HEWENEURAL 1 prozent Injektionslösung Ampullen
Heweneural 1 % (zugelassen als Lidocain Hevert 1%) ist eine Injektionslösung zur örtlichen Betäubung. Der Wirkstoff Lidocainhydrochlorid gehört zu den Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ. Das Mittel wird in der Neuraltherapie eingesetzt und von einem Arzt in die Haut gespritzt. Jede Ampulle enthält 2 ml Lösung mit 20 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O.
Produktdetails
Produktname: HEWENEURAL 1 prozent Injektionslösung Ampullen
PZN: 03173043, 03173066
Hersteller: Hevert-Arzneimittel GmbH & Co. KG
Darreichungsform: Injektionslösung
Packungsgröße: 10X2 ml, 100X2 ml
Anwendungsgebiete
Das Mittel wird im Rahmen der Neuraltherapie angewendet, also nach deren Behandlungsprinzipien.
Dosierung
Das Mittel wird in der Regel von einem Arzt angewendet. Fragen Sie ihn, wenn Ihnen bei der Anwendung etwas unklar ist.
Grundsatz: Es wird immer nur die kleinste Dosis gegeben, die die gewünschte Wirkung erreicht. Der Arzt passt sie an den Einzelfall an.
Übliche Dosis für Erwachsene mit durchschnittlicher Körpergröße und Jugendliche über 15 Jahren, wenn der Arzt nicht anders vorgeht:
- Hautquaddeln: bis zu 20 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O (das sind bis zu 2 ml der Lösung) für jede Quaddel.
- In Gewebe, das Stoffe schnell aufnimmt, darf eine Einzeldosis nicht höher sein als: ohne gefäßverengenden Zusatz 300 mg, mit gefäßverengendem Zusatz 500 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O.
Kleinere Dosen sind grundsätzlich nötig bei schlechtem Allgemeinzustand oder veränderter Bindung an Bluteiweiße, z. B. bei schweren Nieren-, Leber- oder Tumorerkrankungen und in der Schwangerschaft.
- Nierenschwäche: Die Betäubung wirkt kürzer. Ursache ist, dass das Mittel schneller ins Blut übertritt, bedingt durch Übersäuerung des Blutes und ein erhöhtes Herzzeitvolumen.
- Lebererkrankungen: Säureamid-Lokalanästhetika werden schlechter vertragen, weil die Leber sie langsamer abbaut und weniger Eiweiß bildet, an das sie im Blut gebunden werden. Auch hier wird eine niedrigere Dosis empfohlen.
- Anfallsleiden: Auf Anzeichen am zentralen Nervensystem ist besonders zu achten. Schon bei nicht hohen Dosen steigt die Neigung zu Krampfanfällen.
- Herzschwäche oder bedeutsame Störungen der Erregungsbildung und -ausbreitung im Herzen: Die Dosis wird verringert, und die Herz- und Kreislaufwerte werden laufend kontrolliert, auch wenn die Betäubung schon nachgelassen hat. Trotzdem kann eine örtliche oder regionale Nervenblockade hier die beste Wahl sein.
- Kinder und ältere Menschen: Dosis einzeln nach Alter und Gewicht berechnen.
Erscheint Ihnen die Wirkung zu stark oder zu schwach, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Art der Anwendung: Die Lösung wird in die Haut gespritzt (intrakutan). Bei fortlaufender Anwendung werden nur niedrig konzentrierte Lidocainlösungen gegeben.
Jede Ampulle ist nur für eine einmalige Entnahme bestimmt und muss direkt nach dem Öffnen verwendet werden. Reste verwerfen.
Weitere Fragen zur Anwendung beantwortet Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker.
Anwendungsfehler und Überdosierung
Zu viel angewendet: In niedrigen schädlichen Dosen regt der Wirkstoff das zentrale Nervensystem an, in hohen schädlichen Dosen dämpft er es. Eine Vergiftung mit Lidocainhydrochlorid verläuft in 2 Phasen:
- Zuerst werden Sie unruhig, Ihnen ist schwindlig, Hören und Sehen sind gestört, und es kribbelt, vor allem an Zunge und Lippen. Die Sprache wird verwaschen. Schüttelfrost und Muskelzucken kündigen einen Krampfanfall an, der den ganzen Körper erfassen kann.
- Schreitet die Vergiftung des zentralen Nervensystems fort, arbeitet der Hirnstamm zunehmend schlechter. Die Atmung wird eingeschränkt, es kann zu Koma und bis zum Tod kommen.
Der behandelnde Arzt leitet je nach Krankheitszeichen sofort Notfallmaßnahmen ein und gibt Gegenmittel.
Gegenanzeigen
Nicht anwenden:
- wenn Sie überempfindlich auf örtliche Betäubungsmittel vom Säureamid-Typ reagieren,
- bei schweren Störungen der Erregungsleitung im Herzen (Herz-Reizleitungssystem),
- bei akutem Herzversagen (akutes Versagen der Herzleistung),
- bei einem Schock.
Vorsichtsmaßnahmen
Besondere Vorsicht ist nötig:
- bei Erkrankungen der Leber oder der Nieren,
- bei Myasthenia gravis (krankhafte Muskelschwäche),
- bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder bedeutsamen Störungen der Erregungsbildung und -ausbreitung im Herzen,
- bei einem Anfallsleiden (zerebrales Krampfleiden),
- wenn in entzündetes oder infiziertes Gewebe gespritzt werden soll; dort wird mehr Wirkstoff aufgenommen und die Wirkung ist schwächer.
Allergie: Wer auf Lidocainhydrochlorid 1 H2O allergisch ist, reagiert möglicherweise auch auf andere Säureamid-Lokalanästhetika (Kreuzallergie).
Kopf und Hals: Wird hier gespritzt, ist die Gefahr größer, weil Vergiftungserscheinungen am zentralen Nervensystem leichter auftreten.
Blutungsrisiko: Nehmen Sie Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien wie Heparin), nichtsteroidale Antirheumatika oder Plasmaersatzmittel, kann schon eine versehentlich verletzte Ader stark bluten; außerdem bluten Sie allgemein leichter. Vor der Anwendung sind passende Laborwerte zu bestimmen; die gerinnungshemmende Behandlung wird gegebenenfalls rechtzeitig abgesetzt. Bekommen Sie zur Thrombosevorbeugung niedermolekulares Heparin, ist besondere Vorsicht geboten.
Melkersson-Rosenthal-Syndrom: Allergische und giftige Reaktionen des Nervensystems auf örtliche Betäubungsmittel kommen dabei häufiger vor.
Was der Arzt beachtet: Er sorgt vorab für einen gut gefüllten Kreislauf, überwacht den Kreislauf sorgfältig und hält alles für Beatmung, Behandlung von Krampfanfällen und Wiederbelebung bereit. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, gilt außerdem:
- die Dosis so gering wie möglich wählen,
- bei Risikopatienten und höheren Dosen (mehr als 25 % der maximalen Einzeldosis auf einmal) einen Venenzugang für eine Infusion legen (Volumenersatz),
- meist ohne gefäßverengenden Zusatz arbeiten,
- den Patienten richtig lagern,
- vor dem Spritzen sorgfältig in zwei Ebenen ansaugen (aspirieren, mit Drehung der Kanüle),
- langsam spritzen,
- Blutdruck, Puls und Pupillengröße kontrollieren,
- allgemeine und besondere Gegenanzeigen sowie Wechselwirkungen beachten.
Wechselwirkungen
Sagen Sie Ihrem Arzt oder Apotheker, welche anderen Arzneimittel Sie einnehmen oder anwenden oder vor kurzem eingenommen oder angewendet haben, auch rezeptfreie.
- Gefäßverengende Mittel: Die Betäubung hält länger an.
- Secale-Alkaloide (z. B. Ergotamin) oder Epinephrin: Der Blutdruck kann stark abfallen.
- Beruhigungsmittel: Sie wirken ebenfalls auf das zentrale Nervensystem (ZNS) und können die schädliche Wirkung örtlicher Betäubungsmittel verändern; beide beeinflussen sich gegenseitig. Beruhigungsmittel heben die Krampfschwelle des ZNS an. Vorsicht ist geboten.
- Aprindin: Weil es chemisch ähnlich gebaut ist und ähnliche Nebenwirkungen hat, können sich die Nebenwirkungen verstärken.
- Bestimmte Herzmittel (Propranolol, Diltiazem, Verapamil): Lidocain wird langsamer ausgeschieden und kann sich im Körper anreichern. Vorsicht ist geboten.
- Andere örtliche Betäubungsmittel: Die Wirkungen auf Herz, Kreislauf und ZNS addieren sich.
- Cimetidin (ein H2-Blocker): Die Leber wird schlechter durchblutet und baut Lidocain langsamer ab. Schon nach einer Interkostalblockade (Betäubung zwischen den Rippen) können schädliche Lidocainspiegel im Blut entstehen. Vorsicht ist geboten.
- Nicht depolarisierende Muskelrelaxanzien (bestimmte Mittel zur Muskelentspannung): Ihre Wirkung hält länger an.
- Gerinnungshemmer, nichtsteroidale Antirheumatika, Plasmaersatzmittel: erhöhte Blutungsneigung (siehe Vorsichtsmaßnahmen).
Nebenwirkungen
Wie jedes Arzneimittel kann auch dieses Nebenwirkungen haben. Sie entsprechen weitgehend denen anderer örtlicher Betäubungsmittel vom Säureamid-Typ.
Gelegentlich, d. h. bei 1 bis 10 von 1.000 Behandelten: allergische Reaktionen mit Juckreiz, Gewebeschwellung durch Wassereinlagerung, Verkrampfung der Atemwege oder Atemnotsyndrom sowie Kreislaufreaktionen.
Ohne Häufigkeitsangabe:
- Bei höheren Blutspiegeln (mehr als 5 bis 10 µg Lidocain je ml Blut) können Wirkungen im ganzen Körper auftreten, die das zentrale Nervensystem und Herz und Kreislauf betreffen.
- Bei richtiger Anwendung verändert sich der Blutdruck meist nur wenig. Sinkt er ab, kann das ein erstes Zeichen einer relativen Überdosierung mit Wirkung auf das Herz sein.
- Wie bei anderen örtlichen Betäubungsmitteln ist ein schwerer Fieberanfall (maligne Hyperthermie) nicht auszuschließen. Bei Patienten, die so etwas schon einmal hatten, gilt Lidocainhydrochlorid 1 H2O im Allgemeinen als sicher einsetzbar; es wurde aber über einen Fall nach einer Epiduralanästhesie mit Lidocainhydrochlorid 1 H2O berichtet.
Fallen Ihnen Nebenwirkungen auf, auch solche, die hier nicht stehen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Melden können Sie Nebenwirkungen außerdem beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de oder per Post an Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn (Abteilung Pharmakovigilanz). Jede Meldung hilft, mehr über die Sicherheit des Mittels zu erfahren.
Warnhinweise
Schwangerschaft: Lidocain soll nur angewendet werden, wenn der Arzt es nach strenger Abwägung für nötig hält. In der Schwangerschaft sind kleinere Dosen nötig.
Stillzeit: Eine Gefahr für den Säugling gilt als unwahrscheinlich.
Kinder und ältere Menschen: Der Arzt berechnet die Dosis einzeln nach Alter und Gewicht.
Verkehrstüchtigkeit: Ob Sie nach der Behandlung selbst Auto fahren, Maschinen bedienen oder ohne sicheren Halt arbeiten dürfen, entscheidet Ihr Arzt im Einzelfall.
Wirkstoffe und Bestandteile
1 Ampulle zu 2 ml enthält:
Wirkstoff: Lidocainhydrochlorid 1 H2O 20 mg, entsprechend 16,2 mg Lidocain.
Sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Natriumhydroxidlösung 25% (zur Einstellung des pH-Werts), Wasser für Injektionszwecke.
Haltbarkeit
Für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Vor Licht schützen: Ampullen im Umkarton aufbewahren.
Nicht über 25 °C lagern.
Nach dem Verfalldatum auf Behältnis und Umkarton nicht mehr anwenden.
Pflichtangaben
Wirkstoff: Lidocainhydrochlorid 1 H2O 20 mg. Anwendungsgebiete: Zur Anwendung im Rahmen neuraltherapeutischer Anwendungsprinzipien.
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