Geschlechtskrankheiten-Test beim Mann: Testvarianten, Ablauf und Ergebnisse
- Welcher Unterschied zwischen Routine- und Anlasstests besteht
- Wie der Testablauf konkret aussieht
- Welche Probenarten es gibt und wann sie zum Einsatz kommen
- Wie lange das diagnostische Fenster je nach Erreger dauert
- Welche Anlaufstellen für einen Test infrage kommen
- Was ist ein Geschlechtskrankheiten-Test beim Mann?
- Wie läuft ein Test auf Geschlechtskrankheiten beim Mann ab?
- Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Test auf Geschlechtskrankheiten?
- Wo können sich Männer auf Geschlechtskrankheiten testen lassen?
- Fazit: Je früher Geschlechtskrankheiten erkannt werden, desto besser
Was ist ein Geschlechtskrankheiten-Test beim Mann?
Ein Geschlechtskrankheiten-Test beim Mann untersucht Urin-, Abstrich- oder Blutproben auf sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhö, HIV, Syphilis oder Hepatitis. Je nachdem, aus welchem Grund Sie sich testen lassen, unterscheidet man zwischen Routine- und Anlasstests.
Routinetest: Sie lassen sich vorsorglich testen, auch ohne Beschwerden, zum Beispiel:
- Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr
- Bei einem neuen Sexualpartner oder häufig wechselnden Partnern
- Als Teil regelmäßiger Vorsorge, etwa alle 6 bis 12 Monate bei erhöhtem Risiko
Anlasstest: Sie lassen sich testen, weil konkrete Beschwerden aufgetreten sind, zum Beispiel:
- Brennen beim Wasserlassen
- Ausfluss aus der Harnröhre
- Hautveränderungen, Bläschen oder Geschwüre im Genitalbereich
- Juckreiz oder Schmerzen im Intimbereich
Routinetest schützt nicht nur Sie selbst, sondern auch Ihre Partnerinnen und Partner, da viele Geschlechtskrankheiten zunächst keine Symptome verursachen.
Gut zu wissen
Ein Test auf Geschlechtskrankheiten ist nichts, wofür man sich schämen muss. Er zeigt nur, dass Sie verantwortungsbewusst mit Ihrer Gesundheit umgehen.
Wie läuft ein Test auf Geschlechtskrankheiten beim Mann ab?
Der Ablauf eines Geschlechtskrankheiten-Tests beim Mann hängt davon ab, auf welchen Erreger getestet wird. Je nach Verdacht kommen drei Probenarten zum Einsatz:
Urinprobe: Für Chlamydien und Gonorrhoe genügt meist eine sogenannte Erststrahlurinprobe. Sie sollten vor der Probenentnahme mindestens eine Stunde nicht uriniert haben, damit die Erreger in ausreichender Konzentration nachweisbar sind.
Abstriche: Je nach Sexualpraktiken kommen unterschiedliche Abstriche infrage:
- Urethral (aus der Harnröhre)
- Oral (aus dem Rachenraum)
- Anal (aus dem Enddarm)
Bluttest: Für HIV, Syphilis und Hepatitis wird eine Blutprobe entnommen. Bei diesen Infektionen lässt sich der Erreger nicht direkt aus Urin oder Abstrich nachweisen, sondern über Antikörper oder Antigene im Blut.
Laut dem Robert Koch-Institut wurden 2024 in Deutschland 9.519 Syphilis-Fälle gemeldet, ein neuer Höchststand. Über 90 % der gemeldeten Fälle betreffen Männer, am häufigsten Männer zwischen 30 und 39 Jahren. Das zeigt, wie wichtig regelmäßige Tests gerade für diese Altersgruppe sind.
Achtung !
Welche Probenarten notwendig sind, hängt von Ihrer individuellen Risikosituation ab, etwa welche Sexualpraktiken Sie ausüben und welche Symptome vorliegen. Ihr Arzt wird Sie im Vorfeld dazu beraten.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Test auf Geschlechtskrankheiten?
Nach einem möglichen Risikokontakt braucht Ihr Körper etwas Zeit, bis sich eine Infektion überhaupt im Test zeigt. Diesen Zeitraum nennt man diagnostisches Fenster. Testen Sie zu früh, kann das Ergebnis negativ ausfallen, obwohl Sie sich bereits angesteckt haben.
Wie lange Sie warten sollten, hängt vom jeweiligen Erreger und der Testart ab:
- Chlamydien und Gonorrhoe: zuverlässig nachweisbar etwa 2 Wochen nach dem Risikokontakt
- HIV: bei einem Labortest ein sicheres Ergebnis frühestens nach 6 Wochen; bei einem Schnelltest oder Selbsttest, etwa aus der Apotheke, erst nach 12 Wochen
- Syphilis: hier kann es bis zu 12 Wochen dauern, je nach Testverfahren
- Hepatitis B und C: in der Regel 6 bis 8 Wochen
Haben Sie akute Symptome wie Fieber, Hautausschlag, ungewöhnlichen Ausfluss oder Schmerzen beim Wasserlassen? Warten Sie in diesem Fall nicht auf das Ende des diagnostischen Fensters, sondern lassen Sie sich zeitnah beraten und testen.
Achtung !
Ein negatives Ergebnis vor Ablauf des diagnostischen Fensters gibt Ihnen noch keine Sicherheit. Besprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Arzt, ob eine Wiederholung sinnvoll ist.
Wo können sich Männer auf Geschlechtskrankheiten testen lassen?
Je nachdem, welche Aspekte Ihnen besonders wichtig sind, stehen Ihnen mehrere gute Wege offen, sich testen zu lassen:
- Urologen: Sie sind auf Männergesundheit spezialisiert und daher die richtige Adresse, wenn bereits Beschwerden im Genitalbereich bestehen, etwa Ausfluss, Schmerzen oder Hautveränderungen. Ein Vorteil: Bei Bedarf kann direkt vor Ort untersucht und behandelt werden.
- Hausärzte: Für viele ist der Hausarzt oder die Hausärztin der naheliegendste erste Ansprechpartner, gerade wenn bereits ein vertrauensvolles Verhältnis besteht. Von dort aus erfolgt bei Bedarf auch die Überweisung an eine Fachpraxis.
- Gesundheitsamt: In vielen Städten bietet das örtliche Gesundheitsamt anonyme und teils kostenlose Beratungen und Tests an, insbesondere für HIV und Syphilis. Das ist eine gute Option, wenn Ihnen Anonymität besonders wichtig ist oder Sie die Kosten gering halten möchten.
- Telemedizinische Anbieter wie DoktorABC: Wer den Gang in eine Praxis lieber vermeiden möchte, kann sich bequem und diskret von zu Hause aus testen lassen, ganz ohne Wartezimmer und ohne unangenehme Gespräche. Die Probenentnahme erfolgt eigenständig mit einem Testkit, die Auswertung übernimmt ein zertifiziertes Labor.
Wer sich vor einem Test unsicher fühlt oder erst einmal anonym Fragen klären möchte, findet bei Liebesleben, einer Initiative des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (vormals BZgA), kostenlose telefonische und Online-Beratung sowie Hilfe bei der Suche nach einer Teststelle in der Nähe.
Gut zu wissen
Bei HIV oder Syphilis erfolgt eine anonyme Meldung ans Robert Koch-Institut zu Statistikzwecken, ganz ohne Namensnennung. Keine Sorge: Das hat für Sie persönlich keine weiteren Konsequenzen.
Fazit: Je früher Geschlechtskrankheiten erkannt werden, desto besser
Wer den Verdacht hat, an einer Geschlechtskrankheit zu leiden, sollte diesen so schnell wie möglich ärztlich untersuchen lassen. Denn auch in diesem Fall gilt: Eine frühe Diagnose führt in der Regel zu einem besseren Behandlungserfolg. Dabei ist falsche Scham fehl am Platz, denn Geschlechtskrankheiten kommen häufiger vor, als Sie vielleicht denken. Sollten Sie den Gang in die Praxis dennoch scheuen, sind Geschlechtskrankheitstests von zu Hause die ideale Wahl.