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Allgemeine Informationen

Libido-Verlust: Ursachen sexueller Unlust

Lena Blank
4 Minuten

30 Prozent aller Frauen und über 15 Prozent aller Männer zwischen 18 und 59 Jahren leiden unter einem geringen Interesse an sexuellen Praktiken. Dabei ist Sex ein Grundbedürfnis und ausschlaggebend für unser allgemeines Wohlbefinden.

Während wir im vorherigen Artikel über die Libido innerhalb einer Beziehung berichtet haben, möchten wir im dritten Teil unserer Libido-Serie den Ursachen einer verminderten Libido auf den Grund gehen.

Hormonelle Veränderungen

Im Allgemeinen liegt dem Libido-Verlust ein Ungleichgewicht Ihres Hormonhaushalts zugrunde. Bei Männern liegt verminderte sexuelle Lust meist an einem Mangel an Testosteron. Einen Testosteronmangel erkennen Sie oftmals an häufiger Müdigkeit und einer allgemeinen Trägheit. Zudem lässt sich der Hormonspiegel in Ihren Blutfettwerten feststellen und gut behandeln. Eine Testosterontherapie kann Ihren Hormonspiegel, beispielsweise mittels Pflaster oder Injektionen, regulieren.

Frauen macht häufig ein Mangel des Östrogens Estradiol zu schaffen. Insbesondere die Einnahme einiger Antibabypillen kann den Hormonhaushalt durcheinanderbringen und zu sexueller Unlust führen. Zudem produziert Ihr Körper in den Wechseljahren weniger Östrogene, was häufig ein mangelndes sexuelles Interesse auslöst.

Neben Estradiol und Testosteron sind vor allem die Schilddrüsenhormone und Cortisol für Ihre Libido verantwortlich. All diese Hormone müssen Ihr natürliches Gleichgewicht beibehalten, um eine gesunde Libido zu gewährleisten. Doch Krankheiten, psychische Belastungen, Medikamente und ein ungesunder Lebensstil können die Hormone durcheinanderbringen und Ihre Libido mindern.

Psychische Belastungen mindern die Libido

Seelische Konflikte und Belastungen können Ihr Sexleben nebensächlich erscheinen lassen und somit einen Libido-Verlust verursachen. Wenn Sie nicht mehr wissen, wo oben und unten ist, haben Sie natürlich wenig Interesse daran sich sexuell zu befriedigen. Übermäßiger Stress ist tatsächlich eine der häufigsten Ursachen für wenig Sex.

Doch auch der falsche Umgang mit Stress kann einen Libido-Verlust verursachen. Fühlen Sie sich permanent unter Strom gesetzt und haben Sie das Gefühl kaum noch durchatmen zu können, ist ein Gespräch mit Ihrem Hausarzt oder einem Psychologen anzuraten. Eine Verhaltenstherapie und das Erlernen von Entspannungstechniken können Ihre Psyche und Ihr Sexualleben heilen.

Zudem kann ein geringeres Selbstbewusstsein Ihre sexuelle Begierde einschränken. Fühlen Sie sich im eigenen Körper nicht wohl, so möchten Sie sich Ihrem Partner vermutlich nur ungern nackt präsentieren. Zudem neigen Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl häufig dazu, Ihre eigenen sexuellen Fantasien nicht anzunehmen und demnach nicht anzusprechen. So empfinden Sie den Geschlechtsverkehr häufig nur bedingt befriedigend, was wiederum zu einem mangelnden sexuellen Interesse führt.

Auch negative sexuelle Erfahrungen können Ihre Libido blockieren. Neben einem sexuellen Missbrauch, den Sie unbedingt therapeutisch aufarbeiten sollten, können bereits vermeintlich nebensächliche Spannungen die Libido mindern. Manchmal reicht ein herablassender Kommentar bezüglich Ihres Erscheinungsbildes oder Kritik an Ihrem Verhalten beim Sex aus, um die Lust über einen langen Zeitraum einzuschränken. Ein offenes Gespräch kann die Spannung häufig lösen und Ihnen Ihre Libido zurückbringen.

Soziale Belastung blockieren den Geschlechtstrieb

Neben inneren Konflikten können auch soziale Belastungen starken Einfluss auf Ihre Psyche und Libido nehmen. Häufige soziale Konflikte im Zusammenhang mit einer verminderten Libido sind berufliche, familiäre oder beziehungstechnische Probleme.

Auch hier gilt: Sprechen Sie Probleme und Belastungen offen an und behalten Sie Ihren Kummer nicht für sich. Wird der Job zu einer dauerhaften psychischen Belastung, besteht die Gefahr eines Burn-outs. Sprechen Sie mit Ihrem Partner und optimalerweise auch mit einem Arzt. Häufig kann eine Therapie helfen, Belastungen zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Zudem kann es helfen, einen Wechsel des Arbeitsplatzes in Betracht zu ziehen oder Ihren Chef auf die starke Belastung aufmerksam zu machen.

Familiäre Konflikte betreffen neben der aktuellen Situation häufig Kindheitserfahrungen und Konflikte mit den Eltern. Eine Gesprächstherapie kann Ihnen dabei helfen Kindheitstraumata aufzuarbeiten und einen gesunden Umgang mit Ihrer Familie zu erlernen.

Liegt Ihr mangelndes Lustempfinden an Ihrem Partner, so sollten Sie Konflikte offen, jedoch möglichst sachlich erläutern. Ein klärendes Gespräch kann Ihr Liebesleben fördern. Vorwürfe und Schuldzuweisungen werden jedoch lediglich für ein weiterhin distanziertes Verhältnis sorgen. Bei einschneidenden Belastungen Ihrer Beziehung kann es zudem empfehlenswert sein einen Paartherapeuten zurate zu ziehen.

Krankheiten können die sexuelle Begierde senken

Ein mangelnder Geschlechtstrieb kann zudem auf einige Erkrankungen hindeuten. Zudem können bereits diagnostizierte Krankheiten die mangelnde Lust begründen. Besprechen Sie Ihren Libido-Verlust mit einem Arzt. Gegebenenfalls kann die vorhandene Krankheit behandelt oder ein aphrodisierendes Medikament verschrieben werden.

Häufig sind die folgenden Erkrankungen für eine Minderung der Libido verantwortlich:

  • Diabetes
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Herzerkrankungen
  • Gefäßerkrankungen
  • Leberzirrhose
  • Niereninsuffizienz
  • Endometriose
  • Dyspareunie
  • Scheidentrockenheit
  • Funktionsstörung der Hoden
  • Erektile Dysfunktion
  • Psychische Erkrankungen

Medikamente können Ihre Libido beeinflussen

Eine weitere mögliche Ursache für das verminderte Lustempfinden ist die Einnahme von Medikamenten. Insbesondere Blutdrucksenker, Herzmedikamente und Antidepressiva können eine sexuelle Unlust verursachen. Weiterhin können entwässernde Medikamente, sowie Mittel zur Senkung des Blutfetts und Verhütungsmittel, die Libido beeinflussen.

Besprechen Sie Ihr mangelndes sexuelles Interesse mit Ihrem verschreibenden Arzt. Häufig ist es möglich, das Präparat zu wechseln und so die sexuelle Unlust loszuwerden. Bei Einnahme der Antibabypille kann ein Wechsel zur Minipille empfohlen werden oder eine alternative Verhütungsmethode, wie beispielsweise ein Verhütungsring, in Betracht gezogen werden.

Ein ungesunder Lebensstil kann Ihnen die Lust nehmen

Doch auch das schlichte Ablegen ungesunder Gewohnheiten kann häufig ausreichen, die Libido wieder zu normalisieren. Denn oftmals liegt das gesunkene Interesse am Sex lediglich an mangelnder Bewegung, einer ungesunden Ernährung oder Schlafmangel. Achten Sie darauf, sich regelmäßig zu bewegen und integrieren Sie zumindest zwei Sporteinheiten pro Woche in Ihren Alltag. Achten Sie zudem auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf.

Zu guter Letzt kann auch ein regelmäßiger Konsum von Alkohol oder Drogen den Libido-Verlust begründen. Auch Rauchen schadet Ihrer Libido. Denn die Giftstoffe führen zu einer mangelnden Durchblutung und vermindern Ihr Empfinden von Erregung und Befriedigung.

Fazit

Der Libido-Verlust kann durch zahlreiche Faktoren verursacht werden. So können psychische und soziale Belastungen die Libido mindern. Auch Krankheiten und Medikamente können die Lust dämpfen. Häufig liegt der vermindere Geschlechtstrieb jedoch schlicht an einem ungesunden Lebensstil. Auch der Missbrauch von Alkohol und Drogen, sowie eine Nikotinabhängigkeit können ein mangelndes sexuelles Interesse auslösen.

Nachdem Sie nun die möglichen Gründe für den Libido-Verlust kennen, erfahren Sie im nächsten Teil unserer Libido-Serie, wie Sie Ihre Libido steigern können.

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