Perimenopause-Symptome: Welche Anzeichen gibt es?
- Was die Perimenopause ist und wie sie sich von den Wechseljahren unterscheidet
- Welche körperlichen Symptome in der Perimenopause auftreten
- Wie sich der Zyklus während der Perimenopause verändert
- Welche Hautveränderungen typisch sind und wie sie behandelt werden
- Welche emotionalen und kognitiven Symptome auftreten können
- Ab wann Perimenopause-Symptome üblicherweise beginnen
- Wie lange die einzelnen Phasen der Perimenopause dauern
- Wann ärztliche Beratung notwendig ist
- Welche Behandlungsmöglichkeiten in Deutschland verfügbar sind
- Was ist die Perimenopause und wie unterscheidet sie sich von den Wechseljahren?
- Welche körperlichen Symptome treten in der Perimenopause auf?
- Wie verändert sich der Zyklus während der Perimenopause?
- Welche Hautveränderungen sind typisch für die Perimenopause?
- Welche emotionalen und kognitiven Symptome können auftreten?
- Ab wann beginnen Perimenopause-Symptome?
- Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
- Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
- Fazit - Was Sie über Perimenopause-Symptome wissen sollten
Was ist die Perimenopause und wie unterscheidet sie sich von den Wechseljahren?
Perimenopause bezeichnet die Übergangsphase vor der Menopause, in der die Eierstockfunktion allmählich nachlässt. Sie beginnt durchschnittlich im Alter von 47,5 Jahren und dauert etwa 4 bis 8 Jahre. Die Menopause selbst markiert den Zeitpunkt der letzten Menstruation, der erst rückblickend nach 12 monatelangem Ausbleiben der Periode bestätigt werden kann.
Der Begriff »Perimenopause« stammt aus dem Griechischen (»peri« bedeutet »um...herum«) und beschreibt treffend diese Phase »rund um die Menopause«. Während dieser Zeit schwanken die Hormonspiegel erheblich, bevor sie dauerhaft absinken.
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) definiert in ihrer S3-Leitlinie »Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen« diese Phase als Zeitraum mit beginnender Lutealphaseninsuffizienz bis zur letzten Menstruation.
Hauptunterschiede zwischen Perimenopause und Menopause:
- Perimenopause: Übergangsphase mit unregelmäßigen Zyklen, Menstruation tritt noch auf
- Menopause: Exakter Zeitpunkt der letzten Regelblutung (in der Rückschau nach 12 Monaten feststellbar)
- Postmenopause: Phase nach der Menopause, die etwa im Alter von 52 Jahren bei der Hälfte aller Frauen beginnt
Die hormonellen Veränderungen während der Perimenopause sind komplex. Zunächst steigt das follikelstimulierende Hormon (FSH), das die Eierstöcke zu verstärkter Östrogenproduktion anregt. Diese Östrogenschwankungen können zunächst zu sehr hohen Spiegeln führen, die Brustspannen verursachen.
Fallen die Spiegel zur Menstruation ab, treten Hitzewallungen und Schweißausbrüche auf. Gleichzeitig nimmt die Progesteronproduktion ab, da Eisprünge seltener werden.
Dr. Katrin Schaudig, Präsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft, erklärt zur Diagnostik:
„Die aktuelle S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Peri- und Postmenopause empfiehlt, dass die Überprüfung eines Hormonstatus nur bei Frauen zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr mit Symptomen wie zum Beispiel Hitzewallungen und Zyklusveränderungen sowie bei Frauen unter 40 Jahren mit Hinweisen auf eine eingeschränkte Eierstockfunktion erfolgen sollte.“
Welche körperlichen Symptome treten in der Perimenopause auf?
Körperliche Perimenopause-Symptome entstehen durch hormonelle Schwankungen und betreffen bis zu 85 Prozent aller Frauen unterschiedlich stark. Hitzewallungen sind am häufigsten: Eine aktuelle Studie dokumentierte durchschnittlich 10,8 Hitzewallungen pro Tag bei Frauen in der Perimenopause, davon 2,6 nächtliche Episoden.
Die durchschnittliche Dauer dieser Symptome liegt bei 7,4 Jahren, kann aber individuell bis zu 14 Jahre oder länger andauern.
Nächtliche Schweißausbrüche stören die Tiefschlafphasen. Betroffene wachen häufig zwischen 3 und 4 Uhr schweißgebadet auf. Der sinkende Progesteronspiegel beeinträchtigt zusätzlich die Schlafqualität, da das Hormon beruhigend wirkt. Chronische Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit sind häufige Folgen.
Gewichtszunahme tritt trotz unveränderter Ernährung auf, besonders im Bauchbereich. Der Stoffwechsel verlangsamt sich durch den Hormonabfall. Gelenkschmerzen entstehen durch verminderte Durchblutung und reduzierte Kollagenproduktion. Rückenschmerzen sind besonders verbreitet.
| Symptom | Häufigkeit | Typische Dauer |
|---|---|---|
| Hitzewallungen | 75-85% | 7,4 Jahre (Durchschnitt) |
| Nächtliche Schweißausbrüche | 60-70% | 5–10 Jahre |
| Schlafstörungen | 40-60% | Variable Dauer |
| Gewichtszunahme | 50-70% | Anhaltend ohne Intervention |
| Gelenkschmerzen | 50-60% | Variable Dauer |
| Konzentrationsstörungen | 60-70% | Meist vorübergehend |
Gut zu wissen
Die International Menopause Society betont, dass Bewegung, ausgewogene Ernährung und Stressmanagement die Symptome deutlich lindern können.
Wie verändert sich der Zyklus während der Perimenopause?
Perimenopause-Symptome zeigen sich durch zunehmende Unregelmäßigkeiten im Zyklus. Typisch für den Beginn sind verkürzte Zyklen von etwa 21 Tagen mit drei bis fünf Tagen Blutung. In der späten Perimenopause verlängern sich die Abstände zwischen den Blutungen. Oft vergehen Wochen oder Monate ohne Periode, bevor erneut starke Blutungen auftreten können.
Zwischenblutungen und Schmierblutungen sind häufig. Starke Blutungen mit Blutklumpen entstehen durch das Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron. Bei Blutungen über acht Tage oder sehr starkem Blutverlust sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, um einen Eisenmangel zu vermeiden.
Welche Hautveränderungen sind typisch für die Perimenopause?
Perimenopause-Symptome der Haut entstehen durch Hormonschwankungen. Der sinkende Östrogenspiegel reduziert die Kollagenproduktion, wodurch die Haut dünner, trockener und weniger elastisch wird. In den ersten fünf Jahren nach der Menopause kommt es zu einem Rückgang des Hautkollagens von etwa 30 Prozent. Die Oberhaut kann sich in ihrer Dicke um bis zu 50 Prozent reduzieren.
Paradoxerweise treten gleichzeitig Hautunreinheiten auf. Der relative Testosteronüberschuss regt die Talgproduktion an, was verstopfte Poren begünstigt. Ab und zu entwickelt sich in der Menopause eine unangenehme Akne, wie in der Pubertät, erklärt die Schweizerische Menopausengesellschaft. Zusätzlich wird die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung.
Welche emotionalen und kognitiven Symptome können auftreten?
Hormonelle Schwankungen beeinflussen auch Stimmung und Kognition. Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und erhöhte emotionale Sensibilität sind häufig. Manche Frauen erleben depressive Verstimmungen oder Ängstlichkeit, besonders während starker Hormonschwankungen.
Kognitive Beeinträchtigungen wie Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme werden oft als »Brain Fog« beschrieben. Diese Symptome verschlimmern sich häufig durch Schlafmangel aufgrund nächtlicher Schweißausbrüche. Die meisten kognitiven Beschwerden sind vorübergehend und bessern sich nach der hormonellen Stabilisierung.
Achtung!
Anhaltende oder schwere depressive Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden, da sie nicht allein auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen sein müssen. Professionelle Unterstützung ist wichtig.
Ab wann beginnen Perimenopause-Symptome?
Erste Anzeichen können bereits ab Mitte 30 bis Anfang 40 auftreten, wobei die typische Perimenopause meist 4–8 Jahre dauert und ein Jahr nach der letzten Regelblutung endet.
Erste Symptome sind oft unregelmäßige Zyklen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, erklärt Prof. Dr. Thomas Römer von der Deutschen Menopause Gesellschaft. Diese entwickeln sich schleichend und werden häufig nicht sofort als Wechseljahresbeschwerden erkannt.
Gut zu wissen
Der Zeitpunkt der Perimenopause ist zu 40–85 % genetisch bestimmt. Die Hälfte aller Frauen erlebt die Wechseljahre etwa im gleichen Alter wie ihre Mutter. Auch Symptome wie Hitzewallungen zeigen familiäre Häufungen. Ein Gespräch mit der Mutter, Tante oder Großmutter kann daher hilfreiche Hinweise auf den eigenen Verlauf geben.
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn Beschwerden die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Frauen fühlt sich stark beeinträchtigt und profitiert von medizinischer Unterstützung.
Dringend ärztlich abklären sollten Sie:
- Sehr starke oder langanhaltende Blutungen
- Blutungen in der Postmenopause (nach 12 Monaten ohne Periode)
- Symptome vor dem 40. Lebensjahr
- Schwere depressive Verstimmungen oder Angstzustände
- Massive Schlafstörungen über längeren Zeitraum
Dr. Katrin Schaudig betont: „Entscheidender ist, ob und welche Symptome eine Frau genau hat.“ Ein Hormonstatus ist in der frühen Perimenopause oft noch unauffällig und nicht immer aussagekräftig. Die Diagnose erfolgt primär aufgrund der Beschwerden und des Alters.
Achtung!
Nicht alle Symptome sind harmlose Wechseljahresbeschwerden. Starke oder langanhaltende Blutungen können auf Myome, Polypen oder Endometriumveränderungen hinweisen. Blutungen nach 12 Monaten ohne Periode (in der Postmenopause) müssen immer gynäkologisch abgeklärt werden, da sie ein Warnsignal für ernsthafte Erkrankungen sein können.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Beschwerden und erfolgt individuell. Bei hohem Leidensdruck empfiehlt sich eine Hormonersatztherapie (HRT) mit Östrogen und Gestagen, idealerweise als Gel, Spray oder Pflaster über die Haut.
Hormonelle Behandlung:
- Östrogen-Gestagen-Kombinationen lindern Hitzewallungen, Schlafstörungen und urogenitale Beschwerden
- Bei Libidoverlust kann topisches Testosteron off-label zusätzlich eingesetzt werden, wenn HRT allein nicht ausreicht
- Lokale Östrogenpräparate (Cremes, Zäpfchen) helfen bei Scheidentrockenheit
Nicht-hormonale Optionen:
- Pflanzliche Präparate wie Traubensilberkerze bei leichten bis mittleren Beschwerden
- Antidepressiva in niedriger Dosis gegen Hitzewallungen
- Physiotherapie bei Beckenbodenschwäche
Lebensstil:
- Ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kalzium und Vitamin D
- Regelmäßige Bewegung erhält Muskel- und Knochenmasse
- Stressreduktion verbessert Schlaf und Stimmung
Die Entscheidung für oder gegen eine Therapie erfolgt nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung mit dem behandelnden Arzt.
Fazit – Was Sie über Perimenopause-Symptome wissen sollten
Die Perimenopause ist eine natürliche Übergangsphase, die durchschnittlich mit etwa 47 Jahren beginnt und bis zu 10 Jahre dauern kann. Die Symptome variieren stark zwischen Frauen – von kaum spürbaren Veränderungen bis zu erheblichen Beschwerden.
Typische Anzeichen sind unregelmäßige Zyklen, Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Auch körperliche Veränderungen an Haut, Haaren und Schleimhäuten sind häufig. Kognitive Symptome wie Konzentrationsstörungen betreffen etwa 60–70 % der Frauen.
Bei starken Beschwerden stehen wirksame Behandlungen zur Verfügung. Die Hormonersatztherapie lindert viele Symptome effektiv, wenn sie rechtzeitig begonnen wird. Auch nicht-hormonale Ansätze und Lebensstil-Anpassungen können helfen.
Beschwerden müssen nicht hingenommen werden, ein offenes Gespräch mit dem Frauenarzt ermöglicht eine individuelle Behandlung, die die Lebensqualität deutlich verbessert.
FAQ
Kann ich während der Perimenopause noch schwanger werden?
Ja, eine Schwangerschaft ist weiterhin möglich. Obwohl die Fruchtbarkeit abnimmt und Eisprünge unregelmäßiger werden, können sie noch auftreten. Bis zur letzten Regelblutung liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa 10%. Eine zuverlässige Verhütung wird bis mindestens 12 Monate nach der letzten Periode empfohlen.
Wie unterscheide ich Perimenopause-Symptome von PMS?
Beide können Stimmungsschwankungen, Brustspannen und Reizbarkeit verursachen. Der Hauptunterschied: PMS-Symptome treten regelmäßig vor der Periode auf und verschwinden danach. Perimenopause-Beschwerden sind unvorhersehbar, halten länger an und werden von Zyklusunregelmäßigkeiten begleitet.
Hitzewallungen sind typisch für die Perimenopause, nicht für PMS.
Helfen pflanzliche Mittel gegen Perimenopause-Beschwerden?
Traubensilberkerze (Cimicifuga) hat sich bei leichten bis mittleren Beschwerden als wirksam erwiesen. Die Wirkung setzt nach etwa 4–8 Wochen ein. Auch Johanniskraut kann bei depressiven Verstimmungen helfen. Bei starken Beschwerden reichen pflanzliche Präparate meist nicht aus.
Verschlimmern sich die Symptome mit der Zeit?
Nicht zwingend. Viele Beschwerden wie Hitzewallungen erreichen ihren Höhepunkt in der späten Perimenopause und um die Menopause herum.
Nach hormoneller Stabilisierung in der Postmenopause bessern sich die meisten Symptome. Je früher Symptome beginnen, desto länger können sie anhalten – durchschnittlich 7,4 Jahre.
Kann Sport die Perimenopause-Symptome lindern?
Ja, regelmäßige Bewegung hilft nachweislich. Sport reduziert Hitzewallungen, verbessert den Schlaf und hebt die Stimmung. Krafttraining erhält Muskelmasse und Knochendichte, was in dieser Phase besonders wichtig ist. Bereits 30 Minuten moderate Bewegung an 5 Tagen pro Woche zeigen positive Effekte.