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Lippenherpes: kleine Bläschen an der Lippe jucken, spannen und können Schmerzen verursachen. Um eine mögliche Übertragung auf andere Körperbereiche zu vermeiden und die hohe Ansteckungsgefahr für die Mitmenschen zu minimieren, ist eine schnelle Ausheilung vorteilhaft. Wirkungsvoll zeigen sich dafür einige Cremes, Pflaster und Arzneimittel zum Einnehmen. Sie alle können die Herpesviren zwar nicht endgültig abtöten, sorgen aber für einen leichteren und kürzen Verlauf des Lippenherpes.
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Herpes labialis, wie der Lippenherpes medizinisch genannt wird, ist eine Viruserkrankung. Lippenherpes zeigt sich durch kleine, oft als Fieberbläschen bezeichnete, Hauterscheinungen an oder auf den Lippen. Hervorgerufen werden sie durch ein Virus aus der Familie der Herpesviren. Hier unterscheidet man vier verschiedene Typen:
Allen Herpesviren gemeinsam ist, dass die Infektionsgefahr sehr hoch ist und dass die Viren nach einer durchgemachten Erkrankung nie ganz aus dem Körper verschwinden. Das heißt, sie befinden sich nach einer abgeheilten Infektion in einem Latenzstadium. Danach können sie jederzeit, wenn das Immunsystem geschwächt ist, wieder ausbrechen und eine neue akute Infektion anstoßen.
In der Medizin spricht man bei Infektionskrankheiten von Übertragungswegen. Die HSV 1 gelangen hauptsächlich über zwei Wege in den Körper:
Die Krankheitserreger befinden sich im Speichel und in der Flüssigkeit der Lippenbläschen. Bei einer Schmierinfektion werden die Krankheitserreger direkt oder indirekt durch Kontakt übertragen. Eine direkte Kontaktinfektion kann zum Beispiel durch Küsse oder orale Sexualpraktiken stattfinden. Die indirekte Kontaktinfektion geht den Umweg über kontaminierte Gegenstände, wie zum Beispiel Geschirr, Besteck oder Servietten. Die Viren können außerhalb des menschlichen Körpers bis zu zwei Tage überleben.
Doch auch durch die Luft können die Herpes Simplex Viren Typ 1 übertragen werden, durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion. Beim Sprechen oder Niesen gelangen die Erreger von einer Person zur anderen.
Beim Erstkontakt mit dem Erreger dringen die Viren dann über winzige Haut- oder Schleimhautrisse in die Hautzellen. Der Bereich der Lippen und um den Mund herum ist besonders leicht für die Erreger zu durchdringen. In den Epithelzellen angelangt, kommt es recht bald zu den typischen Fieberbläschen des Lippenherpes.
Nach der Abheilung bleiben die Viren im Körper. Am Liebsten sind sie dort, wo sich viele Nervenzellen befinden, denn in dieser Region bleiben sie von der Körperabwehr nahezu unbehelligt. Im Ruhezustand warten sie dort auf einen immunschwachen Moment, um wieder aktiv zu werden. Als Weg und Versteck dienen die Nervenfasern und die Zellkörper des Gesichtsnervs (Nervus trigeminus).
Die Betroffenen spüren es bereits, noch bevor die Herpesbläschen sichtbar werden. An der Lippe brennt und kribbelt es. Es wird auch als Jucken oder Schmerz wahrgenommen. Ein wenig später kommt es dann zu einer Rötung an dieser Stelle. Diese Symptome werden auch als Frühsymptome bezeichnet.
Die Hauptsymptome entstehen dann dadurch, dass sich die Viren in den Hautzellen vermehren und die Zellen so zerstören. Diese Schäden zeigen sich dann zunächst als rote Papeln und dann als kleine Bläschen. Diese sind mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt, die eine hohe Anzahl der Viren enthält. Daher ist diese Flüssigkeit hochansteckend. Nach ein paar Tagen platzen die Bläschen auf und es bleiben Wunden, die dann nach einiger Zeit verkrusten. Wenn die Krusten abfallen, ist die Lippe praktisch wieder wie neu. Dieser ganze Prozess dauert unbehandelt, durchschnittlich zehn Tage.
Man geht davon aus, dass gut 90 Prozent der Menschen diese Herpesviren in sich tragen. Doch Lippenherpes bekommen deshalb längst nicht alle. In der Medizin geht man inzwischen davon aus, dass dafür eine geringfügige Veränderung eines bestimmten Gens verantwortlich ist. Bei diesen Menschen verursachen dann die Viren, unter für sie günstigen Umständen, Lippenherpes, und bei den anderen nicht. Mit zunehmendem Alter bricht der Lippenherpes bei den Trägern des HSV1 seltener aus.
Ein ausgeheilter Lippenherpes ist also nie ganz weg, er ruht sich nur aus, um bei der nächsten günstigen Gelegenheit wieder auszubrechen. Am günstigsten sind dann die Momente, in denen das Immunsystem anderweitig beschäftigt oder allgemein geschwächt ist. Wenn die Körperabwehr entweder gegen andere Infektionen ankämpfen muss oder wenn sie insgesamt einfach stark gefordert ist.
Folgende Situationen sind häufig die Auslöser für eine Reaktivierung der Lippenherpes-Viren:
Wie häufig es zu einer Reaktivierung im Laufe eines Lebens kommen kann, ist individuell sehr unterschiedlich.
Lippenherpes ist keine gefährliche Infektionskrankheit. Allerdings können die Viren für bestimmte Risikogruppen durchaus zu einer Gefahr werden. Zur Risikogruppe gehören:
Diesen Personen können die Herpes-simplex-Viren vom Typ 1 durchaus gefährlich werden. Hier besteht eine erhöhte Gefahr, dass sich auch andere Organe infizieren, zum Beispiel:
Besonders, wenn beim Lippenherpes nicht genügend auf Hygiene geachtet wird, kann es an den wundhaften Stellen zusätzlich zu einer Infektion mit Bakterien kommen. Bei Kleinkindern kann es bei der ersten Infektion auch zu Erkältungssymptomen kommen, mit Fieber und allgemeinem Unwohlsein.
Einen Lippenherpes werden die Betroffenen in den meisten Fällen schnell selbst diagnostizieren können. Ein Arztbesuch ist in der Regel nicht erforderlich. Lediglich bei Risikogruppen, oder wenn es zu weiteren Komplikationen kommt, sollte man eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Im Labor lassen sich die Herpes-Simplex Viren Typ 1 zweifelsfrei nachweisen.
Die Lippenherpes Viren wird man mit einer Therapie nicht loswerden. Es gibt keine Medikamente und keine Impfungen, die den HSV1 endgültig aus dem Körper entfernen können. Es geht in der Therapie also hauptsächlich darum, die Dauer der ansteckenden und unansehnlichen Lippenbläschen zu verkürzen und Komplikationen zu vermeiden. Mit einer guten Pflege des Immunsystems kann man darüber hinaus dafür sorgen, dass die Viren so selten wie möglich reaktiviert werden.
Gegen Viren helfen Antivirusmittel, sogenannte Virustatika. Wie bereits gesagt, sie eliminieren diese Viren nicht, sorgen aber für einen milderen und schnellen Verlauf des Lippenherpes. Gegen den Herpes simplex Typ 1 hat sich in hartnäckigen Fällen das Medikament Aciclovir bewährt. Die Tabletten können vorbeugend und zur Unterstützung der Ausheilung verschrieben werden. Eine vorbeugende Einnahme über mehrere Monate empfiehlt sich vor allem für einige Personen aus der Risikogruppe.
Mit speziellen Anti-Herpes-Cremes und Pflaster, für eine lokale Anwendung, lässt sich die Dauer des Ausheilungsprozesses der Bläschen verkürzen.
Der Wirkstoff Aciclovir täuscht vor, ein DNA-Baustein des Herpes-Virus zu sein. Dadurch wird er von den Viren zur Verdoppelung, sprich Vermehrung, verwendet. Dies endet dann gewissermaßen in eine Sackgasse. Eine Vermehrung ist damit nicht möglich und eine weitere Ausbreitung wird verhindert. Dadurch wird der Verlauf der Infektion verkürzt und die Symptome werden gelindert. Dieser Wirkstoff ist außerdem auch gegen den HSV Typ2 und gegen das Varizella-Zoster-Virus wirksam.
Die Tabletten werden in verschiedenen Dosierungen angeboten, von 200 mg bis 800 mg des Wirkstoffes. Alle sind verschreibungspflichtig. Über die DoktorABC-Plattform können Sie Aciclovir zunächst ohne ärztliches Rezept bestellen. Mit dem Bestellvorgang bekommen Sie dann automatisch eine ärztliche Online-Konsultation für die notwendige Ausschreibung Ihres Rezeptes.
Eine Behandlungsdauer mit den Tabletten beträgt, je nach Einsatz, bis zu zehn Tage. Als Prophylaxe bei Personen aus der Risikogruppe, kann eine Einnahmezeit über mehrere Monate notwendig sein. Die Dosierungen und die Anwendungsdauer sind mit der behandelnden Ärztin, behandelndem Arzt abzusprechen. Bei schweren Komplikationen mit den HPV 1 werden, meist im Zuge eines Krankenhausaufenthaltes, auch Aciclovir-Infusionen verabreicht.
Aciclovir zählt zu den gut verträglichen Wirkstoffen, lesen Sie dennoch vor der Anwendung die Gegenanzeigen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sorgfältig durch. Nierenpatienten sollten diese Medikamente nur mit ärztlicher Rücksprache einnehmen. Der Wirkstoff Aciclovir wird über die Nieren ausgeschieden.
In Apotheken sind Salben mit antiviralen Wirkstoffen ohne Rezept erhältlich. Die Wirkstoffe heißen Aciclovir, Penciclovir, Valaciclovir, Ganciclovir oder Valganciclovir. Diese Salben sollten schon beim ersten Jucken oder Brennen aufgetragen werden. Sie verhindern die Vermehrung der Herpes-Viren und verringern damit auch eine Ausbreitung. Ganz beseitigen lassen sich die Viren damit jedoch nicht. Der Verlauf des Lippenherpes lässt sich damit in der Regel um circa zwei Tage verkürzen. Anfangs sollte die Salbe dafür alle zwei Stunden, am besten mit einem Wattestäbchen, aufgetragen werden. Nach den ersten Tagen ungefähr alle vier Stunden. Die Creme soll dann solange angewendet werden, bis es zur Verkrustung kommt.
Herpespflaster (zum Beispiel Vompeed-Herpes-Pflaster) enthalten keine antiviralen Wirkstoffe. Jedoch kaschieren die hauchdünnen Pflaster Herpesbläschen etwas und schützen vor einem direkten Kontakt und Verunreinigungen. Einige können sogar überschminkt werden. Mit einem speziellen Gelkissen halten sie die Wunde feucht und sorgen damit für eine schnelle Abheilung, andere leiten die Feuchtigkeit nach außen ab. Für größere Bläschenbereiche sind sie eher nicht geeignet.
Egal, ob Sie den Lippenherpes mit Tabletten, Salben oder gar nicht behandeln, beachten Sie auf jeden Fall folgende Tipps. Damit schützen sie sich vor einer Ausbreitung der Infektion auf andere Körperregionen und Ihre Mitmenschen vor einer Infektion, besonders Babys und Kinder. Die größte Infektionsgefahr besteht von der ersten Papelbildung bis sich eine Kruste gebildet hat.
Wer Träger des HSV1 ist, sollte sein Immunsystem besonders gut pflegen und er sollte die entsprechenden Auslöser möglichst meiden. Zu den eventuell vermeidbaren Auslösern gehören:
Auf der anderen Seite gilt es, das Immunsystem so gut wie möglich zu unterstützen. Die Maßnahmen dafür sind hinlänglich bekannt und durchaus nicht für jeden einfach in den Alltag zu integrieren:
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