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Allgemeine Informationen

Die Libido von Mann und Frau

Lena Blank
5 Minuten

Die Libido ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Während die einen täglich Lust auf Sex haben, verspüren andere nur selten eine sexuelle Begierde. Je nach Geschlecht variiert das Lustempfinden besonders stark. Allein evolutionsbedingt ist die Libido des Mannes ausgeprägter.

In unserer fünfteiligen Serie möchten wir Sie über die Libido aufklären. Sicher ist Ihnen das Wort bekannt, doch bezüglich der Bedeutung und dem Verhalten der Libido kommt es häufig zu Missverständnissen.

Was eine Libido eigentlich ist, wie sie den Sex beeinflusst und welche Unterschiede es zwischen Mann und Frau zu beachten gilt, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Was ist eine Libido?

Das Wort Libido kommt aus dem Lateinischen und kann mit den Begriffen „Lust“ oder „Begierde“ übersetzt werden. Sie beschreibt den Geschlechtstrieb und somit das Verlangen nach sexueller Befriedigung.

Die Rolle der Libido beim Sex

Beim Geschlechtsverkehr oder der Selbstbefriedigung durchlaufen wir einen sexuellen Reaktionszyklus. Das bedeutet, dass wir während des Aktes optimalerweise vier Phasen durchlaufen. Diese Phasen können gestört werden, wodurch der Sexualverkehr beeinflusst wird.

Zu Beginn befinden Sie sich in der Erregungsphase. Hier treten sexuelle Fantasien auf, wodurch die Libido aktiv wird. Ist das Bedürfnis nach sexueller Befriedigung vorhanden, gelangen Sie in einen Erregungszustand. Bei der Frau wird die Vagina nun feucht und weitet sich. Beim Mann nimmt die genitale Durchblutung zu und der Penis wird steif.

Um Ihr Verlangen zu stillen, werden nun die erogenen Zonen stimuliert. Sie befinden sich jetzt in der sogenannten Plateauphase. Hier steigt Ihre sexuelle Spannung an, was sich beispielsweise durch einen Anstieg von Puls, Atem und Blutdruck bemerkbar macht.

Wird die Stimulation fortgesetzt, so steigt die Spannung weiter an, bis Sie den Höhepunkt Ihres Lustempfindens erreichen. Sie sind nun in der Orgasmusphase und Ihre sexuelle Anspannung löst sich auf.

Nach dem rapiden Spannungsabfall folgt die Rückbildungsphase. Sie fühlen sich befriedigt und Ihre Muskeln entspannen sich. Ein allgemeines Wohlbefinden macht sich breit, welches häufig von Glücksgefühlen und Euphorie begleitet wird.

Die Libido der Frau

Die sexuelle Begierde der Frau ist stark vom Zyklus abhängig. Schwankungen Ihres Lustempfindens sind demnach evolutionsbedingt und vollkommen natürlich. Die Libido der Frau soll biologisch betrachtet eine Befruchtung und somit die Fortpflanzung der menschlichen Spezies gewährleisten.

Die Libido ist im Zeitraum Ihres Eisprungs deshalb besonders aktiv, denn in dieser Zeit sind Sie befruchtungsfähig und die Chancen für eine Empfängnis steigen mit der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs. Während des Eisprungs, etwa in der Mitte Ihres Zyklus, wirken Sie auf Ihre männlichen Mitmenschen besonders attraktiv. Es wird vermutet, dass Ihr Körper Pheromone ausstößt, um das Verlangen Ihres Partners zu wecken.

Nach dem Eisprung sinkt die sexuelle Motivation bei Frauen häufig rapide. Die Natur hat schließlich vorgesehen, dass Sie nach der Befruchtung ein Kind austragen und dieses anschließend aufziehen. Wenn Sie während eines Monats zeitweise kein Lustempfinden verspüren, ist dies demnach kein Grund zur Sorge, sondern ein natürlicher Prozess. Viele Frauen spüren zudem während der Menstruation oder einer Schwangerschaft ein starkes Verlangen.

Verminderte Libido in den Wechseljahren

In den Wechseljahren nimmt die sexuelle Begierde häufig ab. Während manche Frauen lediglich ein geringeres Lustempfinden bemerken, kommt es bei anderen Frauen sogar zu einem Verlust der Libido.

Ein Grund für den Nachlass des Geschlechtstriebes ist die verminderte Östrogenproduktion. In der Menopause produzieren die Eierstöcke keine Östrogene, wodurch die Vaginalschleimhaut dünner wird. Infolgedessen kann sich Ihre Scheide trocken und weniger elastisch anfühlen. Sie verspüren möglicherweise kaum noch Lust auf Sex und auch die Erregung dauert länger. Bei einigen Frauen bleibt zudem der Orgasmus aus oder sie kommen nur noch schwer zum Höhepunkt.

Zudem machen sich in dieser Zeit häufig auch psychische Faktoren bemerkbar. Beispielsweise Schweißausbrüche, ein veränderter Körpergeruch und empfindliche Harnwege führen zu einem Unwohlsein im eigenen Körper. Dieses mangelnde Wohlbefinden beeinträchtigt Ihre Libido und die mangelnde körperliche Zuneigung kann wiederum am Selbstbewusstsein kratzen.

Doch mit den Wechseljahren muss der Sex nicht aufhören. Im Gegenteil: Einige Frauen verspüren in diesem Zeitraum sogar mehr Lust als zuvor und wenn Sie die Menopause doch stark beeinträchtigt, gibt es zahlreiche Mittel und Wege dem entgegenzuwirken. Bedenken Sie, dass Ihre Sexualität ein Grundbedürfnis ist und sich stark auf Ihr Wohlbefinden auswirkt. Bei anhaltender sexueller Unlust ist eine ärztliche Beratung deshalb nur zu empfehlen. Neben Aphrodisiaka kann Ihnen Ihr Gynäkologe beispielsweise eine Hormonersatztherapie anraten. Zudem können alternative Heilverfahren, wie beispielsweise Akupunktur, in Betracht gezogen werden.

Tritt der Libidoverlust infolge psychischer Belastungen auf, können beispielsweise regelmäßige Sporteinheiten, Gesprächstherapien, Antidepressiva oder pflanzliche Mittel wie Johanniskraut helfen. Zudem kann Selbstbefriedigung Ihre Libido wieder aufwecken und zudem die Produktion der Schleimhaut fördern.

Die Libido des Mannes

Die Libido des Mannes ist vergleichsweise sehr kontinuierlich. Zudem ist der sexuelle Trieb bei Männern stärker ausgeprägt. So denken Sie nicht bloß häufiger an Sex, Sie möchten auch häufiger zum Schuss kommen. Die Anzahl der Sexualpartner ist bei Männern ebenfalls meist höher. Außerdem Masturbieren sie im Durchschnitt häufiger als Frauen.

Das Verhalten der männlichen Libido lässt sich evolutionsbiologisch betrachtet leicht erklären. Denn die Funktion Ihres Geschlechtstriebs ist es, möglichst viel neues Leben zu erschaffen. So hat die Natur vorgesehen, dass Männer Ihre Gene möglichst weit verbreiten, um die menschliche Existenz aufrechtzuerhalten.

Verantwortlich für das männliche Lustempfinden ist vor allem der Testosteronspiegel. Je mehr Testosteron Sie produzieren, desto aktiver ist Ihre Libido. Eine verminderte Libido tritt bei Männern meist erst mit zunehmenden Alter auf. Ab dem 30. Lebensjahr sinkt Ihr Testosteronspiegel durchschnittlich um ein Prozent jährlich. Mit dem 70. Lebensjahr ist der Testosteronspiegel häufig nur noch halb so hoch und das Lustempfinden ist eingeschränkt.

Die Libido und Erektionsstörungen

Die Libido bereitet Männern jedoch vergleichsweise wenig Probleme. Häufiger entsteht eine erektile Dysfunktion. In diesem Fall ist Ihre Libido zwar ausreichend ausgeprägt, die Erektionsfähigkeit ist jedoch nur eingeschränkt möglich. Sie spüren also ein Verlangen nach sexueller Befriedigung, Ihr Glied wird jedoch nicht steif. Häufig führt die Erektionsstörungen zu Versagensängsten und hemmt somit Ihren Wunsch nach Sex.

Die gute Nachricht: Sie können sowohl gegen eine verminderte Libido als auch gegen eine erektile Dysfunktion Maßnahmen ergreifen. Sex ist ein Grundbedürfnis und die Behandlung starker Einschränkungen für Ihre psychische Gesundheit relevant. Neben Aphrodisiaka und Potenzmitteln, können zahlreiche weitere Behandlungsmethoden in Betracht gezogen werden. Beispielsweise können Vakuumpumpen sowie Penisringe die Erektion fördern und pflanzliche Mittel sowie ein gesunder Lebensstil die sexuelle Begierde fördern.

Unterschiede zwischen der Libido von Mann und Frau

Die sexuellen Unterschiede zwischen Männern und Frauen können insbesondere in der Partnerschaft zu Konflikten führen. Während Sie meist im Zeitraum ihres Eisprungs ein aktives Sexleben bevorzugt und zwischenzeitlich ein geringes Lustempfinden verspürt, ist die Libido des Mannes häufig stärker ausgeprägt.

So ist es natürlich, dass der männliche Part häufiger Sex haben möchte als die Frau. Um ein aktives Sexleben in der Beziehung aufrechtzuerhalten, ist eine offene Kommunikation das A und O. Die Erektionsfähigkeit des Mannes kann zudem zeitweilig oder dauerhaft eingeschränkt funktionieren. Zwar verspürt Mann Lust, der Penis wird jedoch nicht hart.

Oftmals werden diese Unterschiede vom Sexualpartner missverstanden und persönlich genommen. Hier ist es wichtig, zu verstehen, dass eine verminderte Libido sowie eine Erektionsschwäche nicht unbedingt auf die Qualität Ihrer Beziehung hindeuten.

Manchmal sind bloß Hormonschwankungen verantwortlich. Auch einige Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes oder Bluthochdruck können die Libido beeinträchtigen. Zudem vermindern einige Medikamente, wie z. B. Antidepressiva oder Beruhigungsmittel, sowie Alkohol und Drogen die Libido.

Fazit

Die Libido beschreibt Ihre sexuelle Begierde und ist somit dafür verantwortlich, dass es zum Geschlechtsverkehr kommt. Das sexuelle Verlangen ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt. Insbesondere zwischen den Geschlechtern bestehen Unterschiede. Häufig wird die Unlust des Partners persönlich genommen. Dabei gibt es zahlreiche Gründe für eine verminderte Libido.

Im zweiten Artikel unserer Libido-Serie erfahren Sie mehr über die Libido-Veränderungen in der Ehe und Partnerschaft. Außerdem finden Sie hilfreiche Ratschläge, um Ihr Liebesleben wieder aufleben zu lassen.

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