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Was sind Adipositas-Medikamente und wann kommen sie zum Einsatz?

DoktorABC Redaktionsteam
Zuverlässige und geprüfte medizinische Informationen, zusammengestellt von unserem Redaktionsteam und Ärzten. Redaktionsprozess.

Adipositas-Medikamente sind Arzneimittel, die bei der Behandlung von krankhaftem Übergewicht unterstützen, indem sie den Appetit reduzieren, die Fettaufnahme hemmen oder das Sättigungsgefühl verstärken. Sie kommen in Betracht, wenn der Body-Mass-Index (BMI) 30 oder höher liegt oder bereits ab einem BMI von 27, sofern gewichtsbedingte Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Schlafapnoe vorliegen. Diese Medikamente sind jedoch kein Ersatz für eine gesunde Lebensweise, sondern ergänzen Ernährungsumstellung, Bewegung und Verhaltenstherapie. Ohne diese Basismaßnahmen bleibt die Wirkung begrenzt, und das verlorene Gewicht kehrt nach Absetzen der Behandlung häufig zurück.
Was Sie in diesem Artikel erfahren
  • Was Adipositas-Medikamente sind und wie sie wirken
  • Welche rezeptpflichtigen Medikamente in Deutschland verfügbar sind
  • Was rezeptfreie Optionen leisten können und wo ihre Grenzen liegen
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten es bei Adipositas Grad 1 gibt
  • Wie Sie Adipositas-Medikamente erhalten können
  • Was die Forschung zur Wirksamkeit und Sicherheit sagt
  • Welche Alternativen und ergänzenden Ansätze es gibt

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Zu den medizinischen Fragen

Welche rezeptpflichtigen Adipositas-Medikamente gibt es in Deutschland?

In Deutschland sind mehrere verschreibungspflichtige Medikamente zur Behandlung von Adipositas zugelassen. Die derzeit am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe gehören zu den GLP-1-Rezeptoragonisten (Semaglutid, Liraglutid) sowie dem Lipasehemmer Orlistat in verschreibungspflichtiger Dosierung.

Die wichtigsten zugelassenen Medikamente im Überblick:

Medikament Wirkstoff Wirkweise Verabreichung Zulassung ab BMI
Wegovy Semaglutid GLP-1-Agonist, hemmt Appetit Wöchentliche Injektion 30 (oder 27 mit Begleiterkrankungen)
Saxenda Liraglutid GLP-1-Agonist, steigert Sättigung Tägliche Injektion 30 (oder 27 mit Begleiterkrankungen)
Xenical Orlistat 120 mg Lipasehemmer, reduziert Fettaufnahme 3x täglich oral 30 (oder 28 mit Risikofaktoren)

Gut zu wissen:

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat 2023 Tirzepatid (Mounjaro) zur Behandlung von Adipositas zugelassen. Dieses Medikament kombiniert GLP-1- und GIP-Rezeptoragonismus und zeigt in Studien eine noch stärkere Gewichtsreduktion als Semaglutid. 

Wie wirken die verschiedenen Medikamentenklassen?

Die Wirkweise von Adipositas-Medikamenten unterscheidet sich je nach Wirkstoffklasse. GLP-1-Rezeptoragonisten ahmen ein körpereigenes Darmhormon nach, das nach der Nahrungsaufnahme ausgeschüttet wird und dem Gehirn Sättigung signalisiert. Dadurch essen Patienten automatisch weniger und fühlen sich schneller satt.

GLP-1-Rezeptoragonisten (Semaglutid, Liraglutid)

Diese Medikamente wirken auf mehreren Ebenen:

  • Appetitkontrolle: Sie aktivieren GLP-1-Rezeptoren im Gehirn, die das Hungergefühl reduzieren
  • Magenentleerung: Sie verlangsamen die Passage der Nahrung durch den Magen, wodurch das Sättigungsgefühl länger anhält
  • Blutzuckerkontrolle: Sie fördern die Insulinausschüttung bei erhöhtem Blutzucker und hemmen die Glukagonfreisetzung
  • Energieverbrauch: Erste Hinweise deuten darauf hin, dass sie den Grundumsatz leicht erhöhen können

Lipasehemmer (Orlistat)

Orlistat verfolgt einen anderen Ansatz:

  • Fettblockade: Das Medikament hemmt Enzyme (Lipasen) im Darm, die Nahrungsfette aufspalten
  • Reduzierte Kalorienaufnahme: Etwa 30 % der aufgenommenen Fette werden unverdaut wieder ausgeschieden
  • Motivation zu fettarmer Ernährung: Fettige Mahlzeiten führen zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Durchfall oder Fettstühlen, was Patienten zu gesünderer Ernährung motiviert

Achtung:

Die Wirksamkeit von Orlistat hängt stark von der Fettmenge in der Ernährung ab. Bei sehr fettarmer Kost ist der Effekt gering, da wenig Fett zur Blockierung vorhanden ist.

Welche Gewichtsabnahme kann ich erwarten?

Die Gewichtsabnahme variiert je nach Medikament, Ausgangssituation und Therapietreue. Klinische Studien zeigen, dass moderne GLP-1-Agonisten zu den wirksamsten medikamentösen Optionen gehören.

Studienergebnisse im Überblick:

In der STEP-1-Studie mit 1961 Teilnehmern verloren Patienten nach 68 Wochen mit Semaglutid durchschnittlich 14,9 % ihres Körpergewichts, verglichen mit 2,4 % in der Placebogruppe. Fast ein Drittel (32 %) der Behandelten erreichte eine Gewichtsreduktion von mindestens 20 %. 

Die SCALE-Studie zeigte nach 56 Wochen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 5,8 % unter Liraglutid gegenüber 1,5 % unter Placebo.

Welche Nebenwirkungen haben Adipositas-Medikamente?

Adipositas-Medikamente können Nebenwirkungen verursachen, die von leichten Beschwerden bis zu ernsthaften Komplikationen reichen. Die Art und Häufigkeit hängt vom jeweiligen Wirkstoff ab.

Häufige Nebenwirkungen von GLP-1-Agonisten:

  • Übelkeit (sehr häufig, besonders zu Behandlungsbeginn)
  • Erbrechen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schwindelgefühl

Seltene, aber ernste Nebenwirkungen:

  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Gallenblasenerkrankungen
  • Erhöhtes Risiko für Schilddrüsentumore (bisher nur in Tierversuchen nachgewiesen)
  • Verschlechterung diabetischer Netzhauterkrankungen
  • Erhöhter Puls

Nebenwirkungen von Orlistat:

  • Fettstühle und ölige Ausscheidungen (sehr häufig)
  • Blähungen mit Stuhlabgang
  • Häufiger Stuhldrang
  • Bauchkrämpfe
  • Verminderte Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K)

Achtung:

Bei Orlistat kann die Aufnahme fettlöslicher Vitamine beeinträchtigt sein. Eine Supplementierung mit Multivitaminpräparaten wird empfohlen, die mindestens 2 Stunden vor oder nach der Orlistat-Einnahme erfolgen sollte. 

Wer kommt für rezeptpflichtige Medikamente infrage?

Rezeptpflichtige Adipositas-Medikamente sind nicht für jeden geeignet. Die Verschreibung erfolgt nach klaren medizinischen Kriterien, die sowohl den BMI als auch das Vorliegen von Begleiterkrankungen berücksichtigen.

Zulassungskriterien in Deutschland:

BMI-Grenzwerte:

  • BMI ≥ 30 kg/m² (Adipositas) oder
  • BMI ≥ 27 kg/m² mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung (z. B. Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Schlafapnoe, Fettstoffwechselstörung)

Zusätzliche Voraussetzungen:

  • Erfolglose Versuche zur Gewichtsabnahme durch Ernährungsumstellung und Bewegung über mindestens 3–6 Monate
  • Motivation und Bereitschaft zur langfristigen Lebensstiländerung
  • Keine Kontraindikationen für das jeweilige Medikament

Wer sollte keine Adipositas-Medikamente nehmen?

Bestimmte Personengruppen dürfen keine GLP-1-Agonisten oder Orlistat einnehmen:

Kontraindikationen für GLP-1-Agonisten:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Persönliche oder familiäre Vorgeschichte von medullärem Schilddrüsenkarzinom
  • Multiple endokrine Neoplasie Typ 2 (MEN 2)
  • Schwere Nierenfunktionsstörungen
  • Entzündliche Darmerkrankungen
  • Diabetische Gastroparese

Kontraindikationen für Orlistat:

  • Chronisches Malabsorptionssyndrom
  • Cholestase (Gallenstau)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Gleichzeitige Einnahme von Ciclosporin

Welche rezeptfreien Adipositas-Medikamente gibt es?

In Deutschland ist Orlistat in niedriger Dosierung (60 mg) als rezeptfreies Medikament unter dem Handelsnamen Alli erhältlich. Dies ist derzeit das einzige in der EU zugelassene rezeptfreie Arzneimittel zur Gewichtsreduktion.

Alli (Orlistat 60 mg)

Alli enthält die Hälfte der Wirkstoffdosis des verschreibungspflichtigen Xenical (120 mg). Es blockiert etwa 25 % der Nahrungsfette, während Xenical rund 30 % hemmt. Die Einnahme erfolgt bis zu dreimal täglich zu den Mahlzeiten.

Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate

Zahlreiche frei verkäufliche Produkte werben mit gewichtsreduzierender Wirkung, darunter:

  • Glucomannan (Konjakwurzel)
  • Grüntee-Extrakt
  • Garcinia cambogia
  • Chitosan
  • Verschiedene »Fatburner«-Kombinationen

Was bedeutet Adipositas Grad 1 und welche Medikamente kommen infrage?

Adipositas Grad 1 liegt bei einem BMI zwischen 30,0 und 34,9 kg/m² vor. Dies ist die leichteste Form der Adipositas, bei der bereits ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gelenkprobleme besteht.

Prof. Dr. Arya M. Sharma, emeritierter Professor für Medizin und ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Adipositasforschung an der University of Alberta, betont die Bedeutung realistischer Erwartungen bei der Gewichtsabnahme: 

„Aus den aktuellen Forschungsberichten geht hervor, dass durch eine reine Verhaltensänderung (weniger essen, mehr bewegen) – auch bei anfänglichem Erfolg – sich im Durchschnitt langfristig lediglich zwischen 3 bis 5 % abnehmen lassen. Um 10 % Gewichtsreduktion langfristig zu sichern, ist dagegen oft schon der Einsatz von Medikamenten notwendig." 

Behandlungsansatz bei Adipositas Grad 1

Bei Adipositas Grad 1 ohne weitere Risikofaktoren empfehlen Leitlinien zunächst eine konsequente Lebensstiländerung über 3–6 Monate:

  • Kalorienreduzierte, ausgewogene Ernährung (500–750 kcall Defizit täglich)
  • Regelmäßige körperliche Aktivität (mindestens 150 Minuten pro Woche)
  • Verhaltenstherapeutische Unterstützung
  • Selbstbeobachtung und Tagebuchführung

Wann kommen Medikamente bei Grad 1 infrage?

Medikamente können bei Adipositas Grad 1 verschrieben werden, wenn:

  • Begleiterkrankungen vorliegen (Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Schlafapnoe)
  • Lebensstiländerungen über mindestens 3–6 Monate haben keine ausreichende Gewichtsabnahme bewirkt
  • Ein hohes kardiovaskuläres Risiko besteht
  • Genetische oder hormonelle Faktoren, die Gewichtsabnahme erschweren

Besondere Überlegungen bei Grad 1

Bei Adipositas Grad 1 ist die Abwägung zwischen Nutzen und Risiken besonders sorgfältig vorzunehmen. Während höhergradige Adipositas (Grad 2 und 3) mit deutlich erhöhten Gesundheitsrisiken einhergeht, ist bei Grad 1 die Prognose bei konsequenter Lebensstiländerung oft günstig.

Wie erhalte ich Adipositas-Medikamente?

Der Zugang zu Adipositas-Medikamenten ist in Deutschland klar geregelt und erfordert in den meisten Fällen eine ärztliche Verschreibung nach gründlicher Untersuchung.

1. Ärztliche Konsultation

  • Hausarzt, Internist, Endokrinologe oder Adipositas-Spezialist
  • Anamnese und körperliche Untersuchung
  • Bestimmung von BMI, Taillenumfang und Körperzusammensetzung
  • Blutuntersuchungen (Blutzucker, Fettwerte, Leber- und Nierenwerte, Schilddrüsenhormone)

2. Diagnostik und Risikoeinschätzung

  • Erfassung von Begleiterkrankungen
  • Bewertung bisheriger Gewichtsreduktionsversuche
  • Ausschluss sekundärer Adipositas-Ursachen (z. B. Hypothyreose, Cushing-Syndrom)
  • Prüfung von Kontraindikationen

3. Therapieplanung

  • Gemeinsame Entscheidung für eine Behandlungsstrategie
  • Festlegung realistischer Ziele
  • Besprechung von Nebenwirkungen und Behandlungsdauer
  • Ausstellung eines Rezepts

4. Bezug des Medikaments

  • Einlösung des Rezepts in der Apotheke
  • Einweisung in die korrekte Anwendung (besonders bei Injektionen)
  • Klärung von Fragen zur Lagerung und Handhabung

Telemedizinische Optionen

Mittlerweile bieten Telemedizin-Anbieter wie DoktorABC einen vereinfachten Zugang zu Adipositas-Medikamenten:

  • Online-Fragebogen: Erfassung der medizinischen Vorgeschichte und aktuellen Situation
  • Ärztliche Bewertung: Prüfung der Angaben durch zugelassene Ärzte
  • Rezeptausstellung: Bei Eignung Ausstellung eines gültigen Rezepts
  • Versand: Diskreter Versand direkt nach Hause über Partnerapotheken

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

In Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für Adipositas-Medikamente in der Regel nicht, da sie als »Lifestyle-Medikamente« eingestuft werden. Ausnahmen bestehen bei:

  • Vorliegen schwerer Begleiterkrankungen
  • Adipositas Grad 3 (BMI ≥ 40)
  • Erfolglosigkeit anderer Therapien
  • Individueller Antrag mit ausführlicher medizinischer Begründung

Private Krankenversicherungen entscheiden je nach Tarif individuell über die Kostenübernahme.

Was passiert nach dem Absetzen der Medikamente?

Nach dem Absetzen von Adipositas-Medikamenten nehmen die meisten Patienten wieder an Gewicht zu, sofern keine dauerhaften Lebensstiländerungen etabliert wurden. Dieser Effekt ist bei allen Medikamentenklassen dokumentiert.

Gewichtszunahme nach Absetzen:

GLP-1-Agonisten: Studien zeigen, dass Patienten innerhalb eines Jahres nach Absetzen von Semaglutid etwa 60–70 % des verlorenen Gewichts wieder zunehmen. Der Appetit kehrt auf das Ausgangsniveau zurück, und ohne bewusste Ernährungskontrolle steigt das Gewicht rasch an.

Orlistat: Nach Beendigung der Orlistat-Therapie ist die Gewichtszunahme tendenziell langsamer, aber ebenfalls signifikant. Etwa die Hälfte des verlorenen Gewichts wird innerhalb von 1-2 Jahren wieder zugenommen.

Strategien zur Gewichtsstabilisierung:

  • Schrittweises Ausschleichen: Statt abruptem Absetzen kann eine allmähliche Dosisreduktion hilfreich sein
  • Intensivierte Verhaltenstherapie: Psychologische Unterstützung beim Übergang
  • Strukturierte Nachsorge: Regelmäßige Gewichtskontrollen und Beratungsgespräche
  • Erhöhte körperliche Aktivität: Steigerung des Energieverbrauchs zum Ausgleich der veränderten Hormonregulation
  • Proteinreiche Ernährung: Unterstützung des Muskelaufbaus und Erhöhung des Sättigungsgefühls

Gut zu wissen:

Adipositas ist eine chronische Erkrankung, ähnlich wie Diabetes oder Bluthochdruck. Viele Experten betrachten Adipositas-Medikamente daher als Langzeittherapie, nicht als kurzfristige Intervention. Eine dauerhafte Behandlung kann sinnvoll sein, wenn der gesundheitliche Nutzen die Risiken überwiegt.

Welche Alternativen gibt es zu Medikamenten?

Medikamente sind nur eine von mehreren Behandlungsoptionen bei Adipositas. Je nach individueller Situation können nicht-medikamentöse Ansätze gleichwertig oder sogar überlegen sein.

Ernährungstherapie

Eine professionell angeleitete Ernährungsumstellung bildet die Basis jeder Adipositas-Behandlung:

  • Kalorienreduktion: Defizit von 500–750 kcal täglich für moderaten Gewichtsverlust
  • Makronährstoffverteilung: Betont proteinreich (1,2–1,5 g/kg Körpergewicht), moderat fettarm
  • Strukturierte Programme: z. B. mediterrane Ernährung, DASH-Diät, oder evidenzbasierte Formuladiäten
  • Ernährungsberatung: Individuelle Anleitung durch Ernährungsfachkräfte

Bewegungstherapie

Körperliche Aktivität unterstützt die Gewichtsabnahme und verbessert metabolische Parameter:

  • Ausdauertraining: Mindestens 150–300 Minuten moderater Intensität pro Woche
  • Krafttraining: 2–3 Einheiten pro Woche zum Muskelerhalt
  • Alltagsaktivität: Erhöhung der NEAT (Non-Exercise Activity Thermogenesis)
  • Betreute Programme: Bewegungsgruppen oder Personal Training für höhere Compliance

Verhaltenstherapie

Psychologische Interventionen adressieren die zugrunde liegenden Verhaltensmuster:

  • Kognitive Verhaltenstherapie: Identifikation und Änderung ungünstiger Denkmuster
  • Stimuluskontrolle: Vermeidung von Auslösern für übermäßiges Essen
  • Selbstbeobachtung: Ernährungs- und Bewegungstagebücher
  • Stressmanagement: Entwicklung alternativer Bewältigungsstrategien

Bariatrische Chirurgie

Operative Eingriffe kommen bei schwerer Adipositas (BMI ≥ 40 oder BMI ≥ 35 mit Komorbiditäten) infrage, wenn konservative Maßnahmen versagt haben:

  • Magenbypass: Umgehung eines Teils des Dünndarms, führt zu deutlicher Gewichtsabnahme
  • Schlauchmagen: Verkleinerung des Magenvolumens durch Entfernung eines großen Teils
  • Magenband: Verstellbare Begrenzung der Nahrungsaufnahme (seltener eingesetzt)

Bariatrische Chirurgie führt zu einer Gewichtsabnahme von 25–35 % des Ausgangsgewichts und verbessert Begleiterkrankungen häufig deutlich oder führt zu deren Remission.

Kombinationsansatz

Die wirksamste Strategie kombiniert mehrere Elemente:

  • Ernährungsumstellung als Fundament
  • Regelmäßige Bewegung für Muskelerhalt und Stoffwechsel
  • Verhaltenstherapie zur Stabilisierung neuer Gewohnheiten
  • Medikamente als Unterstützung, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen
  • Chirurgie als letztes Mittel bei therapierefraktärer schwerer Adipositas

Fazit

Adipositas-Medikamente sind wirksame Werkzeuge im Kampf gegen krankhaftes Übergewicht, ersetzen aber keine grundlegende Lebensstiländerung. Moderne GLP-1-Agonisten wie Semaglutid und Liraglutid ermöglichen Gewichtsverluste von 5–20% und verbessern gleichzeitig kardiovaskuläre Risikofaktoren. 

Die Entscheidung für eine medikamentöse Behandlung sollte gemeinsam mit einem Arzt getroffen werden, basierend auf BMI, Begleiterkrankungen und bisherigen Therapieversuchen. Rezeptfreie Optionen sind deutlich weniger wirksam und sollten nicht als Ersatz für eine ärztlich begleitete Therapie betrachtet werden.

FAQ

Gibt es Adipositas-Medikamente speziell für Männer oder Frauen?

Nein, die zugelassenen Adipositas-Medikamente sind nicht geschlechtsspezifisch entwickelt. Allerdings können Frauen und Männer unterschiedlich auf die Behandlung ansprechen. Studien zeigen, dass Frauen häufig stärker auf GLP-1-Agonisten reagieren als Männer, wobei die Unterschiede moderat ausfallen.
Hormonelle Faktoren und Körperzusammensetzung spielen eine Rolle, aber beide Geschlechter profitieren von der Therapie.

Kann ich Adipositas-Medikamente aus dem Ausland bestellen?

Vom Kauf von Adipositas-Medikamenten aus unsicheren ausländischen Quellen wird dringend abgeraten.
Gefälschte oder nicht zugelassene Präparate bergen erhebliche Gesundheitsrisiken durch falsche Dosierung, Verunreinigungen oder unwirksame Inhaltsstoffe. Seriöse EU-Versandapotheken mit gültiger Zulassung sind eine sichere Alternative, erfordern aber ebenfalls ein gültiges Rezept von einem zugelassenen Arzt.

Beeinträchtigen Adipositas-Medikamente die Wirkung der Antibabypille?

Orlistat kann die Aufnahme oraler Kontrazeptiva beeinträchtigen, besonders bei Durchfall als Nebenwirkung. Zusätzliche Verhütungsmethoden werden empfohlen.
GLP-1-Agonisten haben keine direkte Wechselwirkung mit der Antibabypille, aber bei Erbrechen innerhalb von 3–4 Stunden nach Einnahme der Pille kann der Schutz beeinträchtigt sein. Frauen sollten dies mit ihrem Arzt besprechen.

Werden Adipositas-Medikamente auch bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt?

Semaglutid ist ab 12 Jahren bei Adipositas zugelassen, Liraglutid ab 12 Jahren bei einem BMI über der 95. Perzentile. Orlistat darf erst ab 18 Jahren verwendet werden. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Indikation strenger zu stellen, und die Behandlung sollte nur in spezialisierten Zentren mit umfassender Betreuung erfolgen.
Lebensstiländerungen haben bei jungen Menschen Vorrang.

Können Adipositas-Medikamente süchtig machen?

Nein, die aktuell zugelassenen Adipositas-Medikamente haben kein Suchtpotenzial. Weder GLP-1-Agonisten noch Orlistat wirken auf Belohnungssysteme im Gehirn oder erzeugen euphorische Effekte. Allerdings kann eine psychische Abhängigkeit im Sinne von Angst vor Gewichtszunahme nach Absetzen entstehen, was aber keine pharmakologische Sucht darstellt.

Wie lagere ich GLP-1-Medikamente richtig?

Ungeöffnete Pens müssen im Kühlschrank bei 2–8 °Cgelagert werden, dürfen aber nicht einfrieren. Nach dem ersten Gebrauch können Wegovy-Pens bis zu 28 Tage bei Raumtemperatur (unter 30°C) oder im Kühlschrank aufbewahrt werden. Saxenda-Pens bleiben nach Anbruch 30 Tage haltbar. Die Pens sollten vor Licht geschützt und in der Originalverpackung aufbewahrt werden.

Kann ich mit Adipositas-Medikamenten eine spezielle Diät wie Keto oder Intervallfasten kombinieren?

Grundsätzlich ja, aber mit Vorsicht. Intervallfasten kann die appetitreduzierende Wirkung von GLP-1-Agonisten verstärken, sodass eine ausreichende Nährstoffzufuhr sichergestellt sein muss. Ketogene Diäten sind möglich, erhöhen aber bei Orlistat das Risiko für Fettstühle.
Jede strikte Diätform sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, um Mangelerscheinungen oder übermäßigen Gewichtsverlust zu vermeiden.

Gibt es pflanzliche Alternativen mit vergleichbarer Wirkung?

Nein, es gibt keine pflanzlichen Präparate, die eine vergleichbare Wirksamkeit wie verschreibungspflichtige Adipositas-Medikamente nachweisen können. Produkte mit Glucomannan, Grüntee-Extrakt oder Garcinia cambogia zeigen in Studien nur minimale Effekte von wenigen hundert Gramm.
Wer auf eine signifikante Gewichtsabnahme von 10 % oder mehr abzielt, benötigt verschreibungspflichtige Medikamente oder intensive Lebensstiländerungen.

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