Siofor: Wirkstoff Metformin und seine Wirkweise
- Was Siofor ist und welchen Wirkstoff es enthält
- Wie Metformin im Körper wirkt und den Blutzucker senkt
- Welche Dosierungen verfügbar sind (Siofor 500, 850 und 1000 mg)
- Welche Nebenwirkungen auftreten können und wie häufig sie sind
- Wer Siofor nicht einnehmen sollte
- Wie Siofor richtig eingenommen wird
- Was bei der Anwendung zu beachten ist
- Was ist Siofor?
- Welchen Wirkstoff enthält Siofor?
- Wofür wird Siofor eingesetzt?
- Wie wirkt Siofor im Körper?
- Wie senkt Siofor den Blutzuckerspiegel?
- Warum verursacht Siofor selten Unterzuckerungen?
- Welche Dosierungen von Siofor gibt es?
- Siofor 500 mg: Wann wird diese Dosis verwendet?
- Siofor 850 mg: Für wen ist diese Dosis geeignet?
- Siofor 1000 mg: Wann kommt die höchste Dosis zum Einsatz?
- Welche Nebenwirkungen hat Siofor?
- Welche häufigen Nebenwirkungen können auftreten?
- Welche schwerwiegenden Nebenwirkungen sind möglich?
- Wer sollte Siofor nicht einnehmen?
- Bei welchen Erkrankungen ist Siofor kontraindiziert?
- Wann muss Siofor vorübergehend pausiert werden?
- Wie wird Siofor richtig eingenommen?
- Was ist bei der Einnahme zu beachten?
- Welche Wechselwirkungen gibt es?
- Fazit - Was Sie über Siofor wissen sollten
Was ist Siofor?
Siofor ist ein Diabetesmedikament des deutschen Herstellers Berlin-Chemie mit dem Wirkstoff Metformin. Es wird seit vielen Jahren zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt und gehört in Deutschland zu den meistverordneten Antidiabetika. Siofor ist in drei Wirkstärken erhältlich: 500 mg, 850 mg und 1000 mg Metforminhydrochlorid pro Tablette.
Der Wirkstoff bleibt in allen Dosisstärken gleich - lediglich die Menge variiert. Dies ermöglicht eine individuelle Dosisanpassung je nach Blutzuckerwerten und Verträglichkeit. Die aktuelle Nationale Versorgungsleitlinie empfiehlt Metformin als bevorzugtes Erstlinienmedikament bei Typ-2-Diabetes.
Welchen Wirkstoff enthält Siofor?
Der aktive Wirkstoff in allen Siofor-Präparaten ist Metforminhydrochlorid. Chemisch gehört Metformin zur Substanzklasse der Biguanide. Die Substanz wirkt primär in der Leber und hemmt dort die übermäßige Zuckerproduktion, die bei Typ-2-Diabetes typischerweise erhöht ist.
Anders als Sulfonylharnstoffe stimuliert Metformin die Bauchspeicheldrüse nicht zur Insulinausschüttung. Stattdessen verbessert es die Insulinwirkung in den Körperzellen. Dieser Mechanismus erklärt, warum Metformin als Monotherapie praktisch keine Unterzuckerungen verursacht.
Wofür wird Siofor eingesetzt?
Siofor ist zur Behandlung von Typ-2-Diabetes mellitus zugelassen, wenn Diät und körperliche Aktivität allein keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erreichen. Die Zulassung besteht sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.
Bei Patienten mit Übergewicht zeigt Metformin besonders günstige Effekte auf Stoffwechsel und Körpergewicht.
In der Praxis wird Siofor häufig mit anderen Antidiabetika kombiniert oder ergänzend zu Insulin eingesetzt. Metformin reduziert den Langzeitblutzuckerwert HbA1c um durchschnittlich 1,0-1,5 Prozentpunkte. Zusätzlich verbessert es bei vielen Patienten die Blutfettwerte.
Gut zu wissen:
Metformin ist das einzige orale Antidiabetikum, für das eine Reduktion makrovaskulärer Komplikationen nachgewiesen wurde. In der wegweisenden UKPDS-34-Studie sank bei übergewichtigen Diabetikern unter Metformin die Herzinfarktrate um 39% im Vergleich zur konventionellen Therapie.
Wie wirkt Siofor im Körper?
Das in Siofor enthaltene Metformin entfaltet seine blutzuckersenkende Wirkung hauptsächlich über drei Mechanismen. Der bedeutendste Effekt ist die Reduktion der hepatischen Glukoseproduktion um etwa ein Drittel.
Dies geschieht durch Hemmung der Glukoneogenese und Glykogenolyse in der Leber. Gleichzeitig steigert Metformin die Glukoseaufnahme im Darm und in der Skelettmuskulatur.
Auf zellulärer Ebene wirkt Metformin über die Aktivierung der AMP-aktivierten Proteinkinase (AMPK). Dieses Enzym fungiert als Energiesensor und reguliert zahlreiche Stoffwechselprozesse. Die Aktivierung führt zur Hemmung der mitochondrialen Atmungskette, was letztlich die Glukoseproduktion drosselt.
Wie senkt Siofor den Blutzuckerspiegel?
Die Leber gibt bei gesunden Menschen nur dann Glukose ins Blut ab, wenn der Körper sie benötigt - etwa zwischen den Mahlzeiten oder nachts. Bei Typ-2-Diabetes ist diese Regulation gestört, die Leber schüttet kontinuierlich zu viel Zucker aus. Siofor greift hier gezielt ein und normalisiert die hepatische Glukoseabgabe.
Ein zweiter wichtiger Effekt betrifft die Insulinresistenz. Metformin verbessert die Insulinsensitivität in der Peripherie, wodurch Muskel- und Fettzellen besser auf Insulin reagieren. Studien zeigen, dass sich die Insulinresistenz unter Metformin deutlich verbessern kann. Dies führt zu einer effizienteren Glukoseverwertung im gesamten Organismus.
Warum verursacht Siofor selten Unterzuckerungen?
Der entscheidende Unterschied zu anderen Diabetesmedikamenten liegt im Wirkmechanismus. Metformin kurbelt die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse nicht an. Es wirkt ausschließlich insulinsensibilisierend und hemmt die überschießende Glukosefreisetzung. Sobald der Blutzucker Normalwerte erreicht, stoppt die Wirkung automatisch.
Diese sogenannte „antihyperglykämische“ statt „hypoglykämische“ Wirkweise erklärt das geringe Unterzuckerungsrisiko. In klinischen Studien lag die Hypoglykämierate unter Metformin-Monotherapie bei unter 1%. Nur bei Kombination mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen steigt das Risiko nennenswert an.
Gut zu wissen:
Neuere Forschungen zeigen, dass Metformin auch die Darmflora beeinflusst. Eine in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2015 wies nach, dass Metformin die Zusammensetzung des Mikrobioms verändert und die Produktion kurzkettiger Fettsäuren fördert. Diese Darmwirkung könnte zur Gesamtwirksamkeit des Medikaments beitragen.
Welche Dosierungen von Siofor gibt es?
Siofor ist in Deutschland in drei Wirkstärken verfügbar: 500 mg, 850 mg und 1000 mg Metforminhydrochlorid pro Filmtablette. Der Wirkstoff bleibt identisch, nur die Menge unterscheidet sich.
Diese Abstufung ermöglicht eine präzise Dosisanpassung entsprechend dem individuellen Bedarf und der Verträglichkeit.
Die Wahl der Dosisstärke richtet sich nach Blutzuckerwerten, Körpergewicht und eventuellen Begleiterkrankungen. Meist beginnt die Therapie mit der niedrigsten Dosis, die dann schrittweise gesteigert wird. Diese langsame Eindosierung reduziert Magen-Darm-Beschwerden erheblich.
Siofor 500 mg: Wann wird diese Dosis verwendet?
Siofor 500 mg dient typischerweise als Startdosis bei neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes. Die niedrige Dosierung ermöglicht dem Körper eine schonende Anpassung an das Medikament.
Besonders bei Patienten mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt bewährt sich dieser behutsame Einstieg.
Die Anfangsdosis beträgt meist eine Tablette täglich zur Hauptmahlzeit. Nach einer Woche kann auf zweimal täglich 500 mg gesteigert werden. Manche Patienten bleiben langfristig bei dieser niedrigen Dosis, wenn sie ausreicht oder höhere Mengen nicht vertragen werden.
Siofor 850 mg: Für wen ist diese Dosis geeignet?
Die mittlere Dosisstärke liegt zwischen 500 mg und 1000 mg und bietet eine gute Alternative für die schrittweise Dosissteigerung. Viele Ärzte wechseln von 500 mg auf 850 mg, bevor auf 1000 mg erhöht wird. Dies ermöglicht eine feinere Anpassung als der direkte Sprung zur höchsten Einzeldosis.
Siofor 850 mg wird häufig zweimal täglich eingenommen, was einer Tagesdosis von 1700 mg entspricht. Diese Dosierung liegt im mittleren therapeutischen Bereich und reicht bei vielen Patienten aus, um eine gute Blutzuckerkontrolle zu erreichen.
Siofor 1000 mg: Wann kommt die höchste Dosis zum Einsatz?
Siofor 1000 mg ist die höchste verfügbare Einzeldosis. Sie wird meist zweimal täglich eingenommen, was einer Gesamtdosis von 2000 mg entspricht. Dies ist die Standarderhaltungsdosis für viele Patienten mit Typ-2-Diabetes. Bei unzureichender Blutzuckerkontrolle kann die Dosis auf maximal dreimal 1000 mg täglich erhöht werden.
| Dosisstärke | Typische Einnahme | Tagesdosis | Anwendungsbereich |
|---|---|---|---|
| 500 mg | 1-2x täglich | 500-1000 mg | Therapiebeginn, Erhaltung niedrige Dosis |
| 850 mg | 2x täglich | 1700 mg | Mittlerer Dosisbereich, Dosissteigerung |
| 1000 mg | 2x täglich | 2000 mg | Standard-Erhaltungsdosis |
| 1000 mg | 3x täglich | 3000 mg | Maximaldosis bei unzureichender Kontrolle |
Die Höchstdosis von 3000 mg täglich sollte nicht überschritten werden. Höhere Mengen bringen keinen zusätzlichen Nutzen, erhöhen aber das Nebenwirkungsrisiko. Alle Dosierungen werden zu den Mahlzeiten eingenommen, um die Verträglichkeit zu verbessern.
Gut zu wissen:
Die European Medicines Agency (EMA) hat 2016 die Empfehlungen zu Metformin und Nierenfunktion aktualisiert. Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion können Metformin weiterhin einnehmen, allerdings in reduzierter Dosis. Dies ermöglicht mehr Patienten den Zugang zu diesem wichtigen Medikament.
Welche Nebenwirkungen hat Siofor?
Wie jedes Arzneimittel kann auch Siofor unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Die meisten Nebenwirkungen betreffen den Verdauungstrakt und sind dosisabhängig. Sie treten hauptsächlich in der Anfangsphase auf und bessern sich oft nach einigen Wochen von selbst.
Welche häufigen Nebenwirkungen können auftreten?
Verdauungsbeschwerden sind die häufigsten unerwünschten Wirkungen von Metformin. In klinischen Studien berichteten etwa 20-30% der Patienten über gastrointestinale Symptome, besonders zu Behandlungsbeginn. Die Beschwerden sind meist mild bis mäßig ausgeprägt und vorübergehend.
Sehr häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 10 Patienten):
- Durchfall
- Übelkeit
- Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Appetitlosigkeit
Häufige Nebenwirkungen (1 bis 10 von 100 Patienten):
- Geschmacksveränderungen, metallischer Geschmack
- Blähungen und Völlegefühl
Gelegentliche Nebenwirkungen:
- Hautausschlag, Rötungen
- Erhöhte Leberwerte (reversibel nach Absetzen)
Die meisten gastrointestinalen Beschwerden klingen innerhalb von zwei bis vier Wochen ab. Eine langsame Dosissteigerung und die Einnahme zu den Mahlzeiten verringern die Beschwerden deutlich. Bei anhaltenden starken Symptomen sollte ein Arzt konsultiert werden.
Welche schwerwiegenden Nebenwirkungen sind möglich?
Ein langfristiges Risiko bei Metformin-Therapie ist der Vitamin-B12-Mangel. Metformin beeinträchtigt die Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarm. Studien zeigen, dass etwa 10-30% der Langzeitanwender erniedrigte B12-Spiegel entwickeln. Ein ausgeprägter Mangel kann zu neurologischen Störungen führen.
Symptome eines Vitamin-B12-Mangels:
- Kribbeln und Taubheitsgefühle in Händen und Füßen
- Muskelschwäche
- Gedächtnisstörungen und Konzentrationsprobleme
- Blutarmut (megaloblastäre Anämie)
Ihr Arzt sollte bei Langzeittherapie regelmäßig die Vitamin-B12-Werte kontrollieren. Bei nachgewiesenem Mangel können Vitamin-B12-Präparate oral oder als Injektion gegeben werden. Patienten mit vegetarischer oder veganer Ernährung haben ein erhöhtes Risiko.
Achtung!
Laktatazidose ist die schwerste Nebenwirkung von Metformin, tritt aber sehr selten auf (weniger als 1 von 10.000 Patienten). Sie entsteht durch Anreicherung von Milchsäure im Blut und kann lebensbedrohlich sein. Besonders gefährdet sind Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Lebererkrankungen oder schwerem Alkoholkonsum. Warnzeichen sind schnelle, tiefe Atmung, starke Bauchschmerzen, Muskelkrämpfe und extreme Müdigkeit.
Wer sollte Siofor nicht einnehmen?
Siofor ist nicht für alle Diabetespatienten geeignet. Bei bestimmten Vorerkrankungen oder Zuständen überwiegen die Risiken den Nutzen. Ihr Arzt prüft vor der Verordnung sorgfältig, ob Kontraindikationen vorliegen.
Bei welchen Erkrankungen ist Siofor kontraindiziert?
Eingeschränkte Nierenfunktion: Metformin wird unverändert über die Nieren ausgeschieden. Bei einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) unter 30 ml/min ist Siofor kontraindiziert. Bei GFR-Werten zwischen 30-60 ml/min muss die Dosis reduziert werden. Regelmäßige Kontrollen der Nierenwerte sind erforderlich, besonders bei älteren Patienten.
Akute metabolische Azidose:
- Diabetische Ketoazidose
- Diabetisches Koma oder Präkoma
- Schwere Stoffwechselentgleisungen
Schwere Organ- und Gewebeschäden:
- Akuter Herzinfarkt oder schwere Herzinsuffizienz
- Respiratorische Insuffizienz
- Akute oder chronische Lebererkrankungen
- Schwere Infektionen, Sepsis
- Gewebehypoxie jeglicher Ursache
Weitere absolute Kontraindikationen:
- Überempfindlichkeit gegen Metformin
- Chronischer Alkoholmissbrauch
- Akute Alkoholintoxikation
- Stillzeit (Metformin geht in die Muttermilch über)
Wann muss Siofor vorübergehend pausiert werden?
In bestimmten Situationen sollte das Medikament vorübergehend ausgesetzt werden, damit Untersuchungen oder Eingriffe problemlos vonstatten gehen können. Dies sind Beispiele der häufigsten Gründe für Pausen in der Einnahme von Siofor:
Vor Kontrastmitteluntersuchungen: Jodhaltige Kontrastmittel können die Nierenfunktion vorübergehend beeinträchtigen. Siofor muss 48 Stunden vor geplanten Untersuchungen mit jodhaltigen Kontrastmitteln abgesetzt werden. Die Wiederaufnahme erfolgt frühestens 48 Stunden nach der Untersuchung, wenn die Nierenfunktion stabil ist.
Vor größeren Operationen: Bei Operationen mit Vollnarkose, Spinalanästhesie oder Periduralanästhesie muss Siofor pausiert werden. Die Behandlung kann erst wieder aufgenommen werden, wenn die orale Ernährung wieder möglich ist und die Nierenfunktion normal ist.
Bei akuten Erkrankungen:
- Schwere Dehydratation durch Erbrechen, Durchfall oder Fieber
- Schwere Infektionen (Lungenentzündung, Harnwegsinfekte)
- Zustände, die zur Gewebehypoxie führen können
Wie wird Siofor richtig eingenommen?
Die korrekte Einnahme von Siofor ist entscheidend für die Wirksamkeit und Verträglichkeit. Einige grundlegende Regeln helfen, Nebenwirkungen zu minimieren und den größtmöglichen Nutzen zu erzielen.
Was ist bei der Einnahme zu beachten?
Einnahme immer zu den Mahlzeiten: Siofor sollte während oder direkt nach einer Mahlzeit eingenommen werden, nie auf nüchternen Magen. Dies reduziert gastrointestinale Beschwerden erheblich. Schlucken Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit. Teilen oder Mörsern ist nicht empfohlen.
Einnahmezeitpunkte:
- Bei einmal täglicher Einnahme: Zum Abendessen
- Bei zweimal täglicher Einnahme: Morgens und abends zu den Hauptmahlzeiten
- Bei dreimal täglicher Einnahme: Zu Frühstück, Mittagessen und Abendessen
Versuchen Sie, die Tabletten möglichst zur gleichen Tageszeit einzunehmen. Dies unterstützt einen gleichmäßigen Wirkspiegel im Blut.
Vergessene Einnahme: Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese nicht nachträglich ein. Warten Sie bis zur nächsten regulären Einnahme. Verdoppeln Sie niemals die Dosis, um eine vergessene Tablette auszugleichen.
Notwendige Kontrollen während der Therapie:
| Untersuchung | Häufigkeit | Zweck |
|---|---|---|
| Nierenwerte (Kreatinin, GFR) | Mindestens jährlich, bei älteren Patienten häufiger | Früherkennung von Nierenfunktionsstörungen |
| HbA1c-Wert | Alle 3 Monate | Beurteilung der Blutzuckereinstellung |
| Vitamin B12 | Jährlich bei Langzeittherapie | Erkennung eines Vitaminmangels |
| Leberwerte | Bei Bedarf | Ausschluss von Leberfunktionsstörungen |
Welche Wechselwirkungen gibt es?
Siofor kann, wie alle Medikamente, unerwünschte Nebenwirkungen aufgrund der gleichzeitigen Einnahme mit anderen Mitteln hervorrufen. Dies sind die wichtigsten davon:
Alkohol: Alkoholkonsum erhöht das Risiko einer Laktatazidose unter Metformin deutlich. Vermeiden Sie größere Alkoholmengen und trinken Sie nie auf leeren Magen. Chronischer Alkoholmissbrauch ist eine absolute Kontraindikation für Siofor.
Wichtige Arzneimittelinteraktionen:
- Diuretika und ACE-Hemmer: Können die Nierenfunktion beeinflussen, regelmäßige Kontrollen erforderlich
- Glukokortikoide (Kortison): Erhöhen den Blutzucker und können die Metformin-Wirkung abschwächen
- Cimetidin: Hemmt die Ausscheidung von Metformin und erhöht dessen Blutspiegel
- Kontrastmittel: Erfordern vorübergehendes Absetzen (siehe oben)
Informieren Sie jeden behandelnden Arzt und Apotheker über Ihre Siofor-Einnahme, bevor neue Medikamente verordnet werden.
Ernährung und Lebensstil: Metformin entfaltet seine beste Wirkung in Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung. Eine ballaststoffreiche Kost mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß unterstützt die Blutzuckerkontrolle. Sehr fettreiche Mahlzeiten können Magen-Darm-Beschwerden verstärken.
Fazit – Was Sie über Siofor wissen sollten
Siofor enthält den Wirkstoff Metformin und ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Es senkt den Blutzucker über mehrere Mechanismen, ohne Unterzuckerungen zu verursachen. Die verfügbaren Dosierungen von 500 mg bis 1000 mg ermöglichen eine individuelle Anpassung.
Die meisten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt und klingen nach wenigen Wochen ab. Bei Nierenproblemen, schweren Lebererkrankungen oder Herzinsuffizienz darf Siofor nicht eingenommen werden. Die beste Wirkung erzielen Sie in Kombination mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung.
FAQ
Worin unterscheiden sich Siofor 500, 850 und 1000?
Der Wirkstoff Metformin ist identisch, nur die Menge pro Tablette variiert. Siofor 500 mg enthält 500 mg Metforminhydrochlorid, Siofor 850 mg enthält 850 mg und Siofor 1000 mg enthält 1000 mg.
Die unterschiedlichen Stärken dienen der individuellen Dosisanpassung und ermöglichen eine schrittweise Steigerung zur Verbesserung der Verträglichkeit.
Kann ich Siofor zusammen mit anderen Diabetesmedikamenten einnehmen?
Ja, Siofor wird häufig mit anderen Antidiabetika kombiniert. Übliche Kombinationen sind Metformin plus DPP-4-Hemmer, SGLT2-Hemmer oder GLP-1-Rezeptoragonisten. Auch eine Kombination mit Insulin ist möglich. Ihr Arzt entscheidet über die passende Kombination basierend auf Ihren Blutzuckerwerten und Ihrer individuellen Situation.
Wie lange dauert es, bis Siofor wirkt?
Die blutzuckersenkende Wirkung setzt innerhalb von 24-48 Stunden ein.
Die maximale Wirkung entwickelt sich jedoch erst nach 1-2 Wochen regelmäßiger Einnahme. Der Langzeitblutzuckerwert HbA1c verbessert sich erst nach etwa 3 Monaten messbar, da er die durchschnittliche Blutzuckereinstellung der vergangenen Wochen widerspiegelt.
Kann Siofor beim Abnehmen helfen?
Siofor ist kein Abnehmmittel. Es kann jedoch eine moderate Gewichtsreduktion von 2-3 kg unterstützen, besonders bei übergewichtigen Diabetikern. Anders als manche andere Diabetesmedikamente verursacht Metformin keine Gewichtszunahme. Der Hauptzweck bleibt aber die Blutzuckerkontrolle, nicht die Gewichtsabnahme.
Muss ich Siofor dauerhaft einnehmen?
Das hängt vom Verlauf Ihres Diabetes ab. Viele Patienten nehmen Siofor langfristig ein.
Bei deutlicher Verbesserung durch Gewichtsabnahme und konsequente Lebensstiländerung kann die Dosis manchmal reduziert oder das Medikament abgesetzt werden. Solche Entscheidungen sollten Sie ausschließlich mit Ihrem Arzt treffen, niemals eigenmächtig.