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Wegovy Tabletten Nebenwirkungen: Häufige Beschwerden und ernste Warnzeichen 

DoktorABC Redaktionsteam
Zuverlässige und geprüfte medizinische Informationen, zusammengestellt von unserem Redaktionsteam und Ärzten. Redaktionsprozess.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Wegovy Tabletten betreffen den Magen-Darm-Trakt, vor allem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen. Laut aktueller Packungsbeilage (Stand: Juli 2026) treten sie hauptsächlich während der Dosissteigerung auf und verschwinden normalerweise mit der Zeit. Schwerwiegende Nebenwirkungen wie eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder eine schwere allergische Reaktion sind ein Notfall.

Medizinisch geprüft: Dieser Artikel wird redaktionell erstellt und vor Veröffentlichung von ärztlichem Fachpersonal auf inhaltliche Richtigkeit geprüft.

 
Hier erfahren Sie
  • Welche Nebenwirkungen von Wegovy Tabletten sehr häufig, häufig oder gelegentlich auftreten
  • Warum Semaglutid vor allem Magen-Darm-Beschwerden verursacht
  • Was bei leichten Beschwerden hilft und wann Sie die Arztpraxis kontaktieren sollten
  • Welche Warnzeichen sofort ärztliche Hilfe erfordern
  • Für wen das Risiko für Nebenwirkungen erhöht ist
  • Ob sich die Nebenwirkungen von Tablette und Spritze unterscheiden
  • Wie Sie Nebenwirkungen melden können

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Welche Nebenwirkungen haben Wegovy Tabletten?

Wegovy Tabletten können eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen, am häufigsten betreffen sie den Magen-Darm-Trakt. Laut Packungsbeilage treten sie hauptsächlich während der Dosissteigerung auf und verschwinden normalerweise mit der Zeit. Wie oft und wie stark Beschwerden auftreten, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich.

Die Packungsbeilage ordnet Nebenwirkungen nach Häufigkeit: Sehr häufig bedeutet mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig bis zu 1 von 10 und gelegentlich bis zu 1 von 100. 

Welche Nebenwirkungen sind sehr häufig?

Mehr als 1 von 10 Behandelten entwickeln Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Bauchschmerzen. Ebenso sehr häufig sind ein Schwächegefühl oder Müdigkeit sowie eine Magenverstimmung oder Verdauungsstörungen. 

Welche Nebenwirkungen sind häufig oder gelegentlich?

Bis zu 1 von 10 Behandelten sind von den folgenden Nebenwirkungen betroffen:

  • Weitere Verdauungsbeschwerden wie Aufstoßen, Blähungen, ein aufgeblähter Bauch, eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) sowie Reflux oder Sodbrennen kommen häufig vor.
  • Auch Schwindelgefühl, Geschmacksveränderungen und veränderte Hautempfindungen wie Kribbeln oder Brennen können auftreten.
  • Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen außerdem Gallensteine und Haarausfall.
  • Bei Typ-2-Diabetes sind Unterzuckerungen (Hypoglykämien) und Komplikationen einer bestehenden diabetischen Augenerkrankung häufig.

Gelegentlich kommt es zu niedrigem Blutdruck, Schwindel beim Aufstehen, Herzrasen, erhöhten Bauchspeicheldrüsenenzymen im Blut oder einer verzögerten Magenentleerung. Zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen zählen eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), die gelegentlich auftritt, und schwere allergische Reaktionen, die selten sind. 

Sehr selten kommt es zu einem plötzlichen Sehverlust auf einem Auge durch eine Durchblutungsstörung des Sehnervs (NAION). 

Gut zu wissen

In der Zulassungsstudie OASIS 4 trat Übelkeit bei 46,6 Prozent der Teilnehmenden unter Semaglutid-Tabletten auf, unter Placebo bei 18,6 Prozent. Die meisten Magen-Darm-Beschwerden waren leicht bis mittelschwer. Bei 3,4 Prozent der Behandelten führten sie zu einem dauerhaften Therapieabbruch. 

Warum verursachen Wegovy Tabletten Magen-Darm-Beschwerden? 

Die Magen-Darm-Beschwerden hängen mit der Wirkweise von Semaglutid zusammen. Der Wirkstoff ahmt das Darmhormon GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) nach, das nach dem Essen freigesetzt wird. Semaglutid wirkt auf Bereiche im Gehirn, die Hunger und Sättigung steuern. Außerdem verlangsamt es nach den Mahlzeiten leicht die Magenentleerung.

Die Nahrung bleibt dadurch länger im Magen, was Völlegefühl, Übelkeit oder Aufstoßen begünstigen kann. Welche Mechanismen im Einzelnen beteiligt sind, ist noch nicht vollständig geklärt. 

Die Behandlung beginnt deshalb mit einer niedrigen Dosis von 1,5 mg täglich. Eine langsame Steigerung kann die Beschwerden verringern. In der Regel wird die Dosis alle vier Wochen erhöht, ab Woche 13 gilt dann die Erhaltungsdosis von 25 mg. Bei Bedarf kann die Ärztin oder der Arzt eine Dosisstufe länger beibehalten. 

Was hilft bei leichten Nebenwirkungen?

Leichte Magen-Darm-Beschwerden lassen sich oft mit einfachen Maßnahmen im Alltag lindern:

  • Wichtig ist, ausreichend zu trinken, weil Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu Flüssigkeitsverlust führen können. Das gilt besonders bei Nierenerkrankungen. Nach der Tabletteneinnahme sollten allerdings 30 Minuten vergehen, bevor Sie etwas essen oder trinken. 
  • Öfter kleinere Mahlzeiten und leichte Kost belasten den Magen weniger als große Portionen. 
  • Wer langsam isst und gut kaut, nimmt das eigene Sättigungsgefühl besser wahr und kann rechtzeitig aufhören. Für eine kleinere Mahlzeit sind etwa 20 Minuten sinnvoll. 
  • Bei anhaltenden oder belastenden Beschwerden ist ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt sinnvoll, etwa wenn sie länger als einige Tage andauern oder den Alltag deutlich einschränken.

Die Dosis eigenständig zu verringern, Tabletten auszulassen oder die Behandlung abzubrechen, ist nicht zu empfehlen. Auch rezeptfreie Mittel gegen Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung sollten Sie vorher mit der Arztpraxis oder Apotheke abstimmen. Andere Arzneimittel dürfen frühestens 30 Minuten nach der Tablette eingenommen werden. 

Achtung !

Weniger Appetit bedeutet oft auch weniger Nährstoffe. Menschen unter GLP-1-Medikamenten nehmen laut Auswertungen etwa 16 bis 39 Prozent weniger Energie auf und verlieren dabei auch Muskelmasse. Wer dauerhaft sehr wenig isst, riskiert einen Mangel an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Anzeichen wie starke Müdigkeit oder Muskelschwäche sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei einer Magersucht kann die Einnahme sogar lebensbedrohlich sein. 

Welche Warnzeichen erfordern sofort ärztliche Hilfe?

„Also im Vordergrund stehen natürlich diese Magen-Darm-Nebenwirkungen, die meistens relativ mild sind, aber nicht immer“, sagt der Ernährungsmediziner Prof. Hans Hauner bei einer Expertenrunde zur Abnehmtablette. 

Einige Beschwerden können jedoch auf eine seltene, aber ernste Nebenwirkung hinweisen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Symptome meist von selbst vorübergehen, welche ärztlich abgeklärt werden sollten und wann sofort Hilfe nötig ist.

Wer außerhalb der Sprechzeiten ärztlichen Rat braucht, erreicht den Bereitschaftsdienst unter 116117, bei Lebensgefahr den Rettungsdienst unter 112. 

Häufig, meist vorübergehend Ärztlich abklären lassen Sofort ärztliche Hilfe, bei Lebensgefahr 112
Übelkeit, Durchfall, Völlegefühl Erbrechen oder Durchfall über mehrere Tage, zu wenig Flüssigkeit im Körper Starke, anhaltende Bauchschmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlen können (Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenentzündung)
Aufstoßen, Blähungen, Sodbrennen Schmerzattacken im rechten Oberbauch, Fieber, Gelbfärbung von Haut oder Augen (Hinweise auf Gallensteine) Schwere Verstopfung mit Bauchschmerzen, Blähungen und Erbrechen (möglicher Darmverschluss)
Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel Anzeichen einer Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes wie kalter Schweiß, Zittern oder Herzrasen Atemnot, rasche Schwellung von Gesicht oder Rachen (schwere allergische Reaktion); schwere Unterzuckerung mit Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung
Geschmacksveränderungen Sehstörungen bei bekannter diabetischer Augenerkrankung Plötzlicher, schmerzloser Sehverlust auf einem Auge

Bestätigt sich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, darf Semaglutid nicht wieder angewendet werden. Auch bei einer bestätigten NAION sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Für wen ist das Risiko für Nebenwirkungen erhöht?

Bestimmte Vorerkrankungen und Medikamente erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen. In diesen Situationen ist eine besonders sorgfältige ärztliche Begleitung nötig:

  • Wer zusätzlich Insulin oder Sulfonylharnstoffe anwendet, hat ein höheres Risiko für Unterzuckerungen. Zur 25-mg-Tablette bei mit Insulin behandeltem Typ-2-Diabetes gibt es nur wenige Erfahrungen.
  • Bei einer diabetischen Augenerkrankung kann sich das Sehvermögen vorübergehend verschlechtern. Bei unkontrollierter Retinopathie wird die Behandlung nicht empfohlen.
  • Eine Gastroparese (verzögerte Magenentleerung) kann zu schwereren Magen-Darm-Nebenwirkungen führen. Bei entzündlichen Darmerkrankungen liegen nur wenige Erfahrungen vor.
  • Bei stark eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion wird Semaglutid nicht empfohlen. Bei mittelschwerer Nierenschwäche treten Magen-Darm-Beschwerden häufiger auf.
  • Nach einer früheren Bauchspeicheldrüsenentzündung ist besondere Vorsicht geboten.
  • In Schwangerschaft und Stillzeit darf Semaglutid nicht angewendet werden. Bei Kinderwunsch muss es mindestens zwei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden.
  • Andere Mittel zur Gewichtsreduktion oder weitere GLP-1-Medikamente sollten nicht gleichzeitig angewendet werden.

Achtung !

Vor einer Operation mit Narkose oder tiefer Sedierung sollten Sie das Behandlungsteam über die Einnahme informieren. Durch die verzögerte Magenentleerung kann Mageninhalt zurückbleiben und in die Lunge gelangen. Bei Patientinnen und Patienten unter GLP-1-Medikamenten wurden solche Fälle von Aspirationspneumonie berichtet. 

Haben Wegovy Tabletten andere Nebenwirkungen als die Spritze? 

Die Nebenwirkungen der Semaglutid-Tabletten ähneln denen der Spritze, weil beide denselben Wirkstoff enthalten. Laut Fachinformation entspricht das Sicherheitsprofil der Tablette dem der Spritze. Auch im Zulassungsverfahren wurde es als vergleichbar bewertet. 

Eine Studie, die beide Darreichungsformen direkt vergleicht, liegt allerdings nicht vor. Die Häufigkeitsangaben für die Tablette beruhen überwiegend auf vier großen Studien zur Spritze mit insgesamt 2650 Behandelten, darunter STEP 1 und STEP 2, die Menschen mit Typ-2-Diabetes einschloss.

Ergänzt werden sie durch die Zulassungsstudie der Tablette, OASIS 4, mit 307 Teilnehmenden. 

Zwei Unterschiede sind bekannt. Verdauungsstörungen (Dyspepsie) traten unter der Tablette häufiger auf als in Studien zur Spritze. Reaktionen an der Einstichstelle, die bei der Spritze zu den häufigen Nebenwirkungen zählen, entfallen naturgemäß bei der Tablette. 

„Das Nebenwirkungsprofil unterscheidet sich nicht relevant zur Subkutantherapie“, sagt Dr. Nina Meyer, Leiterin der Endokrinologie am Adipositaszentrum der Charité. Daten aus dem Behandlungsalltag fehlen für die Tablette laut Meyer bislang weitgehend.

Gut zu wissen

Haarausfall trat in OASIS 4 bei 6,4 Prozent der Teilnehmenden unter Semaglutid-Tabletten auf, unter Placebo bei 2,0 Prozent. Betroffen waren vor allem Personen mit einem Gewichtsverlust von 20 Prozent oder mehr. Alle Fälle waren leicht oder mittelschwer, bei der Hälfte hatte sich der Haarausfall bis zum Studienende zurückgebildet. 

Wie können Sie Nebenwirkungen melden? 

Nebenwirkungen besprechen Sie am besten zuerst mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke. Ein Verdacht kann zusätzlich direkt beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden, etwa über das gemeinsame Meldeportal mit dem Paul-Ehrlich-Institut.

Gemeldet werden dürfen auch bekannte Nebenwirkungen aus der Packungsbeilage, denn das hilft, ihre Häufigkeit besser einzuschätzen. Das schwarze Dreieck (▼) in der Packungsbeilage zeigt, dass Wegovy Tabletten zusätzlich überwacht werden.  

Fazit - Nebenwirkungen von Semaglutid-Tabletten sind meist vorübergehend 

Die häufigsten Nebenwirkungen von Wegovy Tabletten betreffen Magen und Darm und treten vor allem während der Dosissteigerung auf. Bei den meisten Behandelten lassen sie mit der Zeit nach. Starke, anhaltende Bauchschmerzen, Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion oder ein plötzlicher Sehverlust erfordern dagegen sofort ärztliche Hilfe.

Bei Vorerkrankungen oder weiteren Medikamenten ist eine engmaschige ärztliche Begleitung besonders wichtig.

FAQ

Wie lange hält die Übelkeit bei Wegovy Tabletten an?

Eine genaue Dauer nennt die Fachinformation für die Tablette nicht. In der Zulassungsstudie waren die meisten Magen-Darm-Beschwerden leicht bis mittelschwer und von kurzer Dauer. Anhaltende Übelkeit sollte ärztlich abgeklärt werden.

Werden die Nebenwirkungen nach einer Dosiserhöhung stärker?

Magen-Darm-Beschwerden werden hauptsächlich während der Dosissteigerung beobachtet und können nach jeder Erhöhung erneut auftreten. Halten sie an, kann die Ärztin oder der Arzt die bisherige Dosisstufe länger beibehalten.

Kommt Haarausfall vom Medikament oder vom schnellen Abnehmen?

Das lässt sich nicht eindeutig trennen. Haarausfall trat häufiger bei starkem Gewichtsverlust auf. Auch ein Nährstoffmangel durch geringere Nahrungsaufnahme kann Haarausfall begünstigen. Eine Auswertung bei Typ-2-Diabetes fand unter GLP-1-Medikamenten zudem ein etwas höheres Risiko als unter anderen Diabetesmitteln.

Wann sind Bauchschmerzen unter Wegovy Tabletten ein Notfall?

Starke, anhaltende Bauchschmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlen können, sind ein Warnzeichen für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung und erfordern sofort ärztliche Hilfe. Da ähnliche Beschwerden auch bei einem Herzinfarkt auftreten können, ist im Zweifel die 112 zu wählen.

Sind Wegovy Tabletten besser verträglich als die Spritze?

Die Verträglichkeit ist weitgehend gleich, weil beide Semaglutid enthalten. Wer Einstiche vermeiden möchte, hat bei der Tablette keine Hautreaktionen, dafür traten Verdauungsstörungen etwas häufiger auf.

Beeinträchtigen Wegovy Tabletten die Fahrtüchtigkeit?

In der Regel nicht. Vor allem in den ersten vier Monaten kann jedoch Schwindel auftreten. Bei Typ-2-Diabetes mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen kann zudem eine Unterzuckerung die Konzentration beeinträchtigen.

Beeinflussen Wegovy Tabletten die Wirkung anderer Medikamente?

Das ist möglich, weil Semaglutid die Magenentleerung verzögert. Bei Levothyroxin stieg die Aufnahme des Schilddrüsenhormons um 33 Prozent, daher sollten die Schilddrüsenwerte überprüft werden. Bei Gerinnungshemmern wie Warfarin können häufigere Blutkontrollen nötig sein.

Was passiert, wenn versehentlich zu viele Tabletten eingenommen wurden?

In diesem Fall sollte umgehend die Ärztin oder der Arzt kontaktiert werden. Möglich sind vor allem Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, die zu Flüssigkeitsverlust führen können. Zwei Tabletten auf einmal sind nicht vorgesehen.

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