Welche Verhütungsmittel gibt es? Vollständiger Überblick
- Welche hormonellen Verhütungsmethoden für Frauen verfügbar sind
- Welche hormonfreien Alternativen es gibt
- Welche Verhütungsmöglichkeiten Männer haben
- Wie sicher verschiedene Methoden sind (Pearl-Index)
- Was Notfallverhütung bedeutet und wie sie funktioniert
- Wie Sie die richtige Methode für sich finden
- Was Verhütungsmittel in Deutschland kosten und wer sie bezahlt
- Wie werden Verhütungsmethoden eingeteilt?
- Was ist der Pearl-Index und wie misst er die Sicherheit?
- Welche hormonellen Verhütungsmittel gibt es für Frauen?
- Welche hormonfreien Verhütungsmittel gibt es?
- Welche Verhütungsmittel gibt es für Männer?
- Was sind dauerhafte Verhütungsmethoden?
- Wie funktioniert Notfallverhütung?
- Wie finde ich die richtige Verhütungsmethode?
- Fazit
Wie werden Verhütungsmethoden eingeteilt?
Verhütungsmethoden lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen: hormonelle und nicht-hormonelle Methoden.
Hormonelle Verhütungsmittel wirken durch die Abgabe synthetischer Hormone, die den Eisprung verhindern, den Zervixschleim verändern oder die Gebärmutterschleimhaut so beeinflussen, dass eine Einnistung erschwert wird. Dazu gehören die Pille, Hormonspirale, Verhütungspflaster, Vaginalring, Verhütungsstäbchen und die Dreimonatsspritze.
Nicht-hormonelle Methoden wirken mechanisch oder durch andere Mechanismen ohne Hormone. Dazu zählen Kupferspirale, Kupferkette, Kondome, Diaphragma, Portiokappe und natürliche Familienplanung.
Was ist der Pearl-Index und wie misst er die Sicherheit?
Der Pearl-Index ist das internationale Maß für die Sicherheit von Verhütungsmethoden. Er gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode schwanger werden. Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer ist die Methode.
Ein Pearl-Index von 0,1 bedeutet, dass eine von 1.000 Frauen innerhalb eines Jahres schwanger wird. Ein Pearl-Index von 10 bedeutet, dass 10 von 100 Frauen schwanger werden.
Gut zu wissen:
Die sichersten Verhütungsmethoden sind Hormonspirale, Kupferspirale und Verhütungsstäbchen mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,5. Sie gelten als genauso sicher wie eine Sterilisation, sind aber reversibel.
Welche hormonellen Verhütungsmittel gibt es für Frauen?
Hormonelle Verhütungsmittel gehören zu den am häufigsten verwendeten Methoden in Deutschland. Sie wirken zuverlässig, erfordern aber ärztliche Verschreibung und regelmäßige Kontrollen.
Kombinierte orale Kontrazeptiva (Antibabypille)
Die klassische Antibabypille enthält eine Kombination aus Östrogen und Gestagen. Sie verhindert den Eisprung, verdickt den Zervixschleim und verändert die Gebärmutterschleimhaut. Die Einnahme erfolgt täglich über 21 oder 24 Tage, gefolgt von einersiebentägigenn oderviertägigenn Einnahmepause. Der Pearl-Index liegt bei 0,3 bis 0,9 bei korrekter Anwendung.
Vorteile: hohe Sicherheit bei korrekter Einnahme, reguliert den Zyklus, kann Menstruationsbeschwerden lindern, schnell reversibel.
Die Nachteile: tägliche Einnahme erforderlich, Wirksamkeit kann durch Vergessen, Erbrechen oder Durchfall beeinträchtigt werden, mögliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, erhöhtes Thromboserisiko bei bestimmten Pillen.
Was ist eine östrogenfreie Pille (Minipille)?
Die Minipille enthält nur Gestagen ohne Östrogen. Moderne Minipillen mit dem Wirkstoff Desogestrel verhindern zuverlässig den Eisprung. Ältere Präparate wirken hauptsächlich über die Verdickung des Zervixschleims. Die Einnahme erfolgt täglich ohne Pause. Der Pearl-Index liegt bei 0,5 bis 3.
Vorteile: geeignet für Frauen, die Östrogen nicht vertragen, auch für stillende Mütter geeignet, geringeres Thromboserisiko. Nachteile: sehr pünktliche Einnahme erforderlich (bei älteren Präparaten Zeitfenster von nur 3 Stunden), kann zu unregelmäßigen Blutungen führen.
Verhütungspflaster
Das Verhütungspflaster wird auf die Haut geklebt und gibt Hormone über die Haut ab. Ein Pflaster wird wöchentlich gewechselt, nach drei Wochen folgt eine pflasterfreie Woche. Der Pearl-Index liegt bei 0,7 bis 0,9.
Vorteile: keine tägliche Einnahme, gleichmäßige Hormonabgabe, bei Erbrechen oder Durchfall wirksam. Nachteile: sichtbar auf der Haut, kann sich ablösen, Hautreizungen möglich, ähnliche Nebenwirkungen wie die Pille.
Vaginalring (Verhütungsring)
Der flexible Kunststoffring wird in die Vagina eingeführt und gibt dort drei Wochen lang Hormone ab. Danach folgt eine einwöchige Pause. Der Pearl-Index liegt bei 0,7 bis 1,0.
Vorteile: nur einmal monatlich Handlung erforderlich, gleichmäßige Hormonabgabe, niedrigere Hormondosis als bei der Pille. Nachteile: Manche Frauen empfinden das Einsetzen als unangenehm, kann beim Geschlechtsverkehr stören (aber herausnehmbar), ähnliche Nebenwirkungen wie die Pille.
Hormonspirale
Die Hormonspirale wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt und gibt dort kontinuierlich Gestagen ab. Je nach Modell (Mirena, Kyleena, Jaydess) wirkt sie 3 bis 5 Jahre. Der Pearl-Index liegt bei 0,1 bis 0,2.
Vorteile: sehr hohe Sicherheit, langfristig wirksam, keine Anwendungsfehler möglich, oft schwächere oder ausbleibende Periode, geeignet auch für stillende Frauen. Nachteile: Einsetzen kann schmerzhaft sein, in den ersten Monaten unregelmäßige Blutungen möglich, selten Ausstoßung oder Perforation.
Verhütungsstäbchen (Implantat)
Das Kunststoffstäbchen wird unter die Haut des Oberarms eingesetzt und gibt drei Jahre lang Gestagen ab. Der Pearl-Index liegt bei 0,1.
Vorteile: höchste Sicherheit aller reversiblen Methoden, langfristig wirksam, keine tägliche Anwendung. Nachteile: Einsetzen und Entfernen erfordert kleinen Eingriff, kann zu unregelmäßigen Blutungen führen, manchmal sichtbar oder tastbar unter der Haut.
Dreimonatsspritze
Ein hoch dosiertes Gestagen wird alle drei Monate injiziert. Der Pearl-Index liegt bei 0,3 bis 1,4.
Vorteile: nur alle drei Monate Handlung erforderlich, diskret. Nachteile: kann zu Gewichtszunahme, Knochendichteverlust und langer Nachwirkzeit führen, unregelmäßige Blutungen häufig, nach Absetzen kann die Fruchtbarkeit verzögert zurückkehren.
Dr. Johannes Seidel, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, warnt:
„Die Dreimonatsspritze [ist für junge Frauen ungeeignet]. Sie ist ein sehr starkes Hormonpräparat, das die Hormonproduktion im Eierstock unterdrückt. Das Problem dabei ist, dass dieser starke Eingriff in die Hormonproduktion auch die Knochendichte von jungen Frauen verringern kann, weil er Östrogenmangel verursacht. Und er wirkt sehr lange im Fettgewebe nach. Wenn man die Spritzen nach einem Jahr absetzt, kann es ein bis zwei Jahre dauern, bis die Hormone wieder aus dem Gewebe draußen sind.“
Achtung!
Hormonelle Verhütungsmittel schützen nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen. Bei wechselnden Partnern sollte zusätzlich ein Kondom verwendet werden.
Welche hormonfreien Verhütungsmittel gibt es?
Hormonfreie Verhütungsmethoden sind für Frauen geeignet, die keine Hormoneeinnehmen möchten oder aus medizinischen Gründen nicht dürfen. Sie wirken mechanisch, chemisch oder durch Beobachtung des natürlichen Zyklus.
Kupferspirale
Die Kupferspirale wird in die Gebärmutter eingesetzt und gibt dort kontinuierlich Kupferionen ab, die Spermien schädigen und die Einnistung verhindern. Sie wirkt 3 bis 5 Jahre. Der Pearl-Index liegt bei 0,3 bis 0,8.
Vorteile: hormonfrei, langfristig wirksam, sehr sicher, sofort reversibel. Nachteile: kann zu stärkeren und schmerzhafteren Perioden führen, Einsetzen kann unangenehm sein, selten Ausstoßung oder Infektion.
Kupferkette (GyneFix)
Die Kupferkette ist eine Weiterentwicklung der Kupferspirale und besteht aus kleinen Kupferperlen auf einem Faden, der in der Gebärmutterwand verankert wird. Sie wirkt 5 Jahre. Der Pearl-Index liegt bei 0,1 bis 0,5.
Vorteile: sehr sicher, hormonfrei, für junge Frauen und Frauen ohne Geburten geeignet, verursacht meist weniger Beschwerden als klassische Spirale. Nachteile: nicht alle Gynäkologen bieten das Einsetzen an, spezielle Schulung erforderlich.
Diaphragma
Die weiche Silikonkappe wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingeführt und bedeckt den Muttermund. Zusammen mit spermizider Creme aangewendet, verhindert es das Eindringen von Spermien. Der Pearl-Index liegt bei 1 bis 20, je nach korrekter Anwendung.
Vorteile: hormonfrei, wiederverwendbar, keine Nebenwirkungen. Nachteile: erfordert Übung beim Einsetzen, muss vor jedem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, relativ unsicher bei typischer Anwendung.
Portiokappe (Zervixkappe)
Ähnlich dem Diaphragma, aber kleiner und direkt auf den Muttermund aufgesetzt. Der Pearl-Index liegt bei 9 bis 26.
Vorteile: hormonfrei, wiederverwendbar. Nachteile: schwierig einzusetzen, nur für erfahrene Anwenderinnen, unsicherer als andere Methoden.
Kondom für die Frau (Femidom)
Eine Kunststoffhülle wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingeführt. Der Pearl-Index liegt bei 5 bis 25.
Vorteile: schützt auch vor sexuell übertragbaren Infektionen, hormonfrei, Frau hat Kontrolle. Nachteile: umständlich in der Anwendung, relativ teuer, kann stören beim Geschlechtsverkehr.
Spermizide
Chemische Substanzen in Form von Cremes, Gels oder Zäpfchen töten Spermien ab oder hemmen ihre Beweglichkeit. Der Pearl-Index liegt bei 3 bis 21.
Vorteile: hormonfrei, rezeptfrei erhältlich. Nachteile: geringe Sicherheit, nur zusammen mit Barrieremethoden empfohlen, kann Schleimhäute reizen.
Wie funktioniert die natürliche Familienplanung?
Bei der symptothermalen Methode werden Körpertemperatur und Zervixschleim täglich beobachtet, um fruchtbare und unfruchtbare Tage zu bestimmen. An fruchtbaren Tagen wird enthaltsam gelebt oder zusätzlich verhütet. Der Pearl-Index liegt bei 0,4 bis 2,3 bei korrekter Anwendung.
Vorteile: hormonfrei, keine Nebenwirkungen, fördert Körperbewusstsein, kostenlos. Nachteile: Erfordert Disziplin und genaue Beobachtung, bei unregelmäßigem Zyklus schwierig, nicht für spontanen Sex geeignet, erfordert Enthaltsamkeit oder Barrieremethoden an fruchtbaren Tagen.
Gut zu wissen:
Die symptothermale Methode ist deutlich sicherer als die alleinige Kalendermethode. Apps und Zykluscomputer können die Beobachtung erleichtern, ersetzen aber nicht die genaue Kenntnis der Methode.
Welche Verhütungsmittel gibt es für Männer?
Aktuell stehen Männern nur wenige Verhütungsoptionen zur Verfügung. Die Forschung arbeitet an neuen Methoden, aber derzeit sind nur zwei zuverlässige Optionen verfügbar.
Kondom
Das männliche Kondom ist eine dünne Latex- oder Kunststoffhülle, die über den erigierten Penis gerollt wird. Es fängt das Ejakulat auf und verhindert so die Befruchtung. Der Pearl-Index liegt bei 2 bei perfekter Anwendung, aber bei 12 bis 15 bei typischer Anwendung.
Vorteile: schützt auch vor sexuell übertragbaren Infektionen, rezeptfrei und überall erhältlich, keine Nebenwirkungen, kostengünstig. Nachteile: kann reißen oder abrutschen bei falscher Anwendung, kann das Empfinden beeinträchtigen, muss bei jedem Geschlechtsverkehr verwendet werden.
Für korrekte Anwendung: Kondom erst bei vollständiger Erektion überziehen, Spitze zusammendrücken, um Luftpolster zu vermeiden, bis zur Basis abrollen, nach dem Samenerguss festhalten beim Herausziehen, jedes Kondom nur einmal verwenden, auf Haltbarkeit und Unversehrtheit achten.
Vasektomie (Sterilisation beim Mann)
Bei der Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt oder verödet, sodass keine Spermien mehr ins Ejakulat gelangen. Der Eingriff erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung. Der Pearl-Index liegt bei 0,1.
Vorteile: sehr sicher, dauerhafte Lösung, keine hormonellen Nebenwirkungen, sexuelles Empfinden bleibt unverändert. Nachteile: als dauerhaft zu betrachten, Umkehrung ist aufwendig und nicht immer erfolgreich, psychologische Hürde für manche Männer.
Methoden in Entwicklung
Verschiedene hormonelle Ansätze für Männer (Pille, Gel, Injektionen) befinden sich in klinischen Studien. Auch nicht-hormonelle Methoden wie reversible Vasektomie-Verfahren werden erforscht. Bis zur Marktreife wird es jedoch noch Jahre dauern.
Achtung!
Nach einer Vasektomie sind Männer nicht sofort zeugungsunfähig. Es dauert etwa 3 Monate und 20 Ejakulationen, bis alle Spermien aus dem System entfernt sind. Bis dahin muss zusätzlich verhütet werden.
Was sind dauerhafte Verhütungsmethoden?
Sterilisation ist eine dauerhafte Verhütungsmethode für Menschen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben. Sie ist prinzipiell umkehrbar, aber die Umkehrung ist aufwendig, teuer und nicht immer erfolgreich.
Sterilisation der Frau (Tubenligatur)
Die Eileiter werden durchtrennt, verklebt oder mit Clips verschlossen, meist laparoskopisch (Bauchspiegelung). Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Der Pearl-Index liegt bei 0,2 bis 0,3.
Vorteile: sehr sicher, dauerhafte Lösung, keine hormonellen Nebenwirkungen. Nachteile: operativer Eingriff mit Narkose, teurer als Vasektomie, Umkehrung schwierig und unsicher, erhöhtes Risiko für Eileiterschwangerschaften bei Versagen.
Entscheidungsfindung und Beratung
In Deutschland ist eine ausführliche ärztliche Beratung vor einer Sterilisation vorgeschrieben. Themen sind: Dauerhaftigkeit der Methode, Alternativen wie Spirale oder Vasektomie beim Partner, psychologische Aspekte, Bedenkzeit zwischen Beratung und Eingriff. Bei jungen Frauen oder Frauen ohne Kinder ist die Entscheidung besonders sorgfältig abzuwägen.
Wie funktioniert Notfallverhütung?
Notfallverhütung kommt zum Einsatz, wenn ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, ein Kondom gerissen ist oder die normale Verhütung versagt hat. Je schneller sie angewendet wird, desto wirksamer ist sie.
Pille danach
Es gibt zwei Wirkstoffe: Levonorgestrel und Ulipristalacetat. Levonorgestrel (z.B. PiDaNa) wirkt am besten innerhalb von 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr. Ulipristalacetat (ellaOne) ist wirksam bis zu 120 Stunden danach und etwas effektiver. Beide wirken hauptsächlich durch Verzögerung oder Verhinderung des Eisprungs.
Wirksamkeit: Je früher eingenommen, desto besser. Innerhalb von 24 Stunden am effektivsten. Verfügbarkeit in Deutschland: Beide rezeptfrei in Apotheken erhältlich, Kosten zwischen 15 und 35 Euro.
Kupferspirale als Notfallverhütung
Eine Kupferspirale kann bis zu 5 Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr als Notfallverhütung eingesetzt werden. Sie verhindert die Einnistung der befruchteten Eizelle und ist die wirksamste Form der Notfallverhütung mit einer Versagensrate unter 1 Prozent. Vorteil: Sie kann danach als langfristige Verhütung in der Gebärmutter bleiben.
Wie finde ich die richtige Verhütungsmethode?
Die Wahl der richtigen Verhütungsmethode hängt von verschiedenen persönlichen Faktoren ab. Gesundheitszustand: Bestehende Erkrankungen, Thromboserisiko, Blutdruck, Übergewicht, Rauchen und Alter beeinflussen, welche Methoden geeignet sind. Hormonelle Verhütung ist beispielsweise für Raucherinnen über 35 mit erhöhtem Risiko verbunden.
Gut zu wissen:
Es kann sinnvoll sein, im Laufe des Lebens verschiedene Verhütungsmethoden auszuprobieren. Was in den Zwanzigern passt, muss nicht die beste Wahl in den Vierzigern sein.
Fazit
In Deutschland steht eine große Auswahl an Verhütungsmethoden zur Verfügung, von hormonellen Optionen über mechanische Barrieren bis zu natürlichen Methoden. Die sichersten reversiblen Methoden sind Hormonspirale, Kupferspirale und Verhütungsstäbchen.
Für Frauen, die Hormone meiden möchten, bieten Kupferspirale und Kupferkette hohe Sicherheit. Männer haben derzeit nur Kondome und Vasektomie zur Auswahl.
Die Wahl der richtigen Methode sollte individuell erfolgen, unter Berücksichtigung von Gesundheit, Lebenssituation und persönlichen Präferenzen. Eine ausführliche ärztliche Beratung hilft, die passende Verhütung zu finden.
Bis zum 22. Lebensjahr übernehmen Krankenkassen die Kosten, danach müssen Verhütungsmittel selbst bezahlt werden.
FAQ
Welches Verhütungsmittel ist am sichersten?
Die sichersten reversiblen Verhütungsmethoden sind die Hormonspirale, die Kupferspirale und das Verhütungsstäbchen mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,5. Sie sind genauso sicher wie eine Sterilisation, können aber jederzeit entfernt werden, wenn ein Kinderwunsch besteht. Der große Vorteil dieser Methoden: Es können keine Anwendungsfehler passieren, da sie nach dem Einsetzen automatisch wirken.
Gibt es Verhütungsmittel ohne Nebenwirkungen?
Völlig nebenwirkungsfreie Verhütungsmittel gibt es nicht, aber nicht-hormonelle Methoden haben in der Regel weniger systemische Nebenwirkungen. Kupferspirale und Kupferkette können zu stärkeren Blutungen führen, wirken aber nicht auf den gesamten Körper. Kondome haben praktisch keine Nebenwirkungen, außer bei Latexallergie.
Natürliche Familienplanung ist nebenwirkungsfrei, erfordert aber Disziplin und hat eine höhere Versagerrate.
Kann ich nach Absetzen hormoneller Verhütung sofort schwanger werden?
Bei den meisten hormonellen Verhütungsmethoden kehrt die Fruchtbarkeit innerhalb weniger Wochen bis Monate zurück. Nach Absetzen der Pille, des Rings oder Pflasters kann theoretisch sofort eine Schwangerschaft eintreten. Nach Entfernung der Hormonspirale oder des Verhütungsstäbchens ebenfalls. Eine Ausnahme ist die Dreimonatsspritze: Hier kann es 6 bis 18 Monate dauern, bis die Fruchtbarkeit vollständig zurückkehrt.
Schützen alle Verhütungsmittel vor sexuell übertragbaren Infektionen?
Nein, nur Barrieremethoden schützen vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Das männliche Kondom bietet den besten Schutz gegen HIV, Chlamydien, Gonorrhö und andere Infektionen. Das Kondom für die Frau (Femidom) bietet ebenfalls Schutz. Alle anderen Verhütungsmethoden, egal ob hormonell oder nicht hormonell, schützen nicht vor Infektionen. Bei wechselnden Partnern sollte daher immer zusätzlich ein Kondom verwendet werden, auch wenn bereits anderweitig verhütet wird.
Was passiert, wenn ich die Pille vergesse?
Das hängt davon ab, wie lange die Einnahme überfällig ist und in welcher Woche des Zyklus Sie sich befinden. Bei weniger als 12 Stunden Verspätung: Pille sofort nachnehmen, Schutz bleibt erhalten.
Bei mehr als 12 Stunden in Woche 1: Pille nachnehmen, 7 Tage zusätzlich verhüten (z. B. Kondom). In Woche 2: Meist noch geschützt bei sonst korrekter Einnahme. In Woche 3: Pause auslassen und direkt mit neuer Packung beginnen. Im Zweifel sollten Sie den Beipackzettel konsultieren oder ärztlichen Rat einholen.
Kann ich während der Periode schwanger werden?
Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, aber nicht ausgeschlossen. Spermien können bis zu 5 Tage im weiblichen Körper überleben.
Bei Frauen mit sehr kurzem Zyklus (unter 25 Tagen) kann der Eisprung so früh stattfinden, dass Spermien von Geschlechtsverkehr während der Periode noch befruchtungsfähig sind. Zudem können Zwischenblutungen mit der Periode verwechselt werden. Verhütung sollte daher auch während der Menstruation nicht vernachlässigt werden.
Wie schnell wirkt die Pille nach dem ersten Einnahmetag?
Das hängt vom Zeitpunkt des Einnahmebeginns ab. Bei Beginn am ersten Tag der Periode: sofortiger Schutz. Bei Beginn an einem anderen Tag: 7 Tage zusätzlich verhüten. Manche Pillen (mit bestimmten Gestagenen) wirken schneller, hier kann der Schutz bereits nach 48 Stunden einsetzen. Die genauen Angaben finden sich im Beipackzettel der jeweiligen Pille.
Können hormonelle Verhütungsmittel das Krebsrisiko erhöhen?
Hormonelle Verhütungsmittel haben unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Krebsarten. Sie erhöhen leicht das Risiko für Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs, besonders bei langjähriger Anwendung.
Gleichzeitig senken sie das Risiko für Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs deutlich. Dieser schützende Effekt hält auch Jahre nach Absetzen an. Das Gesamtrisiko ist gering, sollte aber bei der Entscheidung für oder gegen hormonelle Verhütung berücksichtigt werden, besonders bei familiärer Vorbelastung.