Zu viel Zucker ist ungesund und schadet nicht nur den Zähnen, sondern auch den inneren Organen, der Haut und sogar dem Gehirn. Deshalb geht jetzt ein Trend in die Gegenrichtung und viele Menschen nehmen an den sogenannten Zuckerfrei-Challenges teil. Aber macht es Sinn, von einem Extrem in das andere zu wechseln?

Zucker steckt in vielen Lebensmitteln

Wir nehmen Zucker nicht nur bewusst über Süßigkeiten und Softdrinks zu uns. Zucker ist auch in Obst in Form der Fruktose, in Milch als Laktose und in alkoholischen Getränken und kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Brot und Nudeln sowie auch Kartoffeln in natürlicher Form als Kohlenhydrate enthalten. Der Körper wandelt diese Kohlenhydrate dann innerhalb der Verdauung in Zucker um.

Jetzt starten immer mehr Zuckerfrei-Challenges

Viele Menschen gehen jetzt einen radikalen Schritt und wenden sich vom Zuckerkonsum kurzfristig komplett ab. Das heißt, dass sie über einen bestimmten Zeitraum ihre Ernährung zuckerfrei gestalten. Experten halten von diesen Challenges wenig. Dabei argumentieren sie, dass weniger der gesundheitliche Aspekt als der Wettbewerb bei solchen Challenges im Vordergrund steht. Diese Aktionen sind nur zeitlich befristet und extrem. Empfehlenswerter ist dagegen ein moderater und dafür langfristig ausgerichteter geringerer Zuckerkonsum. Die Challenges gelten als für den Stoffwechsel belastend und eine Ernährungsumstellung auf langfristige Sicht erfolgt bei den Wettbewerben nur selten.

Macht eine Zuckerfrei-Challenge Sinn?

Ernährungsexperten sehen den krassen Wechsel zwischen intensivem Zuckerkonsum und komplettem Verzicht kritisch für den Stoffwechsel. Die Gefahr, dass das Körpergewicht so entgleist und nach oben oder unten ausbricht, ist relativ groß. Zudem haben radikale Veränderungen des Ernährungsstils über einen kurzen Zeitraum immer auch die Gefahr, dass sich eine Essstörung entwickelt.

Ist es gesund, langfristig auf Zucker zu verzichten?

Hier argumentieren Experten, dass der Körper problemlos ohne Zucker auskommen kann und dass das keinen Stress für den Organismus bedeutet. Allerdings ist es praktisch fast nicht umsetzbar, auf Zucker zu verzichten. In praktisch jedem Lebensmittel ist schon von Natur aus Zucker enthalten und es müssten viele Lebensmittel folglich aus der Ernährung ausgeklammert werden. Dazu enthalten Lebensmittel wie Früchte zwar Zucker, aber eben auch notwendige Vitamine, auf die wir beim kompletten Zuckerverzicht auch verzichten würden.

Kann die Zucker-Challenge von der Zuckersucht weg führen?

Studien haben belegt, dass der Zucker im menschlichen Gehirn ähnliche Suchtreize verursacht, wie dies auch Nikotin tut. Ganz bewiesen ist eine mögliche Sucht nach Zucker aber noch nicht. Geht man aber von Zucker als Suchtmittel aus, dann stellt sich die Frage, ob der komplette Verzicht diese Sucht bekämpft.

Entzieht ein Alkoholiker seinem Körper den Alkohol, wird er sich zunächst besser fühlen, langfristig aber wieder das Bedürfnis nach Alkohol haben. Das ist beim Zuckerkonsum auch der Fall. Wer komplett auf den Zucker innerhalb der Zucker-Challenge verzichtet, wird irgendwann wieder Zucker konsumieren und langfristig wieder die Mengen wie vor der Challenge verzehren. Auf Alkohol zu verzichten und ihn zu meiden ist deutlich einfacher, als den Zucker zu meiden, der uns in der täglichen Ernährung immer wieder begegnet. Deshalb ist die Zucker-Challenge auch so wenig empfehlenswert, denn sie bedeutet nur eine extreme Ernährungsform für einen begrenzten Zeitraum.

Gibt es Zuckerarten, die wir meiden sollten?

Es ist wenig empfehlenswert, bestimmte Zuckerarten komplett zu meiden. Sowohl Fruktose wie auch Saccharose beispielsweise werden vom Organismus gleich verstoffwechselt und es ist somit egal, welchen Zucker wir aufnehmen. Interessanter ist es für die gesunde Ernährung dagegen, wenn die Zuckerquellen, die wir nutzen, besser überprüft werden. Das gilt für alle Lebensmittel, denen künstlich Zucker zugesetzt werden, wie beispielsweise Softdrinks. Anstelle eines Softdrinks auf Apfelsaft zu setzen, ist sinnvoller. In dem Saft ist auch Zucker enthalten, aber eben auch wertvolle Vitamine. Dazu kann der Apfelsaft als Saftschorle konsumiert werden und es lässt sich selbst bestimmen, wie hoch der Zuckeranteil ist, den man zu sich nimmt. Durch ein individuelles Verdünnen mit Wasser kann hier der Zuckergehalt stark reduziert werden.

Quellen:

  • Baldzun, A. (2018): Zucker schadet dem Körper - doch sollten wir wirklich komplett darauf verzichten? Online verfügbar unter: https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/zucker-schadet-dem-koerper-doch-sollten-wir-komplett-darauf-verzichten_id_8273161.html, zuletzt geprüft am 13.01.18.
  • Bild: https://www.pexels.com
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