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Allgemeine Informationen

Sommerzeit ist Allergiezeit: Was Allergiker und Asthmatiker im Sommer beachten sollten!

Lena Blank
7 Minuten

Ob picknicken, ein Grillfest oder joggen gehen: Viele Allergiker haben es im Sommer nicht leicht. Knapp jede dritte Person in Deutschland leidet unter einer Allergie. Mit 30 Prozent sind die meisten Allergiker von einer Pollenallergie betroffen. Bei einigen entsteht folglich eine Asthma-Erkrankung, die einem den Sommer schön vermiesen kann.

Doch auch Allergiker und Asthmatiker können den Sommer genießen, sofern Sie lernen, mit der Erkrankung umzugehen. In diesem Artikel haben wir die wichtigsten Informationen und Ratschläge zum Thema Allergien und Asthma für Sie zusammengestellt.

Habe ich eine Sommerallergie?

Tatsächlich werden bloß fünf bis zehn Prozent aller Allergiker adäquat behandelt. Häufig nehmen die Betroffenen die unspezifischen Symptome als harmlos wahr, nehmen sie nicht ernst oder schließen auf eine Erkältung. Ob Sie unter einer Pollenallergie leiden, kann letztlich bloß ein Allergietest beim Arzt gänzlich aufklären. Es gibt jedoch einige Beschwerden, die den Verdacht verhärten können:

  • Häufiges Nasenjucken
  • Niesreiz im Freien
  • Laufende Nase im Frühling oder Sommer
  • Ständig verstopfte Nase
  • Juckende Augen in der Nähe von Pflanzen
  • Augenbrennen auf Wiesen, Feldern oder im Wald
  • Gerötete Augen an der frischen Luft
  • Juckreiz im Hals, in der Nähe von Pflanzenpollen

Bemerken Sie mehrerer dieser Symptome hauptsächlich im Frühling oder im Sommer, kann Heuschnupfen dahinter stecken. Besprechen Sie Ihren Verdacht mit einem Arzt.

Allergien und Asthma

Einige Allergiker entwickeln im Laufe ihres Lebens Asthma. Insbesondere Betroffene von Heuschnupfen plagen zusätzliche Asthmaanfälle. Doch woran erkennen Sie den Unterschied eigentlich?

Der Unterschied zwischen einem allergischen Schnupfen und Asthma ist relativ einfach zu erkennen. Bei einer Allergie nimmt unser Körper einen harmlosen Stoff, wie beispielsweise Pollen oder Tierhaare, als eine Gefahr wahr und produziert vermehrt Antikörper. Kommen wir schließlich in Kontakt mit dem Allergieauslöser, setzt unser Körper den Botenstoff Histamin frei. Dies führt zu typischen Beschwerden wie Nasenlaufen, eine verstopfte Nase, gerötete oder brennende Augen. 

Entsteht ein allergisches Asthma, werden Ihre Atemwege von dem Allergen gereizt und Sie spüren beispielsweise ein Kratzen im Hals oder bekommen einen Hustenanfall. Im weiteren Verlauf können auch andere Reize, wie beispielsweise der Rauch eines Holzkohlegrills oder die kühle Luft aus der Klimaanlage, einen Asthmaanfall auslösen oder eine chronische Entzündung der unteren Atemwege entstehen.

Anzeichen, dass Sie Asthma entwickeln könnten:

Während Heuschnupfen vor allem Beschwerden im Nasen- und Augenbereich auslöst, weist Asthma Symptome im Bereich der unteren Atemwege auf. Dementsprechend können folgende Beschwerden auf eine Entwicklung von Asthma hindeuten:

  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Hustenanfälle bei Kontakt mit dem Allergen
  • Hustenanfälle bei Kontakt mit reizenden Substanzen (z. B. Rauch)
  • Nächtliche Hustenattacken
  • Atemnot bei körperlicher Anstrengung
  • Nächtliches Wachwerden mit Atemnot
  • Atemnot im Ruhezustand

Wenn mindestens eines der oben genannten Symptome auch Sie belastet, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Hinter Beschwerden der unteren Atemwege können neben Asthma weitere ernstzunehmende Erkrankungen stecken. Asthma selbst lässt sich mit Asthmasprays und Pulverinhalatoren in der Regel gut behandeln.

Pollenflug und Heuschnupfen

Allein in Deutschland sind mehrere Millionen Menschen von einer Pollenallergie betroffen. Je nachdem, welche Pflanzenpollen Ihnen Probleme bereiten, können Beschwerden wie Juckreiz im Hals oder Nasenlaufen zwischen April und August auftreten. Frühblüterpollen beginnen teilweise sogar bereits im Februar herumzufliegen, während Sie einige Spätblüterpollen bis in den späten Herbst hinein plagen können.

Wenn Sie den Verdacht haben, unter Heuschnupfen zu leiden, sollten Sie möglichst bald mit einem Arzt sprechen. Eine gezielte Behandlung kann Ihre Beschwerden lindern und ist zudem notwendig, um einer Entwicklung von Asthma vorzubeugen.

In erster Linie wird Allergikern geraten, den Kontakt zu Allergieauslösern zu vermeiden. Da Sie dem Blütenstaub jedoch kaum meiden können, ist eine medikamentöse Behandlung bei Heuschnupfen besonders wichtig. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch Medikamente zur Linderung der Beschwerden und einer spezifischen Immuntherapie (SIT).

Doch auch Sie selbst können einiges tun, um den Allergenkontakt zu reduzieren:

  • Lüften Sie zur richtigen Tageszeit
    Auf dem Land ist der Pollenflug am Abend besonders gering. Wenn Sie also ländlich wohnen, versuchen Sie abends zu lüften. Wohnen Sie hingegen in Stadt, empfiehlt es sich, früh am Morgen die Fenster aufzureißen.
  • Insektenschutzgitter anbringen
    Die Schutzgitter verhindern, dass Pflanzenpollen in Ihre Räumlichkeit eindringen und Sie können entspannt Türen und Fenster öffnen.
  • Regelmäßiger Hausputz
    Versuchen Sie möglichst oft  Staubzusaugen und zu wischen. So entfernen Sie den Blütenstaub und vermeiden, dass die Pollen durch die Luft wirbeln.
  • Wäsche im Haus aufhängen
    Während der Pollensaison sollten Sie Ihre Wäsche lieber nicht draußen aufhängen, auch wenn die strahlende Sonne dazu einlädt die Wäsche schnell in der Hitze zu trocken. Damit sich die Pollen nicht auf Ihrer Kleidung oder gar der Bettwäsche absetzen, sollten Sie Ihre Wäsche lieber drinnen trocknen.
  • Pollen im Auto vermeiden
    Eine Autofahrt kann für Allergiker sehr unangenehm sein. Öffnen Sie die Fenster, können durch den Fahrtwind schnell Pollen durch Ihr Auto wirbeln. Das kann nicht bloß unangenehm werden, sondern auch Ihre Konzentration auf den Straßenverkehr beeinträchtigen. Nutzen Sie lieber die Klimaanlage und wechseln Sie den Pollenfilter regelmäßig. Doch auch mit der Klimaanlage sollten Sie sparsam umgehen. Die kalte Luft kann die Atemwege reizen und bei Asthmatikern sogar einen Anfall auslösen.

Grillen trotz Asthma?

Feuerrauch kann bei Menschen mit Atemwegserkrankungen Atemnot verursachen. Besonders wenn Sie unter COPD oder Asthma leiden, ist Vorsicht geboten. 

Am Liebsten grillen wir in Deutschland mit einem Holzkohlegrill. Doch für Asthmatiker kann der Spaß schnell zur Gefahr werden. Tropft Flüssigkeit, wie beispielsweise der Fleischsaft oder die Marinade, auf die Holzkohle, entsteht vermehrt Rauch. Atmen Asthmatiker diesen ein, können sich die Bronchien zusammenziehen und es entsteht akute Atemnot. 

Enthält Ihr Asthma-Medikament den Wirkstoff Theophyllin, birgt das Einatmen des Rauchs eine zusätzliche Gefahr: Tropft Flüssigkeit auf die Grillkohle können bestimmte Kohlenwasserstoffe (PAKs) entstehen, die durch den Rauch in Ihren Organismus gelangen und dort den Abbau von Theophyllin beschleunigen. So erlischt die Wirkung Ihres Medikaments vorzeitig und Sie sind nicht weiter vor einem möglichen Asthmaanfall geschützt.

Gänzlich auf Grillabende verzichten müssen Sie deshalb jedoch nicht! Wenn Sie Fleisch vom Holzkohlegrill bevorzugen, sollten Sie die Arbeit jedoch einer anderen Person überlassen. Suchen Sie sich ein ausreichend weit vom Grill entferntes Plätzchen und lehnen Sie sich entspannt zurück. Möchten Sie lieber selbst am Grill stehen, können Sie einen vertikalen Holzkohlegrill, einen Gas- oder bestenfalls einen Elektrogrill verwenden. Auf diese Weise reduzieren Sie die Rauchentwicklung und somit die Gefahr eines Asthmaanfalls weitestgehend.

Die Klimaanlage

Klimatisierte Luft wird von vielen Personengruppen nicht gut vertragen. Die angenehm kühle Luft kann Husten, Schnupfen, Atembeschwerden und Erkältungssymptome hervorrufen. Besonders für Allergiker sind Klimaanlagen häufig ein schwieriges Thema. Ob am Arbeitsplatz, zuhause oder im Auto - die Klimaanlage soll an heißen Tagen für angenehme Temperaturen sorgen. Im Gegensatz zum üblichen Lüften können viele Klimaanlagen zudem Pollen aus der Luft filtern und somit für viele Allergiker attraktiv sein. 

Andererseits kann die kühle Luft die Atemwege reizen und besonders bei allergischem Asthma problematisch werden. Zudem können Klimaanlagen die Allergene im Raum, wie beispielsweise auf dem Teppichboden oder den Autositzen aufwirbeln und zu Problemen führen. Auch in der Klimaanlage selbst können sich Schimmelpilze bilden. Wird die Anlage nun angeschaltet, gelangen die Schimmelsporen in die Luft.

Allergiker können dennoch Klimaanlagen verwenden, wenn diese einen Pollen- oder Feinstaubfilter besitzen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie den Filter regelmäßig wechseln, sodass Hausstaub, Tierhaare und Co. tatsächlich gefiltert werden können und sich nicht im Raum verteilen. Außerdem sollte die Klimaanlage regelmäßig gereinigt werden. Auf diese Weise vermeiden Sie, dass sich Schimmelpilze bilden und die Sporen in die Luft gelangen.

Ideal eignen sich sogenannte Split-Klimaanlagen. Sie funktionieren, indem Kühlflüssigkeit von innen nach außen geleitet wird, wo die Raumluft abgekühlt wird. Die nun kalte Luft wird anschließend wieder in den Raum geleitet. Auf diese Weise gelangt keine Luft von außen nach innen. Sie können auch eine mobile Klimaanlage verwenden, wenn diese einen Feinstaubfilter besitzt, um im Raum befindliche Allergene zu filtern. 

Asthmatiker sollten jedoch lieber auf die Klimaanlage verzichten. Die klimatisierte Luft trocknet die Schleimhäute aus und reizt Ihre empfindlichen Atemwege zusätzlich. Lüften Sie lieber öfter und nutzen Sie Luftbefeuchter.

Sport im Sommer

Haben Ihre Allergie auslösenden Pollen gerade Hochsaison, ist Sport im Freien nur wenig ratsam. Das Problem: Aufgrund der Allergie sind Ihre Schleimhäute geschwollen, weshalb Sie vermehrt durch den Mund atmen. Wenn Sie sich nun anstrengen, atmen Sie tief durch den Mund ein und die Pollen können in die unteren Atemwege gelangen, was dauerhaft zu allergischem Asthma führen kann.

Bei starken Allergiebeschwerden sollten Sie vorübergehend auf körperliche Anstrengung verzichten. Fühlen Sie sich gut, können Sie beispielsweise Ausdauersportarten wie Radfahren an Orten mit geringem Allergenkontakt ausführen. Gönnen Sie sich beispielsweise einen Kurzurlaub an der Ostsee, statt mit dem Bike die Wälder zu erkunden. An heißen Tagen kann ein Besuch im Schwimmbad Bewegung und Abkühlung bringen.

Fazit

Für Allergiker und Asthmatiker verläuft der Sommer häufig nicht besonders sorglos. Ob die Klimaanlage, der Rauch des Grills oder die gewohnten Runden durch den Wald zu joggen - im Sommer treten damit schnell Probleme auf. Wenn Sie dies jedoch wissen, können Sie entsprechend reagieren. Meist gibt es gute Alternativen, um den Sommer dennoch genießen zu können. 

Wir hoffen dieser Artikel konnte Ihnen helfen, den Sommer trotz Allergie und Asthma entspannt genießen zu können. Benötigen Sie einen individuellen Rat, können Sie über DoktorABC einen Arzt konsultieren. Unsere Ärzte können Ihnen eine geeignete Behandlung verschreiben und Sie erhalten Ihr Medikament bereits am nächsten Werktag bei Ihnen zuhause!

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