkungen begünstigen. Deshalb sollte man Alkoholkonsum bei Anwendung dieser Medikamente vermeiden.

Sind Viagra®, Cialis® und Levitra® rezeptpflichtig?

Ja. Alle drei Medikamente sind verschreibungspflichtig, um starke Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auszuschließen.

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