Die vorzeitige Ejakulation - was kann Man(n) dagegen tun?

Von Paul D.| Datum: 05.03.2018| Lesedauer: 3-4 Min.

Geschätzte 20 bis 30 Prozent der Männer in Deutschland in einem Alter von 18 bis 59 Jahren haben innerhalb des Geschlechtsverkehrs öfter einen vorzeitigen Samenerguss. Passiert das einmal, ist es noch hinnehmbar. Vermehrt auftretend fühlen Männer sich aber schnell in ihrer Männlichkeit eingeschränkt und das ist eine psychische Belastung.

Was ist der vorzeitige Samenerguss?

Als vorzeitiger Samenerguss wird ein als zu schnell entstandener Samenerguss bezeichnet, der entgegen dem Willen des Mannes stattfindet. Das heißt, dass betroffene Männer die Ejakulation nicht oder nicht ausreichend kontrollieren können und das bringt das Gefühl mit sich, beim Sex nicht lange genug durchhalten zu können und ist belastend.

Woran erkennt man den vorzeitigen Samenerguss?

Das Problem wird unterschiedlich definiert. Deshalb ist es zunächst wichtig, ob der Betroffene die Situation als belastend empfindet und wie hoch der daraus resultierende Leidensdruck ist. Eine objektive Grenze gibt es nicht und bei Männern sind die Definitionen von "normal" sehr subjektiv.

Medizinisch wird ein vorzeitiger Samenerguss dahingehend definiert, dass die Ejakulation schon immer rund drei Minuten nach dem Einführen des Penis in die Scheide erfolgt und der Betroffene dies nicht unterdrücken kann.

Was geschieht beim vorzeitigen Samenerguss?

Die Sexualität des Mannes geschieht stufenweise und beginnt mit der Stimulation, dem Anschwellen des Penis und der Erektion. Danach folgt die Phase des Haltens der Erregung ohne eine Ejakulation, was als Plateauphase bezeichnet wird. Nachfolgend erfolgt der Samenerguss üblicherweise in Verbindung mit dem Orgasmus und ist gefolgt von der Erschlaffung des Penis.

Bei Männern mit sogenannter Ejaculatio Praecox ist der Ejakulationsablauf verkürzt und beginnt mit einer stark ansteigenden Erregungsphase, wird gefolgt von der stark verkürzten Plateauphase und hat dann die rasche Ejakulation mit Orgasmus als Folge.

Wie häufig sind Männer betroffen?

Der vorzeitige Samenerguss ist eine der häufigsten Funktionsstörungen in der Sexualität des Mannes. Etwa jeder vierte Mann ist betroffen. Dabei haben die Männer aber häufig einen geringen Leidensdruck und sind deshalb nicht therapiebedürftig. Nur drei bis sechs Prozent der betroffenen Männer sehen das als Problem und wünschen eine therapeutische Hilfe.

Die Diagnose

Die Medizin unterscheidet zwischen einem lebenslangen oder primären und einem erworbenen vorzeitigen Samenerguss. Der erste Fall tritt seit Beginn der sexuellen Aktivität auf. Im zweiten Fall gab es auch Zeiten, in denen die Zeit bis zum Samenerguss länger und befriedigender anhielt.

Zur Diagnose werden durchgeführt

- die Biothesiometrie, also die Messung der Nerven
- ein EMG, zur Erfassung der Beckenbodenmuskulatur
- die Doppler-Duplex-Sonographie zur Messung de vier Gefäße im Penis
- die Untersuchung der Zusammensetzung des Schwellkörper
- die Blutentnahme zur Ermittlung hormoneller Parameter

Die Behandlung

Es gibt unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Neben einer oralen Medikation, die die Botenstoffe im Gehirn beeinflussen, gibt es viele individuell zugeschnittene Möglichkeiten der Therapie. Dabei wird zwischen der medikamentösen und der nicht-medikamentösen Therapie unterschieden.

Bei der nicht-medikamentösen Therapie wird oftmals der Partner einbezogen, um beispielsweise den Erfolgsdruck zu reduzieren. Beim medikamentösen Ansatz wird zunächst das Symptom allein behandelt.

Eine chirurgische Behandlung wird üblicherweise weder empfohlen noch durchgeführt.

Vor der Therapie muss zwingend die Ursache gefunden werden, um organische oder psychische Ursachen zu unterscheiden.

Die nicht-medikamentöse Therapie

Diese kann in Form von gezieltem Beckenbodentraining stattfinden.

Die Stopp-Technik von Semans bewirkt, dass der Penis bis kurz vor der Ejakulation stimuliert wird, danach eine Pause erfolgt und die Stimulation erst wieder stattfindet, wenn die Erregung sich reduziert hat. Dieser permanente Wechsel soll die Verlängerung der Erektionsdauer bewirken.

Die Squeeze-Technik oder auch Drück-Methode bewirkt, dass der Mann lernt, seine Erregung und die ungewollte frühe Ejakulation schneller wahrzunehmen. Hierzu wird der Penis an der Spitze sanft gedrückt und der Zeigefinger an das Frenulum, der Daumen auf die Eichel gelegt und sanfter Druck ausgeübt. Dadurch nimmt der Erregungszustand kurz vor der Ejakulation ab. Die Technik erfordert ein wenig Training, wird aber als hilfreich beschrieben.

Masturbation vor dem Geschlechtsverkehr beschreiben viele Männer als hilfreich und gerade jüngere Männer profitieren häufig von dieser Methode, während ältere Männer hierbei oft ein Problem haben, eine weitere Erektion aufzubauen.

Die Kondomverwendung ist für viele Männer hilfreich, denn das Kondom macht sie weniger sensibel und bewirkt ein stärkeres Durchhaltevermögen. Einen Versuch ist diese Methode wert.

Quellen:

  • Männer Gesundheit (2018): Vorzeitiger Samenerguss - Wenn Man(n) zu früh kommt. Online verfügbar unter: https://www.maennergesundheit.info/leistungen/maennliche-sexualmedizin/ejakulationsstoerung/vorzeitiger-samenerguss.html, zuletzt geprüft am 25.02.2018.
  • Bild: https://www.pexels.com

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