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Behandlung der Wechseljahre

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Wechseljahre Behandlung

Hitzewallungen, schlechter Schlaf, wechselnde Stimmung oder ein unregelmässiger Zyklus: Die Wechseljahre verlaufen bei jeder Frau anders, und nicht jede braucht eine Behandlung. Hier lesen Sie, was in dieser Zeit im Körper passiert, wann eine Abklärung sinnvoll ist und welche Behandlungen es in der Schweiz gibt.

Themenliste

Was sind Perimenopause, Menopause und Postmenopause?

Die Menopause ist die letzte Regelblutung. Man stellt sie rückblickend fest, wenn 12 Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist. Die Perimenopause, die Wechseljahre im engeren Sinn, beginnt mit den ersten typischen Veränderungen und dauert bis ein Jahr nach der letzten Blutung. Danach spricht man von der Postmenopause. Die hormonelle Umstellung dauert oft 4 bis 8 Jahre. Bei 95% der Frauen tritt die Menopause zwischen 45 und 55 ein (SGEM, Factsheets 2022). Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine Übergangsphase. Behandelt wird nur, wenn Beschwerden belasten.

Welche Beschwerden sind häufig, und wann braucht es eine Abklärung?

Häufig sind Hitzewallungen und Nachtschweiss, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, ein veränderter Zyklus, Scheidentrockenheit mit Schmerzen beim Sex, weniger Lust und Gelenkbeschwerden. Nach den Schweizer Factsheets haben etwa 70 % der Frauen in westlichen Ländern Hitzewallungen, im Schnitt über 7 bis 8 Jahre. Rund 40 % berichten über Schlafprobleme, und 45 bis 63% der Frauen nach der Menopause haben genitale oder Harnwegsbeschwerden (SGEM 2022, Übersichtsangaben). Anhaltende oder auffällige Beschwerden sollten ärztlich geklärt werden, weil auch eine Schilddrüsenerkrankung, Eisenmangel oder eine Depression ähnliche Beschwerden machen können. Ungeklärte oder unregelmässige Blutungen, Blutungen nach der Menopause, eine ausbleibende Periode vor dem 40. Lebensjahr, Brustknoten oder plötzliche Brust-, Atem- oder Beinschmerzen gehören zeitnah in eine Praxis und nicht in eine reine Online-Abklärung.

Wie werden die Wechseljahre abgeklärt?

Meist genügt ein Gespräch über Alter, Zyklus und Beschwerden. Bluttests helfen nur in bestimmten Situationen, etwa bei Beschwerden vor dem 40. Lebensjahr oder wenn andere Erkrankungen ausgeschlossen werden sollen. Eine feste Testregel für alle gibt es nicht. Hormonwerte schwanken in der Perimenopause stark, ein einzelner Wert kann deshalb täuschen und bestätigt die Wechseljahre nicht. Bei unklaren Blutungen sind eine gynäkologische Untersuchung mit Ultraschall und weitere Abklärungen sinnvoll (SGEM 2022).

Welche Behandlungen gibt es?

Es gibt mehrere Stufen: Alltagsmassnahmen, nicht-hormonelle Mittel, lokale Östrogene bei Scheidenbeschwerden und die systemische Hormonbehandlung. Welche passt, hängt von Beschwerden, Gesundheit und Vorlieben ab.

Bei starken Hitzewallungen und Nachtschweiss ist die Hormonbehandlung am wirksamsten. Frauen mit Gebärmutter brauchen zum Östrogen ein Gestagen, das die Gebärmutterschleimhaut schützt, ohne Gebärmutter genügt Östrogen allein. Anwendungsart (Tablette, Gel, Pflaster), Dosis und Präparat werden individuell gewählt. Von individuell in der Apotheke gemischten Hormonpräparaten rät die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) ab (Informationsblatt 2024).

Wenn Hormone nicht infrage kommen, kann das rezeptpflichtige Fezolinetant bei mittleren bis starken Hitzewallungen helfen, wobei die Leberwerte regelmässig kontrolliert werden. Bei Scheidentrockenheit helfen Feuchtigkeitsgele oder lokale Östrogene, die kaum im ganzen Körper wirken. Für Schlaf und Stimmung eignen sich Schlafhygiene, Bewegung und Verhaltenstherapie.

Für wen eignet sich eine Hormonbehandlung?

Eine Hormonbehandlung kommt bei belastenden Beschwerden infrage, idealerweise innerhalb von 10 Jahren nach der Menopause oder vor dem 60. Lebensjahr. Das Risiko ist insgesamt gering, hängt aber von Art und Dauer ab. Thrombosen, Schlaganfälle und Gallensteine treten vor allem bei Tabletten auf, nicht bei Gel oder Pflaster. Das Brustkrebsrisiko steigt nur bei der Kombination aus Östrogen und Gestagen nach mehr als 5 Jahren (SGGG 2024). Über 7,5 Jahre sind es pro 1000 Frauen etwa 5 zusätzliche Brustkrebsdiagnosen unter Östrogen plus Gestagen (SGEM 2022, Übersicht grosser Studien). Nicht geeignet ist die Behandlung unter anderem bei Brustkrebs in der Vorgeschichte (Ausnahmen nur nach Einzelfallprüfung), unklaren Blutungen sowie früheren Thrombosen oder Schlaganfällen. Medikamente, die Leberenzyme beeinflussen, können Wirkung und Sicherheit verändern. Persönliche und familiäre Vorgeschichte gehören deshalb ins Arztgespräch. Für eine Garantie, dass Beschwerden vollständig verschwinden, oder einen festen Zeitplan gibt es keine Grundlage.

Was gilt für Pflanzenstoffe und Nahrungsergänzungsmittel?

Für die meisten pflanzlichen Mittel ist der Nutzen unsicher. Über 300 Pflanzen werden gegen Hitzewallungen angepriesen, die meisten sind kaum untersucht. Traubensilberkerze ist am besten erforscht, ihr Nutzen gilt laut Cochrane aber als nicht ausreichend belegt (pharma-kritik 2016). Johanniskraut kann mit anderen Medikamenten wechselwirken, etwa mit der Pille und mit Krebsmitteln. «Natürlich» heisst nicht ungefährlich, und Nahrungsergänzungsmittel durchlaufen kein Zulassungsverfahren wie Arzneimittel. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder der Apotheke.

Wie geht es nach Behandlungsbeginn weiter?

Nach Beginn oder Änderung einer Behandlung prüft die Ärztin oder der Arzt Wirkung und Verträglichkeit. Hormonbehandlungen werden mindestens jährlich überprüft. Wichtig sind Rückmeldungen zu Beschwerden, Nebenwirkungen und regelmässiger Einnahme. Unerwartete Blutungen unter der Behandlung müssen abgeklärt werden. In der Perimenopause bleibt eine Schwangerschaft möglich, Verhütung ist deshalb weiter nötig. Die Kombinationspille ist ab 40 weniger geeignet, Alternativen sind etwa die Minipille oder die Spirale. Verhütung kann meist mit 55 beendet werden (SGEM 2022).

Wie erhalten Sie die Behandlung in der Schweiz?

Fünf Fragen sind getrennt zu beantworten. Swissmedic hat mehrere Östrogen- und Gestagenpräparate sowie Fezolinetant zugelassen. Ob ein Präparat aktuell lieferbar ist, klärt die Apotheke. Hormonpräparate sind rezeptpflichtig und werden in der Apotheke abgegeben. DoktorABC folgt derselben Logik wie das Schweizer Recht: Nach Ihrem Online-Fragebogen entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt, ob eine Behandlung infrage kommt, und stellt bei passender Eignung das Rezept aus. Bei Warnzeichen, unklaren Blutungen oder Hinweisen, die eine Untersuchung erfordern, verweist das Team an eine Praxis.

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