Bitte nehmen Sie sich die Zeit, diese Anleitung gründlich zu lesen, bevor Sie mit der Anwendung des NuvaRings®beginnen. Die darin enthaltenen Informationen sind von entscheidender Bedeutung für Ihre Sicherheit und den Erfolg der Behandlung. Bitte bewahren Sie die Anleitung auf, damit Sie sie später bei Bedarf erneut nachschlagen können.
- Was ist der NuvaRing®?
- Was ist der Hauptwirkstoff im NuvaRing®?
- Für wen ist der NuvaRing® geeignet?
- In welchen Dosierungen ist der NuvaRing® erhältlich?
- Kann man selbst zwischen den Dosierungen wechseln?
- Wann und wie sollte der NuvaRing® angewendet werden?
- Wann sollte der NuvaRing® nicht angewendet werden?
- Welche Nebenwirkungen hat der NuvaRing®?
- Studienergebnisse zum NuvaRing®
- Was sagen Experten über den NuvaRing®?
- Welche Erfahrungen haben Nutzerinnen mit dem NuvaRing® gemacht?
- Hinweise zur Aufbewahrung des NuvaRing®s
- Packungsinhalt und weitere Informationen
Was ist der NuvaRing®?
Beim NuvaRing® handelt es sich um einen Vaginalring zur hormonellen Empfängnisverhütung. Der weiche, durchsichtige Kunststoffring wird einmal im Monat von der Anwenderin selbst in die Scheide eingeführt und verbleibt dort ununterbrochen für drei Wochen. Anschließend wird er entfernt: Es folgt eine einwöchige ringfreie Pause, in der die Abbruchblutung einsetzt, bevor ein neuer Ring eingelegt wird.
Gut zu wissen. Da die Hormone direkt über die Vaginalschleimhaut aufgenommen werden und den Magen-Darm-Trakt umgehen, bleibt der Verhütungsschutz auch bei Erbrechen oder Durchfall bestehen. Das ist anders als bei der Pille, deren Wirksamkeit durch Magen-Darm-Beschwerden beeinträchtigt werden kann.
Was ist der Hauptwirkstoff im NuvaRing®?
Bei den zwei Hauptwirkstoffen des Verhütungsrings handelt es sich um eine Kombination aus Etonogestrel (einem Gestagen) und Ethinylestradiol (einem Östrogen). Der Ring gibt beide Hormone kontinuierlich über die Vaginalschleimhaut direkt ins Blut ab. Sie unterdrücken den Eisprung, verdicken den Zervixschleim und verändern die Gebärmutterschleimhaut, sodass sich eine befruchtete Eizelle schwerer einnisten kann.
Für wen ist der NuvaRing® geeignet?
Der NuvaRing® ist für Frauen im gebärfähigen Alter vorgesehen, die eine zuverlässige hormonelle Verhütungsmethode suchen, ohne an eine tägliche Tabletteneinnahme denken zu müssen. Er kann besonders für Frauen interessant sein, die
- die tägliche Pilleneinnahme häufig vergessen,
- unter wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall leiden, welche die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigen könnten, oder
- Schwankungen im Hormonspiegel durch tägliche Einnahme vermeiden möchten.
Achtung! Die Sicherheit und Wirksamkeit wurden speziell an Frauen zwischen 18 und 40 Jahren untersucht. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren liegen keine entsprechenden Daten vor.
In welchen Dosierungen ist der NuvaRing® erhältlich?
Der NuvaRing® ist nur in einer einzigen Stärke erhältlich:
- 0,12 mg Etonogestrel und 0,015 mg Ethinylestradiol (Abgabe in den Blutkreislauf innerhalb von 24 Stunden, über eine Tragedauer von drei Wochen)
Eine Dosisanpassung wie bei manchen anderen Präparaten gibt es somit nicht. Allerdings sind zwei Packungsgrößen verfügbar:
- 1 Ring (reicht für einen Anwendungszyklus von etwa einem Monat), mit oder ohne Applikator
- 3 Ringe (reichen für rund drei Monate), mit oder ohne Applikator
Kann man selbst zwischen den Dosierungen wechseln?
Da der NuvaRing® nur in einer Dosierung verfügbar ist, ist das nicht möglich. Wichtig ist daher vor allem, dass die Anwendungszyklen eingehalten werden. Sollte eine Verschiebung der Monatsblutung gewünscht sein (beispielsweise durch Auslassen der Ringpause), ist es wichtig, dies zuvor mit dem behandelnden Arzt zu besprechen, um dennoch einen ausreichenden Versicherungsschutz zu gewährleisten.
Wann und wie sollte der NuvaRing® angewendet werden?
Der NuvaRing® wird am ersten Tag der Monatsblutung von der Anwenderin selbst in die Scheide eingeführt (ein Start bis Tag 5 des Zyklus ist mit zusätzlichem Kondomschutz (!) in der ersten Woche ebenfalls möglich). Die genaue Position im Körper spielt für die Wirksamkeit keine Rolle.
Der Ring verbleibt dann für drei Wochen in der Scheide und wird danach am selben Wochentag wieder entfernt. Es folgt eine einwöchige Pause (mit Abbruchblutung), bevor ein neuer Ring eingesetzt wird.
Gut zu wissen. Sollte der NuvaRing® versehentlich herausrutschen (z. B. beim Sex oder Tamponwechsel), bleibt der Schutz erhalten, sofern er innerhalb von drei Stunden wieder eingeführt wird. Selbstverständlich sollte der Ring vor dem erneuten Einlegen kurz abgespült werden.Nach längerer Zeit außerhalb der Vagina kann die Wirksamkeit des Verhütungsrings nachlassen.
Wann sollte der NuvaRing® nicht angewendet werden?
Der NuvaRing® darf laut Fachinformationen unter anderem in folgenden Fällen nicht angewendet werden:
- bei bestehender oder vermuteter Schwangerschaft
- bei bestehender venöser Thromboembolie (VTE) oder einer VTE in der Vorgeschichte, ebenso bei bekannter erblicher oder erworbener Veranlagung dafür
- bei größeren Operationen mit längerer Immobilisierung
- bei bestehender arterieller Thromboembolie (ATE) wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, einer entsprechenden Vorgeschichte oder Migräne mit Aura
- bei schwerem Bluthochdruck, Diabetes mit Gefäßschäden oder schwerer Fettstoffwechselstörung
- bei bestehender oder vorausgegangener schwerer Lebererkrankung, solange die Leberwerte nicht normalisiert sind, sowie bei gut- oder bösartigen Lebertumoren
- bei bekannten oder vermuteten hormonabhängigen Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane oder der Brust
- bei ungeklärten vaginalen Blutungen
- bei bekannter Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile
- bei gleichzeitiger Behandlung bestimmter Hepatitis-C-Kombinationstherapien (z. B. mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir)
Achtung! Weitere Einschränkungen finden Sie im Beipackzettel des Verhütungsmittels. Außerdem wichtig: Der NuvaRing® schützt Sie nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen. Um diese zu verhindern, empfiehlt es sich dringend, eine Barrieremethode, wie beispielsweise ein Kondom, zu verwenden.
Welche Nebenwirkungen hat der NuvaRing®?
Mögliche Nebenwirkungen des NuvaRing® können variieren und treten nicht bei jeder Anwenderin auf. Am häufigsten wurden in klinischen Studien Kopfschmerzen, vaginale Infektionen und vaginaler Ausfluss berichtet (jeweils bei etwa 5 bis 6 Prozent der Anwenderinnen).
Häufig (bei 1 bis 10 von 100 Anwenderinnen):
- Kopfschmerzen, Migräne
- Depressive Verstimmung, vermindertes sexuelles Verlangen
- Übelkeit, Bauchschmerzen
- Akne
- Brustspannen, Schmerzen im Beckenbereich, schmerzhafte Monatsblutungen, vaginaler Ausfluss, Juckreiz im Genitalbereich
- Vaginale Infektionen (z. B. Scheidenpilz)
- Gewichtszunahme
- Unwohlsein beim Tragen des Rings, Ausstoßen des Rings
Gelegentlich (bei 1 bis 10 von 1.000 Anwenderinnen):
- Schwindel, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen
- Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Blähungen
- Blasenentzündung, häufigerer Harndrang
- Blutdruckerhöhung
- Haarausfall, Hautausschlag, Juckreiz
- Zwischenblutungen, verstärkte Regelblutungen, prämenstruelles Syndrom (PMS)
- Müdigkeit, Reizbarkeit, Fremdkörpergefühl
Selten (bei 1 bis 10 von 10.000 Anwenderinnen):
- Venöse oder arterielle Thromboembolie
- Galaktorrhö (Milchfluss außerhalb der Stillzeit)
Achtung! Wichtiger Hinweis zum Thromboserisiko. Laut Fachinformation erhöht der NuvaRing® das Risiko einer venösen Thrombose auf schätzungsweise 6 bis 12 von 10.000 Frauen pro Jahr, verglichen mit 2 von 10.000 Frauen, die nicht hormonell verhüten. Dieses Risiko steigt im Zusammenhang mit dem NuvaRing® zusätzlich bei Anwenderinnen die rauchen, über 35 Jahre alt sind, an starkem Übergewicht leiden und/oder familiär vorbelastet sind. Achten Sie daher stets auf die folgenden Warnzeichen: einseitige Beinschwellung, plötzliche Atemnot oder starke Brustschmerzen. Suchen Sie in diesem Fall bitte umgehend ärztliche Hilfe auf!
Studienergebnisse zum NuvaRing®
Eine Studie, in der NuvaRing® ein Jahr lang von über 1.145 Frauen angewendet wurde, zeigte eine sehr zuverlässige Verhütungswirkung. Der Pearl-Index lag bei 0,65, bei 100 Frauen kam es also rechnerisch bei weniger als einer von ihnen im Jahr zu einer ungewollten Schwangerschaft. Unregelmäßige Blutungen traten nur bei 2,6 bis 6,4 Prozent der Zyklen auf.
In einer anderen Studie, an der rund 33.295 Frauen teilnahmen, die entweder mit NuvaRing® oder einer Kombinationspille verhüteten, lag die Häufigkeit venöser Thrombosen bei 8,3 pro 10.000 Frauenjahre unter NuvaRing® gegenüber 9,2 unter der Pille, also in einem ähnlichen Bereich. Am häufigsten berichteten die Teilnehmerinnen dabei über Kopfschmerzen und vaginale Infektionen, die meist mild ausfielen.
Was sagen Experten über den NuvaRing®?
Eine systematische Übersichtsarbeit, die 46 Studien zum Vaginalring auswertete, kam zu einem positiven Gesamtbild: In den meisten NuvaRing®-Studien lag der Anteil der Anwenderinnen, die mit der Methode zufrieden oder sehr zufrieden waren, zwischen 80 und 90 Prozent.
Neben der Zufriedenheit spielt für Ärztinnen und Ärzte vor allem die individuelle Risikoabwägung eine zentrale Rolle. Die S3-Leitlinie „Hormonelle Empfängnisverhütung" der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) gilt hierfür als wichtige Orientierung. Sie empfiehlt, vor jeder Verschreibung eines kombinierten hormonellen Verhütungsmittels wie dem NuvaRing® die individuellen Thromboserisiken der Frau sorgfältig abzuklären.
Welche Erfahrungen haben Nutzerinnen mit dem NuvaRing® gemacht?
Anwenderin Karoline B. schreibt beispielsweise: Weil sie sehr vergesslich sei und häufig die Einnahme der Pille verpasst habe, sei sie nach einiger Recherche beim NuvaRing® gelandet. Er sei zwar etwas teurer als die Pille, dafür aber einfach in der Handhabung, und sie spüre ihn im Alltag kaum. Wer allerdings zu Pilzinfektionen neige, solle vorsichtig sein, da bei ihr genau das häufiger auftrat.
Eine Anwenderin aus Großbritannien bewertet das Verhütungsmittel wie folgt: Sie verwende den Ring inzwischen seit fast einem Jahr und komme im Alltag kaum noch damit in Berührung, das Wechseln sei einfach geworden. Anfangs habe sie leichten Libidoverlust und eine leichte Gewichtszunahme bemerkt, beides sei aber gut zu handhaben gewesen. Ihre Periode sei seitdem regelmäßig und deutlich schmerzärmer, und sie würde den Ring weiterempfehlen.
Packungsinhalt und weitere Informationen
Wirkstoff
Der NuvaRing® enthält die Wirkstoffe Etonogestrel (11,7 mg) und Ethinylestradiol (2,7 mg).
Weitere Inhaltsstoffe
Bei den sonstigen Bestandteilen handelt es sich um Poly(ethylen-co-vinylacetat) (28 % und 9 % Vinylacetat) (ein Kunststoff, der nicht vom Körper aufgenommen wird) sowie Magnesiumstearat (Ph.Eur.)
Erscheinungsbild
Beim NuvaRing® handelt es sich um einen flexiblen, transparenten Ring, der einen Durchmesser von 54 mm besitzt. Jeder Ring ist einzeln in einem wiederverschließbaren Folienbeutel verpackt. Die Folienbeutel sind wiederum mit der Gebrauchsanweisung in einer Faltschachtel verpackt.
Packungsgrößen
Erhältlich sind Packungen mit einem oder drei Ringen, es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen angeboten:
- NuvaRing®® 1 Vag.-Ring + 1 Applikator N1
- NuvaRing®® 3 × 1 Vag.-Ring N3
- NuvaRing®® 3 × 1 Vag.-Ring + 3 Applikatoren N3
Hersteller und Zulassungsnummern
- Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller: MSD SHARP & DOHME GMBH, Lindenplatz 1, 85540 Haar
- Zulassungsnummer: Z-51730.00.00.9
Packungsbeilage(n)
NuvaRing®-Packungsbeilage-Stand-04.2013
Die Aktuallität dieser Packungsbeilage kann nicht gewährleistet werden. Die aktuellste Packungsbeilage entnehmen Sie aus der Medikamentenverpackung.
Meldungen von Nebenwirkungen an
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Telefon: +49 228 99300-0
Fax: +49 228 99300-99300
Postanschrift: BfArM, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn
E-Mail: poststelle@bfarm.de
Webseite: https://www.bfarm.de/DE/Home/_node.html
Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
Telefon: +49 6103 770
Fax: +49 6103 771200
Postanschrift: Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51–59, 63225 Langen
E-Mail: pei@pei.de-mail.de
Webseite: https://www.pei.de/DE/home/home-node.html
- Organon Healthcare GmbH: Fachinformation NuvaRing® 0,120 mg/0,015 mg pro 24 Stunden, https://www.fachinfo.de/fi/detail/6086/NuvaRing-R (Abrufdatum: 12. September 2026)
- DGGG, OEGGG, SGGG: S3-Leitlinie „Hormonelle Empfängnisverhütung", AWMF-Registernummer 015/015, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-015 (Abrufdatum: 12. September 2026)
- Dinger J, Möhner S, Heinemann K. (2013): Cardiovascular Risk Associated With the Use of an Etonogestrel-Containing Vaginal Ring. Obstetrics & Gynecology 122(4):800–808, https://doi.org/10.1097/AOG.0b013e3182a5ec6b (Abrufdatum: 12. September 2026)
- Roumen FJ, Apter D, Mulders TM, Dieben TO. (2001): Efficacy, tolerability and acceptability of a novel contraceptive vaginal ring releasing etonogestrel and ethinyl oestradiol. Human Reproduction 16(3):469–475, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11228213 (Abrufdatum: 12. September 2026)
- Steenland MW et al. (2021): Acceptability and Satisfaction of Contraceptive Vaginal Rings in Clinical Studies: A Systematic Review. Frontiers in Global Women's Health 2:799963, https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fgwh.2021.799963/full (Abrufdatum: 12. September 2026)
- Apotheke Adhoc (2017): Aristo: Verhütungsring ungekühlt, https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/aristo-verhuetungsring-ungekuehlt-kontrazeptiva-nuvaring-veri-aristo/ (Abrufdatum: 12. September 2026)
- betanet: Schwangerschaftsverhütung – Kostenübernahme durch die Krankenkasse (§ 24a SGB V), https://www.betanet.de/schwangerschaftsverhuetung.html (Abrufdatum: 12. September 2026)
- erfahrungen.com: NUVARING Erfahrungen & Bewertungen, https://www.erfahrungen.com/mit/nuvaring/ (Abrufdatum: 12. September 2026)
- The Lowdown: NuvaRing reviews, https://thelowdown.com/contraceptives/nuvaring/cause-more-regular-periods (Abrufdatum: 12. September 2026)