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Leitfaden Medizinisches Cannabis: Welche Sorten gibt es?

DoktorABC Redaktionsteam
Zuverlässige und geprüfte medizinische Informationen, zusammengestellt von unserem Redaktionsteam und Ärzten. Redaktionsprozess.

Wer sich über medizinisches Cannabis, Sorten und Wirkungen informieren möchte, bekommt hier einen Überblick. Außerdem erfahren Sie, wie Sie die richtige Sorte finden und wie Sie dieses Arzneimittel online bestellen können.
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen
  • Welche Unterschiede zwischen Indica-, Sativa- und Hybrid-Sorten es gibt
  • Wie THC, CBD und Terpene die Wirkung von Cannabis beeinflussen
  • Welche medizinischen Cannabis-Sorten in deutschen Apotheken erhältlich sind
  • Welche Cannabis-Sorten häufig bei Schlafstörungen eingesetzt werden
  • Wie Patienten medizinisches Cannabis über telemedizinische Plattformen bestellen können

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Welche Unterschiede gibt es zwischen verschiedenen medizinischen Cannabis-Sorten?

Medizinische Cannabis-Sorten unterscheiden sich vor allem durch ihre Wirkstoffzusammensetzung. Ärzte und Apotheken sprechen von Sativa-dominanten, Indica-dominanten oder Hybrid-Sorten. Im medizinischen Bereich besitzen diese Sorten standardisierte THC- und CBD-Werte, damit sie gezielt therapeutisch eingesetzt werden können.

Sativa-dominante Sorten gelten als eher aktivierend. Sie fördern die Energie, die Konzentration oder sie heben die Stimmung und kommen bei Müdigkeit oder depressiven Verstimmungen zum Einsatz. 

Indica-dominante Sorten wirken dagegen beruhigend und werden bei Schlafproblemen, innerer Unruhe oder chronischen Schmerzen verschrieben. 

Hybrid-Sorten kombinieren Eigenschaften beider Gruppen und sollen ausgewogene Wirkprofile ermöglichen.

Entscheidend für die Wirkung sind vor allem die Cannabinoide THC und CBD. THC wirkt psychoaktiv und kann Schmerzen lindern, den Appetit steigern oder Übelkeit reduzieren. CBD verursacht keinen Rauschzustand und wird eher mit entspannenden und entzündungshemmenden Eigenschaften verbunden. 

Susan van Brunschot ist ehemalige Vorstandsvorsitzende von CANNA España Fertilizantes SL und Gründerin der Stiftung Fundación CANNA. In einem Interview mit dem Hanf-Magazin aus der Zeit der Legalisierung von Medizinalcannabis in Deutschland fasste sie die Motivation, an Cannabinoiden zu forschen, so zusammen:

„Mit der Analyse von Cannabis verändert man nicht das vorherrschende Dogma über die Pflanze. Vielmehr geht es uns darum, die Zusammensetzung der Pflanze und ihrer Sorten besser zu verstehen. Nur so kann man lernen, sie besser und zielgerechter einzusetzen. Mittlerweile wissen wir schon sehr viel über THC und CBD, und ihre Wirkung. Doch in der Cannabispflanze gibt es weit, weit mehr Cannabinoide. Analysieren ist Wissen. Und Wissen ist Macht. Und wir alle haben ein Recht darauf zu wissen, was wir konsumieren, glaube ich.“

Achtung

Es gibt auch Kontraindikationen: Ärzte verschreiben Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer Vorgeschichte von Psychosen in der Regel keine Cannabis-Präparate. Auch Schwangere oder Stillende sollten kein THC konsumieren. 

Wie beeinflussen Cannabinoide und Terpene die Wirkung?

Die Wirkung von medizinischem Cannabis hängt nicht allein vom THC-Gehalt ab. Wichtig ist das Zusammenspiel verschiedener Cannabinoide und Terpene. Deshalb können zwei Sorten mit ähnlichem THC-Wert völlig unterschiedliche Effekte auslösen.

THC kann Schmerzen lindern, den Appetit steigern und beruhigend wirken. Gleichzeitig verursacht es die psychoaktive Wirkung von Cannabis. CBD wirkt dagegen nicht berauschend und wird häufig bei Entspannung, Angstzuständen oder Schlafproblemen eingesetzt.

Neben den Cannabinoiden spielen Terpene eine wichtige Rolle. Diese natürlichen Aromastoffe beeinflussen den Geruch, den Geschmack und die Wirkung. Experten sprechen beim Zusammenspiel aller Pflanzenstoffe vom sogenannten Entourage-Effekt.

Gut zu wissen

Limonen gilt als stimmungsaufhellend, Pinene können die Konzentration und die Wachheit fördern. Andere Terpene wie Myrcen oder Linalool wirken beruhigend und kommen häufiger bei Schlafstörungen oder innerer Unruhe zum Einsatz.

Welche medizinischen Cannabis-Sorten gibt es in deutschen Apotheken?

Deutsche Apotheken führen zahlreiche standardisierte Cannabisblüten mit unterschiedlichen THC- und CBD-Gehalten. Ärzte wählen die passende Sorte je nach Beschwerden, der gewünschten Wirkung und der individuellen Verträglichkeit aus.

Das Angebot dabei ist riesig. Laut Online-Verzeichnissen wie Flowzz sind in Deutschland inzwischen mehrere hundert Sorten und über 1.750 verschiedene Produkte aus Cannabisblüten erhältlich. 

Weitere Zahlen, Daten und Empfehlungen zum Thema Cannabiskonsum finden Sie auf der Seite der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.  

THC-starke Sorten:

Sorte Profil Einsatzgebiete
Tilray THC25 Indica ca. 25 % THC Schlafstörungen, starke Schmerzen
Aurora Pedanios 22/1 Ghost Train Haze ca. 22 % THC Neuropathische Schmerzen
IMC THC25 T04 Strawberry OG ca. 25 % THC Schlafprobleme
Demecan CRAFT Sky Pie ca. 25 % THC Chronische Schmerzen

THC-dominante Sorten wirken oft intensiv. Man sollte sie vorsichtig dosieren. Ärzte empfehlen meist einen langsamen Therapiebeginn nach dem Prinzip „Start low and go slow“.

Ausgewogene oder CBD-reiche Sorten:

Sorte Profil Einsatzgebiete
Pedanios 8/8 ausgeglichenes THC-CBD-Verhältnis Stresssymptome
Cannamedical Balance Forte THC- und CBD-ausgewogen sensible Patienten
Bediol ca. 6 % THC und 8 % CBD Entspannung
Tilray THC10 CBD10 ausgewogen Schlafprobleme
Avidekel hoher CBD-Gehalt, kaum THC THC-empfindliche Patienten

CBD-reichere Sorten verursachen seltener psychoaktive Effekte und eignen sich deshalb oft für ältere oder empfindliche Patienten.

Welche Cannabis-Sorten helfen bei Schlafstörungen?

Bei Schlafstörungen verschreiben Ärzte normalerweise beruhigende, Indica-dominante Sorten mit hohem Myrcen-Gehalt. Diese Sorten wirken entspannend und schlaffördernd. Besonders Patienten mit chronischen Schmerzen oder innerer Unruhe verhelfen sie oft zu einer verbesserten Schlafqualität.

THC kann beruhigend wirken und die Einschlafzeit verkürzen. Das Terpen Myrcen, das auch in Hopfen vorkommt, gilt als besonders entspannend. Viele schlaffördernde Sorten gehören deshalb zum Indica-Spektrum.

Sorte Profil Einsatzbereiche
Pink Kush THC-stark, myrcenreich Einschlafprobleme
Bubba Kush beruhigende Indica-Sorte Schlafstörungen
Tilray THC25 Indica hoher THC-Gehalt schwere Schlafprobleme
Hindu Kush entspannendes Terpenprofil innere Unruhe
Skywalker OG THC-dominant körperliche Entspannung

Viele Ärzte empfehlen die Einnahme am Abend und beginnen mit niedrigen Dosierungen, um Nebenwirkungen wie Müdigkeit am Morgen oder Schwindel zu vermeiden.

Achtung

Medizinisches Cannabis sollte bei Schlafproblemen nur unter ärztlicher Begleitung eingesetzt werden. Schlafstörungen können viele Ursachen haben, darunter Depressionen oder neurologische Erkrankungen.

Wie können Patienten medizinisches Cannabis über Telemedizin-Plattformen beziehen?

Patienten können medizinisches Cannabis in Deutschland auch über Telemedizin-Plattformen wie DoktorABC erhalten. Voraussetzung bleibt immer eine ärztliche Beratung. Cannabis ist verschreibungspflichtig, deshalb entscheidet immer ein Arzt, ob eine Therapie möglich ist.

  • Der Ablauf beginnt mit einem medizinischen Fragebogen zu Beschwerden, Diagnosen und bisherigen Behandlungen. 
  • Anschließend prüft ein Arzt die Angaben. 
  • Wenn eine Cannabistherapie sinnvoll erscheint, kann der Arzt ein Rezept für eine bestimmte Sorte ausstellen.
  • Die Patienten können ihr medizinisches Cannabis dann über eine Apotheke oder eine spezialisierte Versandapotheke bestellen. 

Bei telemedizinischen Rezepten gelten dieselben medizinischen und rechtlichen Anforderungen wie in einer klassischen Arztpraxis.

Gut zu wissen

Das enorme Angebot an medizinischen Cannabisprodukten zeigt sich neben vielen verfügbaren Sorten auch an großen Mengen. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stieg beispielsweise die importierte Menge medizinischer Cannabisblüten von wenigen hundert Kilogramm pro Quartal im Jahr 2017 auf über 7.000 Kilogramm pro Quartal im Jahr 2023.

Fazit: Die richtige Cannabis-Sorte hängt von den individuellen Beschwerden ab

Medizinisches Cannabis bietet zahlreiche therapeutische Möglichkeiten, doch nicht jede Sorte eignet sich für jeden Patienten. Unterschiede bei THC- und CBD-Gehalt, bei Terpenprofil und Wirkungsstärke beeinflussen die Wirkung ganz erheblich.

Die moderne Cannabistherapie berücksichtigt deshalb nicht nur die Einteilung in Indica oder Sativa, sondern das gesamte Wirkstoffprofil einer Sorte. Die individuellen Beschwerden, die Verträglichkeit und die Begleitung durch einen Arzt sind wichtige Faktoren bei der Behandlung.

FAQ

Welche Cannabis-Sorte eignet sich am besten bei Schlafstörungen?

Bei Schlafstörungen verschreiben Ärzte häufig beruhigende, Indica-dominante Sorten mit hohem Myrcen-Gehalt. Dazu gehören unter anderem Pink Kush, Bubba Kush oder Tilray THC25 Indica.

Was ist der Unterschied zwischen THC und CBD?

THC wirkt psychoaktiv und kann Schmerzen lindern, den Appetit steigern oder beruhigend wirken. CBD verursacht keinen Rauschzustand und wird eher mit entspannenden und entzündungshemmenden Eigenschaften verbunden.

Können zwei Cannabis-Sorten mit gleichem THC-Gehalt unterschiedlich wirken?

Ja. Neben THC beeinflussen auch CBD und Terpene wie Myrcen oder Limonen die Wirkung. Deshalb können zwei Sorten mit identischem THC-Wert völlig unterschiedliche Effekte auslösen.

Kann man medizinisches Cannabis online verschrieben bekommen?

Ja. Patienten können medizinisches Cannabis auch über telemedizinische Plattformen wie DoktorABC erhalten. Voraussetzung bleibt jedoch immer eine ärztliche Beratung und Prüfung der Beschwerden.

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