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Unerwünschter Haarwuchs bei Frauen kann viele Ursachen haben. Im Alter können ein paar lästige Härchen am Kinn mühelos mit der Pinzette entfernt werden. Doch können sich Haare auch in jedem Alter recht stark und an verschiedenen Stellen ausbreiten. In den meisten Fällen handelt es sich um einen androgenabhängigen Haarwuchs. Androgene sind Hormone, welche die männlichen Erscheinungsbilder im Laufe der Entwicklung ausbilden. In der Medizin wird dieser androgenabhängige Haarwuchs bei Frauen Hirsutismus genannt. In den meisten Fällen verbirgt sich keine Krankheit dahinter. Frauen aus den Mittelmeerregionen und Vorderasien sind häufiger davon betroffen als Frauen in Mittel- und Nordeuropa. Hier sind es oft Frauen in und nach den Wechseljahren. Frauen empfinden Haare, besonders im Gesicht, aber auch an Brust, Bauch und Beinen, egal in welchem Alter, oft als extrem störend und belastend. Je nachdem wie stark die Haare im Gesicht wachsen, entsteht ein starker Leidensdruck bei den betroffenen Frauen.
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Hirsutismus wird zunächst unterteilt in idiopathisch (ohne eine zugrunde liegende Störung oder Erkrankung) und in induziert (ausgelöst). Ein induzierter Hirsutismus kann durch eine hormonelle Störung hervorgerufen werden, aber auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente.
In den meisten Fällen ist ein starker Haarwuchs bei Frauen genetisch bedingt (Familie, bestimmte Bevölkerungsgruppen) oder macht sich mit den Wechseljahren bemerkbar. Dabei ist der Hormonspiegel der Androgene (männliche Hormone) im Blut normal. Man geht von einer erhöhten Sensibilität der Zellen des Haarfollikels für Androgene aus. Diese Überempfindlichkeit wandelt die sogenannten Vellushaarfollikel in Terminalhaarfollikel um. Das heißt: Statt vereinzelter Flaumhärchen, werden kräftige, normale Haare produziert.
In der Regel liegen hier Störungen bei der Produktion oder Ausschüttung bestimmter männlicher Hormone (Androgene) zugrunde. Wird nur ein Hormon unzureichend oder zu viel ausgeschüttet, hat das Auswirkungen auf den gesamten Hormonhaushalt. Im Bezug auf den Hirsutismus geht es um das Hormon Testosteron. Letztendlich liegt in den meisten Fällen eine zu hohe Konzentration von Testosteron im Blut vor. Testosteron stimuliert durch bestimmte Enzyme an den Haarfollikeln das Haarwachstum. Dafür können folgende hormonelle Störungen verantwortlich sein:
In der Nebennierenrinde werden unter anderem männliche Sexualhormone synthetisiert. Zu einer Überproduktion kann es zum Beispiel beim adrenogenitalen Syndrom oder bei Tumoren der Nebennierenrinde kommen. Beim Cushing-Syndrom befindet sich zu viel Cortisol im Blut, welches in Teilen testosteronartige Wirkungen hat.
Bei der Erkrankung polyzystisches Ovar Syndrom (PCO) kommt es zu einer Störung des komplizierten Regelkreises der Hormone, mit Auswirkungen auf die Ausschüttung der androgenen Hormone der Ovarien. Auch durch Zysten oder andere strukturelle Veränderungen an den Eierstöcken, kann es zu einer vermehrten Ausschüttung von männlichen Sexualhormonen kommen.
Störungen der Hormonausschüttung des Zentralen Nervensystems, durch einen Diabetes mellitus Typ II, durch starkes Übergewicht (Fettgewebe als Hormonproduzent) oder die Akromegalie (Überproduktion von Wachstumshormonen) sind weitere mögliche Auslöser für Hirsutismus. Alle Störungen können durch ihren hormonellen Einfluss, letztendlich die Haarfollikel zu mehr Haarwuchs anregen.
Die Einnahme bestimmter Medikamente kann bei Frauen den Haarwuchs an bestimmten, unerwünschten Stellen anregen. In erster Line gilt das für die Einnahme von Androgenen, Anabolika (Testosteron) und Anitepileptika (z. B. Phenytoin). Ebenso nehmen bestimmte Entwässerungsmittel, Diuretika, wie Spironolacton, oder Mittel gegen Bluthochdruck, wie Minoxidil, Einfluss auf den hormonellen Regelkreis.
Leider tritt der vermehrte und verstärkte Haarwuchs beim Hirsutismus an allen unerwünschten Stellen bei der Frau auf. Nämlich genau dort, wo er für das männliche Geschlecht vorgesehen ist. Man spricht von einem typisch männlichen Behaarungsmuster. Hier gilt es den Hirsutismus von einer Hypertrichose abzugrenzen. Bei einer Hypertrichose wachsen überall am Körper, diffus, unnatürlich viele Haare. Das kann Männer wie Frauen betreffen. Eine Hypertrichose ist in den meisten Fällen angeboren und lediglich ein kosmetisches Problem. In seltenen Fällen können auch Krankheiten dahinterstecken. Bei einem Hirsutismus findet sich der vermehrte und unerwünschte Haarwuchs an bestimmten Stellen:
Wenn der Haarwuchs plötzlich auftritt, ohne familiäre Häufung und ohne natürliche hormonelle Umstellungen, wie bei den Wechseljahren, besteht immer auch die Gefahr, dass eine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt. In erster Linie ist an Erkrankungen der Eierstöcke und der Nebennierenrinde zu denken. In der hausärztlichen Praxis wird dafür eine ausführliche Befragung zur Krankengeschichte und zur Medikamenteneinnahme stattfinden. Um einen Fall von Hirsutismus zu diagnostizieren, kann der Ferriman-Gallwey-Index weiterhelfen. Der Haarwuchs wird dabei in neun Körperbereiche eingeteilt und ist jeweils mit null bis vier Punkten nach dem Ausmaß zu bewerten. Ab acht Punkten wird Hirsutismus diagnostiziert. Was allerdings noch keinen Aufschluss auf die Ursache gibt. Weitere Aufklärung kann es dann durch eine Blutuntersuchung geben. Hier wird zunächst der Testosteron-, bzw. DHEA Wert, festgestellt. DHEA ist ein Hormon namens Dehydroepiandrosteron, welches eine Vorstufe des Testosterons ist. Ist dieser Wert erhöht, könnte das für eine Störung an der Nebenniere sprechen. Jedoch wird Hirsutismus nicht immer durch einen erhöhten Testosteronwert ausgelöst. Hier muss dann weiter nach den Ursachen gesucht werden.
Ganz klar, bei einer diagnostizierten Grunderkrankung sollte diese sofort und am besten ursächlich therapiert werden. Unabhängig davon, wie schnell, und ob überhaupt, damit der unerwünschte Haarwuchs zurückgeht, gibt es unterschiedliche Maßnahmen für eine begleitende kosmetische Korrektur. In den meisten Fällen wird es sich um einen idiopathischen Hirsutismus handeln. Eine ursächliche Behandlung ist nicht möglich. Es bleiben allein die kosmetischen Therapien übrig. Für welche der Maßnahmen man sich letztendlich entscheidet, hängt dann von Faktoren ab, wie:
Die Nassrasur vollziehen viele Frauen täglich oder jeden zweiten Tag. Fast automatisch erfolgt der Griff zum Nassrasierer beim Duschen, um die Haare an den Unterschenkeln und den Achselhöhlen zu beseitigen. Nicht immer ist dann gleich von Hirsutismus die Rede. Auch an den andern Körperstellen und im Gesicht lassen sich unerwünschte Haare durch eine schonende Nassrasur vollständig entfernen. Allerdings nur für eine sehr begrenzte Zeit. Es bedeutet, fast jeden Tag zusätzlich Zeit für eine gründliche Rasur zu investieren.
Zum Herauszupfen einzelner störender Haare im Gesicht leistet eine präzise Pinzette gute Arbeit. Sie entfernt das Haar samt Wurzel und es dauert einige Zeit bis wieder ein neues Haar aus diesem Follikel sprießt. Diese Methode ist bestens für einzelne, störende Haare, besonders im Gesicht, geeignet. Mit sogenannten Spiralen oder Beauty-Sticks lassen sich, mit der gleichen Technik, mehr Haare auf einmal entfernen. Der Schmerz beim Herauszupfen wird dabei nicht so stark empfunden, wie bei einem einzelnen Haar mit der Pinzette, da er über eine etwas größere Fläche verteilt ist.
Epiliergeräte gibt es im Handel in vielen Preisklassen. Das Prinzip der Haarentfernung beim Epilieren gleicht dem vieler Pinzetten. Die einzelnen Haare werden schnell und ruckartig samt Wurzel herausgezupft. Dieser Prozess kann recht schmerzhaft sein. Auch die Haut kann danach, besonders an sensiblen Zonen, mit kleinen roten Pickelchen reagieren. Je nachdem für welche Zone man den Epilierer benötigt, gibt es unterschiedlich geeignete Aufsätze für das Gerät.
Eine Möglichkeit für größere Flächen sind spezielle Mittel zum Eincremen, Einschäumen oder Auftragen aus der Drogerie. Diese Mittel werden großflächig auf die entsprechenden Hautstellen aufgetragen und werden, nach einer kurzen Einwirkzeit, mit einem Spachtel in Haarwuchsrichtung abgenommen. Diese Methode ist schmerzfrei. Das Haar wird chemisch am Ansatz von der Haarwurzel gelöst. Das heißt, die Haare wachsen wieder nach. Diese chemischen Mittel riechen oft unangenehm und können die Haut reizen. Für den empfindlichen Intimbereich und fürs Gesicht sind diese Mittel eher nicht zu empfehlen.
Die medizinischen Haarentfernungscremes sind verschreibungspflichtig und werden zur Behandlung von Hirsutismus eingesetzt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür in der Regel nicht. Diese Cremes, wie zum Beispiel Vaniqa®, enthalten den Wirkstoff Eflornithin. Sie sind hauptsächlich für den Haarwuchs im Gesicht geeignet. Vaniqa® können Sie hier bei DoctorABC bestellen. Gleichzeitig mit dem Bestellvorgang erhalten Sie eine Arztkonsultation für das benötigte Rezept.
Die verschreibungspflichtige Creme Vaniqa® von der Firma Shire, enthält den Wirkstoff Eflorinithin. Dass Eflornithin gegen unerwünschten Haarwuchs helfen könnte, fanden Wissenschaftler bei Studien heraus, in denen man die Wirksamkeit von Eflornithin als Krebsmittel untersuchte. Eflornithin gehört zur Gruppe der Ornithin-Decarboxylase-Hemmer. Dieser Wirkstoff hindert spezielle Enzyme daran, bei der Zellteilung und Zelldifferenzierung mitzuwirken. Dabei geht es um die Zellen der Haarfollikel, die für das Wachsen eines Haares notwendig sind. Das Haarwachstum wird damit verringert und verlangsamt.
Für die Anwendung muss die Creme zweimal täglich dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Nach ungefähr acht Wochen tritt ein spürbarer Effekt ein. Die Anwendung der Creme ist arm an Nebenwirkungen. Nur vereinzelt kann es zu Hautirritationen kommen. Die Creme wirkt nur, solange sie angewendet wird.
In einigen Fällen stören die zahlreichen Flaumhaare selbst nicht so sehr, wie die Tatsache, dass die Härchen tiefschwarz oder dunkel sind. In diesen Fällen kann man auch durch Bleichen (oder Blondieren) den Haaren ihren Farbstoff entziehen. Für den Gesichtsbereich gibt es spezielle Haarbleichpasten. Wie bei vielen chemischen Mitteln kann es auch dabei zu unerwünschten Hautreizungen kommen. Ungefähr alle zwei Wochen muss diese Prozedur durchgeführt werden.
Eine weitere, mechanische Haarentfernungsmethode ist das Wachsen. Besonders, wenn es um großflächige und relativ unempfindliche Regionen, wie zum Beispiel die Beine geht, ist dies eine effektvolle Maßnahme. Allerdings, so ganz schmerzfrei ist sie nicht und somit auch nicht für jede Frau geeignet. Für den Genitalbereich ist Wachsen nicht zu empfehlen. Für die Prozedur wird kaltes oder warmes Wachs aufgetragen und kurz danach ruckartig, in Wuchsrichtung der Haare, abgezogen. Bis zu drei Wochen lang kann man sich an der haarlosen, glatten Haut erfreuen. Die Warmwachsmethode ist der Kaltwachsmethode auf jeden Fall vorzuziehen. Denn die Wärme wirkt entspannend an der Haarwurzel und macht den Prozess insgesamt nicht so schmerzhaft.
IPL kann man in speziellen Studios durchführen lassen. Es gibt auch IPL-Geräte für die häusliche Anwendung zu kaufen. Die bei den Blitzen entstehende Energie verödet die Haarwurzeln. Im Gegensatz zur Laserbehandlung wird bei IPL Geräten gleichzeitig ein größeres Gebiet behandelt. Die Geräte verwandeln Licht- in Wärmeenergie. Es sind einige Anwendungen über einen gewissen Zeitraum erforderlich. Das Haar muss sich in der Wachstumsphase befinden. Nach drei bis spätestens 20 Tagen fallen die Haare aus. Sie sind damit dauerhaft entfernt. Die Anwendung ist gering spürbar und für alle Körper- und Gesichtsregionen geeignet. Allerdings sollte man bei der Anschaffung auf hochwertige Geräte mit entsprechender Leistung Wert legen. Die professionellen Sitzungen sind nicht preiswert. Eine IPL Anwendung ist nicht für dunkle Haut und helle Haare geeignet. Inzwischen gibt es eine Weiterentwicklung, die SHR (Super Hai Removal), mit der sich auch helle Haare auf dunkler Haut entfernen lassen sollen.
Bei der Lasertherapie werden die unerwünschten Haare, meistens in mehreren Sitzungen, für immer entfernt. Durch die Licht-Hitze-Energie des Lasers werden die Haarwurzeln zerstört. Es kann unter Umständen, nach Jahren zur Regeneration von einzelnen Haarwurzeln kommen. Eine Laserbehandlung darf nur von entsprechenden Fachkräften vorgenommen werden. Darauf sollte man auch achten. Eine Lasertherapie ist recht kostspielig.
Eine gezielte Behandlung mit Hormonen setzt eine exakte Diagnose voraus. Ein künstlicher Eingriff in das komplexe Gefüge des Hormonhaushaltes geht nicht selten mit erheblichen Nebenwirkungen einher. Bei Störungen an den Eierstöcken können sogenannte Ovulationshemmer zum Einsatz kommen. Gegen eine erhöhte Sensibilität für Androgene oder eine erhöhte Ausschüttung an Androgenen, werden bestimmte Kontrazeptiva (Empfängnisverhütungsmittel, wie Balera, Chariva, Diane 35, Jennifer 35) oder Antiandrogene (Finasterid, Flutamid oder Cyproteronacetat) verschrieben.
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