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Laut Zahlen des Bundesamts für Statistik sind 43 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz übergewichtig. Das ist nicht nur ein ästhetisches Thema, sondern es kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben, die von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Diabetes Typ 2 bis hin zu Gelenkproblemen und psychischen Belastungen reichen.
Mediziner definieren Übergewicht mithilfe des Body-Mass-Index (BMI). Dieser Index berechnet sich aus dem Verhältnis von Körpergewicht (in Kilogramm) zur Körpergrösse (in Metern) zum Quadrat. Die Formel lautet:
BMI = Gewicht (kg) / (Grösse in m)²
Beispiel: Eine Person, die 1,75 Meter gross ist und 85 Kilogramm wiegt, hat einen BMI von etwa 27,8 – und liegt damit im Bereich des Übergewichts.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt den BMI in verschiedene Kategorien ein:
Obwohl der BMI eine einfache und weit verbreitete Methode zur Einschätzung des Körpergewichts ist, hat er seine Grenzen. Er berücksichtigt weder die individuelle Körperzusammensetzung (Muskel- vs. Fettanteil) noch Alter oder Geschlecht.
Nicht jedes Kilo zu viel stellt automatisch ein Gesundheitsrisiko dar, doch ab einem gewissen Punkt ist es sinnvoll, aktiv gegenzusteuern. Spätestens wenn der BMI dauerhaft über 25 liegt und zusätzliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte oder Gelenkbeschwerden hinzukommen, sollte man das Thema Übergewicht ernst nehmen. Besonders kritisch wird es bei einem BMI über 30 (Adipositas), da hier das Risiko für chronische Krankheiten steigt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das individuelle Wohlbefinden. Wer sich in seinem Körper unwohl fühlt, körperliche Einschränkungen hat oder unter psychischen Belastungen leidet, sollte sich ebenfalls Unterstützung holen.
Bei Kindern und Jugendlichen ist besondere Aufmerksamkeit gefragt: Übergewicht im jungen Alter kann nicht nur das Selbstwertgefühl beeinträchtigen, es erhöht auch das Risiko, später an Adipositas zu erkranken.
Die gute Nachricht: Je früher man Übergewicht erkennt und behandelt, desto grösser sind die Erfolgsaussichten. In vielen Fällen reichen schon kleine, aber konsequente Veränderungen im Alltag, um wieder ein gesundes Körpergewicht zu erreichen.
Der Weg aus dem Übergewicht gelingt leichter mit professioneller Unterstützung. Verschiedene Fachpersonen können je nach individueller Situation eine wichtige Rolle spielen:
Sie sind normalerweise die erste Anlaufstelle. Hausärzte können den allgemeinen Gesundheitszustand beurteilen, Risikofaktoren erkennen, bei Bedarf Laboruntersuchungen veranlassen und eine erste Einschätzung zum Gewicht geben. Sie helfen auch bei der Auswahl geeigneter weiterführender Angebote.
Qualifizierte Fachkräfte in der Ernährungsberatung (z. B. mit SVDE-Anerkennung) unterstützen dabei, Essgewohnheiten zu hinterfragen und einen langfristig gesunden Ernährungsstil zu entwickeln, der alltagstauglich und individuell angepasst ist.
Bei bestimmten Begleiterkrankungen wie Diabetes, Hormonstörungen oder Herz-Kreislauf-Problemen kann die Einbindung von Spezialisten wie Endokrinologen, Diabetologen oder Kardiologen sinnvoll sein. Auch Magen-Darm-Ärzte oder Adipositas-Zentren kommen bei starkem Übergewicht infrage.
Essen ist oft eng mit Gefühlen, Stress oder alten Mustern verbunden. Eine psychologische Begleitung kann helfen, emotionale Hintergründe des Übergewichts zu verstehen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln, besonders bei Essstörungen, Frustessen oder Problemen mit dem Selbstwert.
Bewegung ist ein zentraler Baustein beim Abnehmen. Fachleute können dabei helfen, passende Trainingsformen zu finden, die die Gelenke schonen und Freude an der Bewegung vermitteln.
Beim Abnehmen gibt es keinen allgemeingültigen Weg für alle Patienten. Was zählt, ist eine Lösung, die zum Leben der betroffenen Person passt.
Übergewicht und Adipositas lassen sich je nach Schweregrad, Begleiterkrankungen und persönlichen Lebensumständen auf verschiedene Weise behandeln. Wichtig ist dabei immer ein individueller Ansatz, der langfristige Veränderungen möglich macht.
Der erste Schritt ist oft eine Veränderung der Essgewohnheiten. Crash-Diäten bringen meist nur kurzfristige Erfolge. Erfolgversprechender ist eine kalorienbewusste Ernährung mit viel Gemüse, wenig Zucker und moderaten Portionen, die sich an die persönlichen Vorlieben und den Alltag anpasst. Dabei kann auch Intervallfasten hilfreich sein.
Professionelle Beratung durch Fachpersonen (z. B. in einer Arztpraxis oder bei Ernährungsprogrammen) hilft dabei, das eigene Essverhalten bewusst zu machen, Fehlsteuerungen zu erkennen und schrittweise gesunde Alternativen in den Alltag zu integrieren.
Regelmässige körperliche Aktivität hilft beim Abnehmen und erhöht das allgemeine Wohlbefinden. Dabei geht es nicht um Leistungssport, sondern um machbare Bewegung im Alltag wie Spaziergänge, Schwimmen, Radfahren, leichtes Krafttraining oder spezielle Gymnastik.
Oft sind ungesunde Essmuster mit Stress, Frust oder Gewohnheiten verknüpft. Eine Verhaltenstherapie hilft dabei, diese Muster zu erkennen und gezielt zu verändern. Sie ist besonders effektiv, wenn Übergewicht mit emotionalem Essen oder Essstörungen einhergeht.
In vielen Fällen können Medikamente sinnvoll sein, zum Beispiel, wenn andere Massnahmen keinen ausreichenden Erfolg zeigen oder Begleiterkrankungen vorliegen. Medikamente sollten immer in Kombination mit Änderungen des Lebensstils und unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden. (Mehr dazu im nächsten Abschnitt.)
Eine 2025 in der Fachzeitschrift The Lancet erschienene Meta-Analyse mit Daten aus 154 Studien hat gezeigt, dass Tirzepatid und Semaglutid die wirksamsten Medikamente für die Reduktion des Körpergewichts sind.
Bei schwerer Adipositas (BMI über 40 oder über 35 mit Folgeerkrankungen) kann ein operativer Eingriff nötig sein, etwa ein Magenbypass oder ein Schlauchmagen. Solche Eingriffe senken das Gewicht deutlich, erfordern jedoch eine gründliche Vorbereitung, langfristige Nachbetreuung und eine dauerhafte Umstellung der Lebensweise.
Besonders wirksam sind Programme, die mehrere Ansätze kombinieren, etwa ärztlich begleitete Gruppenprogramme, die Ernährung, Bewegung und Verhalten gemeinsam bearbeiten.
In der Schweiz sind mehrere Medikamente zur Behandlung von Adipositas zugelassen. Die folgenden Mittel kommen dann zum Einsatz, wenn eine Ernährungsumstellung und Bewegung nicht den gewünschten Erfolg bringen:
Orlistat (z. B. unter dem Handelsnamen Xenical®) hemmt das Enzym Lipase im Darm. Dadurch wird ein Teil der Nahrungsfette nicht verdaut, sondern unverdaut wieder ausgeschieden. Somit nimmt der Körper weniger Kalorien auf. Häufige Nebenwirkungen sind Fettstühle, Blähungen und gelegentlich Bauchkrämpfe.
Liraglutid (in der Schweiz unter dem Markennamen Saxenda® zugelassen) ist ein sogenanntes GLP-1-Analogon. Es ahmt das natürliche Hormon GLP-1 nach, das das Sättigungsgefühl verstärkt. Die Anwender spritzen Liraglutid einmal täglich unter die Haut. Es verlangsamt die Magenentleerung, reduziert den Appetit und kann so beim Abnehmen helfen. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Völlegefühl und gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden.
Semaglutid ist ein GLP-1-Rezeptoragonist, der in der Schweiz unter dem Namen Wegovy® zugelassen ist. Er wirkt ähnlich wie Liraglutid, wird aber nur einmal wöchentlich gespritzt und zeigt teilweise noch stärkere Effekte. Auch hier stehen die Zügelung des Appetits und die verlängerte Sättigung im Vordergrund. Wegen möglicher Nebenwirkungen (z. B. Magenbeschwerden) ist eine schrittweise Erhöhung der Dosis wichtig.
Dieser Wirkstoff gehört zu einer neuen Klasse von Medikamenten, die gleichzeitig zwei natürliche Hormone nachahmen: GLP-1 und GIP. Diese Hormone helfen dabei, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und den Appetit zu steuern. Tirzepatid wirkt also mehrfach: Es regt die Insulinproduktion an, senkt den Blutzucker, verlangsamt die Magenentleerung und sorgt dafür, dass man sich schneller und länger satt fühlt.
Die Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic erteilte im Juli 2024 die Zulassungserweiterung für die chronische Gewichtsregulierung bei Erwachsenen mit einem BMI von über 30 oder ab einem BMI von 27, wenn Begleiterkrankungen vorliegen.
Medikamente sollen beim Abnehmen unterstützen. Sie sind kein Ersatz für eine gesunde Lebensweise. Am besten wirken sie in Kombination mit einer Umstellung der Ernährung, mehr Bewegung und psychologischer Begleitung.
Als ersten Schritt füllen Sie online einen medizinischen Fragebogen aus. Ein Arzt wird anhand Ihrer Daten eine Diagnose stellen und Ihnen eine passende Behandlung empfehlen.
Bestellungen von Medikamenten werden Ihnen in ein bis zwei Werktagen zugestellt. Damit ersparen Sie sich die Zeit und den Anfahrtsweg für einen Arztbesuch.
Unser Service ist nicht nur sicher, sondern auch diskret und kann Sie langfristig auf dem Weg zu Ihrem Idealgewicht begleiten.
Je nach Diagnose und Ihren Vorlieben haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihr Körpergewicht zu reduzieren. Diese reichen von Bewegungsprogrammen über eine Umstellung der Ernährung bis zu Medikamenten und chirurgischen Eingriffen. DoktorABC unterstützt Sie gerne dabei, den besten Weg für sich zu finden.
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