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Mangelndes Lustempfinden im Laufe der Beziehung: Wenn die sexuelle Nähe fehlt

Lena Blank
6 Minuten

Die sexuelle Zweisamkeit bildet die Basis einer gesunden Liebesbeziehung. Doch mit den Jahren schläft das Liebesleben häufig ein. Der Partner wird unzufrieden und im schlimmsten Fall kommt es zum Seitensprung oder gar einer Trennung. Sexuelle Höhen und Tiefen sind völlig normal. Doch wenn die sexuelle Unlust anhält, kann es sich lohnen die Libido bewusst anzuregen.

Während wir im vorherigen Artikel über die Unterschiede der Libido von Mann und Frau berichten haben, möchten wir im zweiten Teil unserer Libido-Serie über das sexuelle Verlangen im Verlauf einer langfristigen Beziehung aufklären.

Erfahren Sie, wann ein vermindertes Lustempfinden problematisch werden kann, wie Sie die eigene Libido und die Ihres Partners wiedererwecken können und welche Möglichkeiten es gibt, Ihr Sexualleben gemeinsam aufleben zu lassen.

Weniger Sex in Langzeitbeziehungen ist völlig normal, oder?

Dass sich Ihr Sexualleben im Laufe der Beziehung verändern wird, wussten Sie vermutlich von vornherein. Im frisch verliebten Zustand ist die Leidenschaft schließlich beinahe unbezwingbar, alles ist neu und aufregend. Kehrt jedoch der Alltag ein, so ebbt die Leidenschaft langsam ab. Erste Streitereien sowie Herausforderung entstehen und die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs lässt langsam nach.

In einer gesunden Beziehung gibt es immer sexuelle Höhepunkte und kleine Durchhänger. Die ein oder andere kurzzeitige Flaute im Bett ist demnach kein Grund den Kopf hängen zu lassen. Auch täglicher Sex findet in den meisten lang anhaltenden Beziehungen nicht statt. Schließlich bringt der Alltag Herausforderungen mit sich. Der stressige Job, Kinder, Zeitmangel und wenig Energie: Da empfinden weder Er noch Sie täglich ein sexuelles Bedürfnis.

Doch halten die sexlosen Phasen über Monate an oder fühlt sich der Geschlechtsverkehr wie eine unangenehme Verpflichtung an, so sollten Sie Ihr Sexleben genauer betrachten.

Die vier Sex-Stadien in einer Beziehung

Das Sexleben in einer Beziehung kann in vier Phasen aufgeteilt werden. Im Idealfall durchleben Sie mit den Jahren all diese Stadien gemeinsam und wachsen an den Herausforderungen.

1. Die rosarote Brille
Zu Beginn einer Liebesbeziehung befinden Sie sich für gewöhnlich in der rosaroten Phase der sexuellen Offenheit. Die ersten zwei Jahre einer Beziehung sind häufig mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr verbunden. So soll sogar jedes fünfte Paar in diesem Zeitraum täglich Sex haben. Nach etwa einem bis eineinhalb Jahren lässt die Offenheit und Neugier langsam nach und die Zweisamkeit wird seltener.

2. Die Sex-Routine
Haben Sie sich aneinander gewöhnt, so wird das Sexualleben häufig zu einem routinierten Akt. Sie kennen nun die Vorlieben des jeweils anderen und somit auch das effizienteste Vorgehen, damit beide zum Abschluss kommen. Klingt trocken und wenig reizvoll? Ist es auch – aber menschlich.

Spätestens wenn Paare zusammenziehen muss der Alltag bewerkstelligt werden. Die gemeinsame Zeit wird knapper und Herausforderungen und Konflikte können die emotionale Distanz weiterhin fördern. Häufig wird der Sex somit zur selbstverständlichen Gewohnheit und das Engagement, den Partner anzutörnen, lässt stark nach. Manchmal kommt es sogar vor, dass der Sex wegen Zeit- oder Energie-Mangels gänzlich aus dem Terminkalender verschwindet.

3. Die Libido-Auferstehung
Für einige Wochen kann die Sex-Routine für beide Partner in Ordnung sein und sogar für eine tiefere Bindung sorgen. Irgendwann entsteht jedoch der Punkt, an dem zumindest einer von Beiden die körperliche Nähe vermisst. Für eine funktionierende Beziehung sollten sich mit der Zeit jedoch beide Beteiligten in der Phase der Auferstehung befinden.

Hier entsteht der Wunsch, sich sexuell wieder näher zu kommen, regelmäßiger miteinander zu schlafen und die Leidenschaft neu aufflammen zu lassen. Mit etwas Disziplin, Geduld, insbesondere mit dem Partner und der Bereitschaft, sich regelmäßig Zeit füreinander zu nehmen, kann diese Phase Ihr Sexleben ungemein beflügeln.

Mit dem entstandenen Vertrauen können nun Wünsche offen angesprochen, neue Praktiken ausprobiert und die die Neugier aufeinander wiedererweckt, werden.

4. Der Sex im Alter
Gemeinsam alt zu werden, hat auch sexuell viele Vorteile. Zwar entstehen auch mit zunehmenden Alter Herausforderungen, diese lassen sich jedoch gemeinsam lösen. Beispielsweise die Wechseljahre oder Erektionsprobleme können das Sexualleben in den hohen Lebensjahren beeinflussen.

Mit Ihrer gesammelten sexuellen Erfahrung, einem häufig unerschütterlichen Vertrauen zum Partner und der oftmals schonungslos offenen Kommunikation, können solche Dinge Ihrem Sexleben nicht mehr viel anhaben. Im Gegenteil: In dieser Phase Ihres Lebens haben Sie wieder ausreichend Zeit füreinander. Zudem kennen Sie sich lang genug, sodass Ihnen kaum noch etwas voreinander peinlich ist. Hier kann der beste Sex Ihres Lebens entstehen.

Beziehungstechnische Ursachen für die fehlende Begierde

Die sexuelle Herausforderung besteht darin, Ihre Sex-Routine kontinuierlich zu durchbrechen. Das gelingt jedoch nicht immer leicht. Manchmal mangelt es einfach an sexuellem Interesse. Doch woher kommt das verminderte Lustempfinden?

Häufig liegt der mangelnden Libido ein beziehungstechnisches Problem zugrunde. Eine typische Ursache bildet die unterschiedliche Funktionsweise von Mann und Frau. Denn während Männer Sex benötigen, um sich Ihrer Partnerin nah zu fühlen, brauchen Frauen die emotionale Nähe, damit sich der Wunsch nach sexueller Befriedigung einstellt. Hier können eine offene Kommunikation und gemeinsame Zeit helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen. Manchmal fehlt auch bloß ein offenes Gespräch über vergangene Konflikte, welche die Libido blockieren.

Doch nicht immer sind Probleme in der Beziehung der Auslöser einer mangelnden Libido. Auch Stress, Schlaf- und Bewegungsmangel mindern die Libido. Zudem können einige Krankheiten, Medikamente und Verhütungsmittel, wie beispielsweise die Antibabypille, die sexuelle Begierde einschränken.

Möglichkeiten, Ihre Libido wiederzubeleben

Glücklicherweise gibt es zahlreiche Möglichkeiten die eigene Libido wieder aufzuwecken. Im ersten Schritt kann es hilfreich sein, den Grund für das mangelnde Interesse am eigenen Sexualleben herauszufinden. Bei übermäßigem Stress können beispielsweise Entspannungstechniken helfen. Ist das letzte Mal schon einige Zeit her, können Sie sich selbst erst einmal näherkommen. Selbstbefriedigung kann Ihre Libido aus dem Winterschlaf erwecken.

Bei anhaltender Unlust kann eine ärztliche Beratung helfen. Ein Aphrodisiakum kann Ihre Libido beispielsweise unterstützen. Liegt ein hormonelles Ungleichgewicht vor, kann Frauen manchmal bereits ein Wechsel des Verhütungsmittels helfen. Männer können beispielsweise eine Testosterontherapie in Betracht ziehen.

So erwecken Sie die Lust Ihres Partners

Möchten Sie die Lust Ihres Partners entfachen, so ist Geduld die erste Regel. Aufdringliches Verhalten kann den Druck erhöhen und in Ihrem Partner Stress auslösen. Außerdem ist es wichtig, zu verstehen, dass das andere Geschlecht anders erregt wird.

Um die Libido der Partnerin zu erwecken, sollten demnach plumpe Anspielungen und ständiges Fummeln vermieden werden. Ihre Libido benötigt emotionale Nähe zum Partner, um aufzuleben. Machen Sie ihr Komplimente, massieren Sie Ihre Partnerin, kuscheln und küssen Sie regelmäßig. Bauen Sie also Nähe auf – machen Sie jedoch deutlich, dass Sie keinen Sex von ihr erwarten, während Sie sich näherkommen. Oftmals hilft eine romantische Atmosphäre ohne sexuelle Erwartungen bereits, um ihr Lustempfinden zu wecken.

Männer reagieren hingegen stark auf optische und physische Reize. Wenn Sie für gewöhnlich in Pantoffeln, Jogginghose und Wollpulli herumlaufen, wird ihn das nicht unbedingt anmachen. Machen Sie sich mal wieder schick für ihn und regen Sie sein sexuelles Interesse an. Auch neue Dessous oder sogar ein Kostüm nach seinen Fantasien kann helfen. Wenn er dazu bereit zu sein scheint, können Sie etwas an seinem Ohrläppchen knabbern oder eine Ganzkörpermassage anbieten. Außerdem geht Liebe durch den Magen! Kochen Sie ihm doch mal wieder etwas Schönes. Doch achten Sie darauf aphrodisierende Lebensmittel, wie beispielsweise Chili oder Meeresfrüchte, hinzuzufügen.

Frischen Sie Ihr Liebesleben gemeinsam auf

Ein gesundes Sexualleben funktioniert jedoch am besten, wenn sich beide Partner darum bemühen. Nehmen Sie sich Zeit füreinander. Planen sie wöchentlich eine Stunde ein, um über Ihre sexuellen Wünsche und Konflikte zu sprechen. Auch ein gemeinsamer Kurzurlaub, romantische Verabredungen zu zweit oder geplante Sex-Dates können Ihr Liebesleben auffrischen.

Fazit

Das Sexleben in einer Beziehung ist mit Höhen und Tiefen verbunden. Schwankungen und kurzzeitige Flauten im Bett sind also vollkommen normal. Wichtig ist es jedoch, die Tiefen regelmäßig bewusst zu durchbrechen, um ein Einschlafen der sexuellen Zweisamkeit zu vermeiden. Ein vermindertes Lustempfinden kann zudem zahlreiche Gründe haben, auf welche wir im nächsten Teil unserer Libido-Serie eingehen werden.

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