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Vardenafil oder Sildenafil: Unterschiede bei Wirkung, Dauer und Nebenwirkungen

DoktorABC Redaktionsteam
Zuverlässige und geprüfte medizinische Informationen, zusammengestellt von unserem Redaktionsteam und Ärzten. Redaktionsprozess.

Medizinisch geprüft: Dieser Artikel wird redaktionell erstellt und vor Veröffentlichung von ärztlichem Fachpersonal auf inhaltliche Richtigkeit geprüft.
Vardenafil vs Sildenafil: Beide Wirkstoffe blockieren dasselbe Enzym und verbessern die Durchblutung des Penis, wirken aber unterschiedlich schnell und reagieren verschieden auf fettreiche Mahlzeiten. Welches Präparat im Einzelfall besser passt, hängt von Ernährungsgewohnheiten, Vorerkrankungen und persönlicher Verträglichkeit ab.
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen:
  • Wie sich der Wirkmechanismus von Vardenafil und Sildenafil unterscheidet
  • Wie schnell die beiden Wirkstoffe Wirkung zeigen und wie lange diese anhält
  • Welchen Einfluss fettreiche Mahlzeiten auf die Aufnahme der Medikamente haben
  • Für welche Patientengruppen sich Vardenafil besonders eignet
  • Welche Standarddosierungen üblich sind
  • Welche Nebenwirkungen typischerweise auftreten
  • Wer die Präparate nicht einnehmen darf

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Was ist der Unterschied im Wirkmechanismus zwischen Vardenafil und Sildenafil?

Sowohl Vardenafil als auch Sildenafil hemmen das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE5) und erhöhen dadurch die Konzentration des Botenstoffs cGMP in den Schwellkörpern des Penis. Das entspannt dessen glatte Muskulatur und verbessert den Bluteinstrom. Beide Wirkstoffe wirken jedoch nur bei sexueller Stimulation. Ohne diese bleibt der Effekt aus.

Sildenafil kam 1998 als erster PDE5-Hemmer auf den Markt und ist seither auch unter dem Handelsnamen Viagra® bekannt. Vardenafil folgte 2003 unter dem Namen Levitra®. Ein dritter Wirkstoff derselben Klasse, Tadalafil (Cialis®), unterscheidet sich vor allem durch seine deutlich längere Wirkdauer von bis zu 36 Stunden.

Ein Vergleich zwischen Vardenafil, Tadalafil und Sildenafil lohnt sich also besonders bei der Frage nach der passenden Wirkdauer.

Im Labor zeigte Vardenafil eine deutlich höhere Bindungsstärke an das PDE5-Enzym als Sildenafil, wodurch bereits niedrige Dosen von 5 bis 20 mg eine mit 50 bis 100 mg Sildenafil vergleichbare Wirkung erzielen.

Gut zu wissen

Vardenafil wirkt außerdem selektiver auf PDE5 als auf die in der Netzhaut vorkommende Phosphodiesterase-6. Störungen der Farbwahrnehmung, wie sie bei Sildenafil in seltenen Fällen beschrieben werden, treten dadurch praktisch nicht auf.

Wie schnell wirken Vardenafil und Sildenafil?

Beide Wirkstoffe setzen innerhalb einer Stunde ein, unterscheiden sich aber im Detail.

Wie lange dauert es, bis Sildenafil wirkt?

Nach oraler Einnahme wird Sildenafil innerhalb von etwa einer Stunde resorbiert. Bei den meisten Anwendern tritt eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion nach 30 bis 60 Minuten ein. Die Wirkung hält anschließend etwa 4 bis 5 Stunden an, bevor die Wirkstoffkonzentration im Blut wieder abfällt.

Wie lange dauert es, bis Vardenafil wirkt?

Vardenafil wird im Normalfall 25 bis 60 Minuten vor dem geplanten Geschlechtsverkehr eingenommen. In klinischen Studien erreichten viele Anwender bereits nach rund 20 Minuten eine ausreichende Erektion, also schneller als unter Sildenafil. Die Wirkdauer liegt ebenfalls bei etwa 4 bis 5 Stunden.

  • Schnellerer Wirkeintritt: Vardenafil zeigt bei vielen Anwendern früher einen Effekt als Sildenafil
  • Vergleichbare Wirkdauer: Beide Wirkstoffe bleiben etwa 4 bis 5 Stunden aktiv
  • Individuelle Unterschiede: Alter, Stoffwechsel und Einnahmezeitpunkt beeinflussen den tatsächlichen Wirkeintritt

Beeinflusst Essen die Wirkung von Vardenafil und Sildenafil?

Ja. Dabei reagiert Sildenafil deutlich empfindlicher auf Mahlzeiten als Vardenafil. Bei Sildenafil verzögert eine Mahlzeit die maximale Wirkstoffkonzentration um bis zu 60 Minuten. Vardenafil bleibt davon bei normalem Fettgehalt weitgehend unbeeinflusst.

Erst eine sehr fettreiche Mahlzeit verzögert bei Vardenafil den Wirkungseintritt um rund eine Stunde und senkt die maximale Konzentration um etwa 20 Prozent. Bei einem Fettgehalt bis 30 Prozent bleiben Aufnahmegeschwindigkeit und -menge dagegen unverändert. Das macht Vardenafil im Alltag planbarer, wenn eine Mahlzeit dem Geschlechtsverkehr vorausgeht.

  • Sildenafil: Am wirksamsten auf nüchternen Magen oder nach einer leichten Mahlzeit
  • Vardenafil: Auch nach normalen Mahlzeiten bis 30 % Fettanteil zuverlässig wirksam
  • Beide Wirkstoffe: Bei sehr fettreichen Speisen (Frittiertes, Fast Food) verzögert sich der Wirkungseintritt spürbar

Gut zu wissen

Wer den Wirkungseintritt möglichst genau planen möchte, nimmt Sildenafil idealerweise auf leeren Magen ein. Bei Vardenafil ist der Zeitpunkt der letzten Mahlzeit meist weniger entscheidend, solange es sich nicht um eine besonders fettreiche Mahlzeit handelt.

Für wen sind Vardenafil und Sildenafil jeweils besonders geeignet?

Vardenafil zeigt auch bei Männern mit Diabetes und unterschiedlichen Ursachen der Erektionsstörung eine zuverlässige Wirkung. In klinischen Studien erwies sich der Wirkstoff über alle Altersgruppen hinweg als wirksam, einschließlich bei Diabetikern, bei denen Erektionsstörungen häufig schwerer zu behandeln sind.

Sildenafil hat dagegen ein zusätzliches Anwendungsgebiet, das Vardenafil nicht besitzt: Aufgrund seiner gefäßerweiternden Wirkung ist es auch zur Behandlung der pulmonalen Hypertonie zugelassen. Vardenafil wird ausschließlich bei erektiler Dysfunktion eingesetzt.

Bei der Dosierung unterscheiden sich beide Wirkstoffe deutlich. Die empfohlene Einstiegsdosis von Sildenafil liegt bei 50 mg, die von Vardenafil bei 10 mg. Beide Dosierungen lassen sich je nach Verträglichkeit und Wirksamkeit anpassen.

  • Diabetiker: Vardenafil zeigt in Studien auch bei diabetesbedingten Erektionsstörungen konstante Wirksamkeit
  • Patienten mit Bluthochdruck-Vorgeschichte: Sildenafil wird zusätzlich bei pulmonaler Hypertonie eingesetzt, Vardenafil nicht
  • Patienten mit unregelmäßigen Mahlzeiten: Vardenafil bietet durch die geringere Nahrungsabhängigkeit mehr Flexibilität im Alltag

Welcher Wirkstoff im Einzelfall besser geeignet ist, hängt von Vorerkrankungen, Begleitmedikation und persönlicher Verträglichkeit ab und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Gut zu wissen

“Aber Studien haben ergeben, dass sich bei etwa 40 bis 50% der Patienten bei der Einnahme sogenannter PDE-5-Inhibitoren keinerlei Erfolg zeigt.” Das betont der Experte für Männergesundheit, Prof. Dr. Frank Sommer auf seiner Webseite.

Vardenafil vs Sildenafil im Vergleich: Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Sildenafil vs Vardenafil unterscheiden sich vor allem bei Dosierung, dem Einfluss von Lebensmitteln und den typischen Nebenwirkungen. Die folgende Tabelle fasst die zentralen Kennzahlen zusammen.

Sildenafil Vardenafil
Standarddosis 50 mg 10 mg
Dosisbereich 25–100 mg 5–20 mg
Wirkungseintritt 30–60 Minuten 25–60 Minuten
Wirkdauer 4–5 Stunden 4–5 Stunden
Einfluss fettreicher Mahlzeiten Deutliche Verzögerung und Wirkabschwächung Erst bei sehr hohem Fettanteil (>30 %) spürbar
Typische Nebenwirkungen Kopfschmerzen, Hautrötung, Sehstörungen (Blausehen) Kopfschmerzen, Gesichtsröte, verstopfte Nase

Die Tabelle ersetzt kein ärztliches Gespräch. Welches Präparat im Einzelfall besser passt, hängt von individuellen Faktoren wie Vorerkrankungen und Begleitmedikation ab.

Welche Nebenwirkungen haben Vardenafil und Sildenafil?

Beide Wirkstoffe verursachen ein ähnliches Nebenwirkungsprofil, da sie auf demselben Wirkmechanismus beruhen. Die häufigsten Beschwerden sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung und Verdauungsstörungen, die meist mild und vorübergehend ausfallen.

Bei Vardenafil treten folgende Nebenwirkungen auf:

  • Kopfschmerzen: bei 7 bis 15 Prozent der Anwender
  • Gesichtsröte: bei etwa 11 Prozent
  • Sodbrennen: bei 1 bis 7 Prozent
  • Verstopfte Nase: bei 3 bis 7 Prozent

Bei Sildenafil treten zusätzlich gelegentlich Sehstörungen auf, darunter ein vorübergehend verändertes Farbsehen mit Blaustich. Diese Nebenwirkung entsteht durch eine leichte Mitwirkung auf die in der Netzhaut aktive Phosphodiesterase-6 und ist bei Vardenafil aufgrund seiner höheren Selektivität deutlich seltener.

Die meisten Nebenwirkungen klingen innerhalb weniger Stunden von selbst ab, sobald die Wirkstoffkonzentration im Blut sinkt. Halten Beschwerden länger an oder treten Sehstörungen, starke Kopfschmerzen oder eine Erektion über mehrere Stunden auf, ist zeitnah ärztlicher Rat gefragt.

Wer darf Vardenafil oder Sildenafil nicht einnehmen?

Beide Wirkstoffe sind bei bestimmten Vorerkrankungen und in Kombination mit bestimmten Medikamenten kontraindiziert. Besonders relevant ist die gleichzeitige Einnahme von Nitraten, da diese Kombination zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen kann.

Weitere Kontraindikationen betreffen vor allem das Herz-Kreislauf-System und die Leber- oder Nierenfunktion:

  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Instabile Angina pectoris, kürzlich erlittener Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Sehr niedriger Blutdruck oder unbehandelter Bluthochdruck
  • Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • Bekannte Netzhauterkrankungen, insbesondere bei erblich bedingten Formen
  • Gleichzeitige Einnahme von Nitraten oder NO-Donatoren

Ob Vardenafil oder Sildenafil im individuellen Fall infrage kommt, klärt ein Arzt auf der Grundlage von individueller Krankengeschichte, aktueller Medikation und möglicher Risikofaktoren.

Achtung

Vardenafil und Sildenafil dürfen niemals zusammen mit Nitraten (z. B. Nitroglyzerin) oder Stickstoffmonoxid-Donatoren eingenommen werden. Die Kombination kann den Blutdruck lebensbedrohlich absenken. Auch bei bestimmten Alphablockern gegen Prostatavergrößerung ist ärztliche Rücksprache erforderlich.

Fazit - Zwei wirksame Wege zum gleichen Ziel

Vardenafil und Sildenafil sind zuverlässige PDE5-Hemmer mit vergleichbarem Sicherheitsprofil, die bei erektiler Dysfunktion eingesetzt werden. Die Unterschiede liegen vor allem im Detail. Vardenafil wirkt bei vielen Anwendern etwas schneller, reagiert kaum auf normale Mahlzeiten und kommt mit einer niedrigeren Dosis aus.

Sildenafil ist länger im klinischen Einsatz erprobt und zusätzlich bei pulmonaler Hypertonie zugelassen.

Keiner der beiden Wirkstoffe ist pauschal überlegen. Welches Präparat im individuellen Fall passt, hängt von Ernährungsgewohnheiten, Begleiterkrankungen und persönlicher Verträglichkeit ab. Eine ärztliche Beratung berücksichtigt diese Faktoren und legt die passende Dosierung fest.

FAQ

Wirkt Vardenafil schneller als Sildenafil?

Bei vielen Anwendern setzt Vardenafil etwas schneller ein, oft bereits nach rund 20 Minuten, während Sildenafil meist 30 bis 45 Minuten benötigt. Individuelle Unterschiede in Stoffwechsel und Einnahmezeitpunkt können diese Werte verschieben.

Kann man Sildenafil und Vardenafil gleichzeitig einnehmen?

Nein, PDE5-Hemmer sollten nicht kombiniert eingenommen werden. Beide Wirkstoffe wirken über denselben Mechanismus, wodurch sich das Risiko für Nebenwirkungen wie starken Blutdruckabfall erhöht.

Was kostet Vardenafil im Vergleich zu Sildenafil?

Die Kosten hängen von Dosierung, Packungsgröße und Hersteller ab. Da Vardenafil meist in niedrigeren Milligramm-Stärken verschrieben wird, unterscheidet sich der Preis pro Tablette von Sildenafil, ein direkter Vergleich lohnt sich daher pro Behandlungszyklus statt pro Tablette.

Ist Vardenafil sicherer als Sildenafil?

Beide Wirkstoffe gelten als gut verträglich mit ähnlichem Nebenwirkungsprofil. Vardenafil verursacht aufgrund seiner höheren Selektivität seltener Sehstörungen, während beide Präparate bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in Kombination mit Nitraten gleichermaßen kontraindiziert sind.

Vardenafil vs. Tadalafil vs. Sildenafil: Was ist der Unterschied?

Alle drei Wirkstoffe sind PDE5-Hemmer gegen erektile Dysfunktion, unterscheiden sich aber in der Wirkdauer: Tadalafil wirkt mit bis zu 36 Stunden am längsten, Sildenafil und Vardenafil jeweils etwa 4 bis 5 Stunden. Vardenafil setzt bei vielen Anwendern am schnellsten ein, Sildenafil ist am längsten klinisch erprobt. Welcher Wirkstoff passt, hängt von individuellen Bedürfnissen und ärztlicher Einschätzung ab.

Darf man Vardenafil oder Sildenafil rezeptfrei kaufen?

Nein, beide Wirkstoffe sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Eine ärztliche Konsultation, etwa über eine telemedizinische Plattform, ist vor der Einnahme erforderlich.

Wirkt Vardenafil auch bei Diabetes-bedingter Erektionsstörung?

Ja, klinische Studien zeigen eine zuverlässige Wirksamkeit von Vardenafil bei Männern mit Diabetes. Da Diabetes eine häufige Ursache für Erektionsstörungen ist, wird dieser Aspekt bei der Präparatewahl oft berücksichtigt.

Kann man Vardenafil oder Sildenafil täglich einnehmen?

Beide Wirkstoffe sind für die Bedarfseinnahme vor dem Geschlechtsverkehr zugelassen, nicht für die tägliche Daueranwendung. Die Einnahme sollte nicht häufiger als einmal täglich erfolgen.

Beeinflusst Alkohol die Wirkung von Vardenafil und Sildenafil?

Alkohol kann die Wirksamkeit beider Präparate verringern und das Risiko für Nebenwirkungen wie Schwindel oder Blutdruckabfall erhöhen. Ein maßvoller Konsum wird empfohlen, wenn überhaupt Alkohol getrunken wird.

Für wen eignet sich Vardenafil besser als Sildenafil?

Vardenafil kann bei Männern von Vorteil sein, die regelmäßig Mahlzeiten vor der Einnahme zu sich nehmen, da es weniger empfindlich auf Nahrung reagiert. Auch bei diabetesbedingten Erektionsstörungen liegen gute Studiendaten vor. Die endgültige Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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