Viele Raucher scheitern auch nach zahlreichen Versuchen daran, dauerhaft rauchfrei zu bleiben. Dabei lohnt sich hier Konsequenz mit Strategie, denn der Körper verzeiht auch jahrelangen Nikotinkonsum und wer es wirklich schafft, dem Glimmstängel abzuschwören, kann sein Krankheitsrisiko auf das eines Nichtrauchers absenken.

Wie geht erfolgreiche Entwöhnung am einfachsten?

Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, setzt üblicherweise auf die sogenannte Schlusspunktmethode. In der Praxis heißt das, dass ein bestimmter Tag festgelegt wird, ab dem die Zigaretten dann nicht mehr angefasst werden. Die Erfolgsquote dieser Methode ist verschwindend gering. Rund 95 Prozent der Raucher werden nämlich mit dieser Methode wieder rückfällig. Studien haben ergeben, dass Raucher, die psychologische oder chemische Hilfen in Anspruch nehmen, beim Rauchstopp deutlich erfolgreicher sind.

Die Sucht liegt nicht im Tabakkonsum allein

Für Raucher ist es nicht nur das Einatmen des verbrannten Tabaks, das zur Sucht führt. Die genüssliche Zigarette nach einem guten Essen, die Rauchpause während der Arbeit - das sind oftmals eher Gewohnheiten, die für einen Raucher angenehm und ein Ritual sind. Dabei gibt es noch einen weiteren Grund für das Rauchen und vor allem den Misserfolg beim Aufhören. Der liegt darin, anderen Menschen beim Rauchen zu zusehen, ohne selbst eine Zigarette in der Hand zu halten. Allein dieser Anblick kann es schon sein, einen Raucher die guten Vorsätze vergessen zu lassen und wieder selbst zur Zigarette zu greifen. In Forschungsreihen wurde das Gehirn von Rauchern beziehungsweise dessen Reaktion untersucht. Dabei stand im Fokus die Veränderung der Aktivität, bevor die letzte Zigarette anstand und die Gehirnaktivität nach 24 Stunden ohne Nikotin. In beiden Fällen erhielten die Raucher Fotos von rauchenden Menschen vor Augen gehalten. Der Reiz und die Wirkung, den diese Fotos rauchender Menschen auf das Gehirn ausübteт, war für die Forscher sehr überraschend.

Fünf Prozent der Raucher, die aufhören, bleiben wirklich standhaft

Diese Studie zeigt deutlich, warum es Rauchern so schwer fällt, mit dem Rauchen aufzuhören und weshalb sie schnell wieder rückfällig werden. Es reicht also nicht aus, zu beschließen, dass die Zigarette nach dem Essen oder während der Pause der Vergangenheit angehört. Ohne fachkundige Hilfe erfolgreich aufzuhören, ist also schwer, wie die Ergebnisse der Studie zeigen. Interessant für die Forscher war auch zu sehen, in welchem Hirnbereich besonders starke Aktivität bei den Rauchern zu verzeichnen war. Das war das sogenannte dorsale Stratium. Das ist das Hirngebiet, das für das Erlernen von Gewohnheiten und Routinen verantwortlich ist. Rauchen ist also eine Routine, die systematisch aus dem Gehirn wieder gelöscht werden muss. Das ist aber mit der üblicherweise angewandten Schlusspunktmethode nicht umsetzbar, deshalb also auch kein Versagen des Rauchers. Dabei beginnt diese Gewohnheit bereits im Mund, wenn die Geschmacksknospen mit dem Nikotin in Berührung kommen.

Rauchen suggeriert dem Gehirn ein Wohlgefühl

Die bisherigen Thesen sagen, dass die Nikotinabhängigkeit daher stammt, dass das Nikotin über die Lunge und das Blut zum Gehirn gelangt, dort an Rezeptoren andockt und dass damit diverse Botenstoffe wie Dopamin ausgeschüttet werden. Der sogenannte Neurotransmitter sorgt dann über das Belohnungszentrum für das Wohlgefühl beim Rauchen.

Allerdings vermuten Forscher schon länger, dass ein weiterer Faktor zur Sucht nach Nikotin beiträgt. Menschen mit einer ausgeprägten Sensibilität für bittere Substanzen werden überdurchschnittlich leichter Nichtraucher. Das bedeutet, dass auch das Geschmacksempfinden im Gehirn bei der Raucherentwöhnung eine erhebliche Rolle bei der erfolgreichen Entwöhnung spielt.

Effiziente Therapieansätze

Weitere Forschungen belegten die Vermutungen der Forscher bezüglich Geschmack und Nikotinsucht. Nikotin löst bei Rauchern Geschmackseindrücke aus, denn es nutzt einerseits Bitterstoffe, die Geschmackseindrücke an das Gehirn meldet. Weiterhin dockt es an den Geschmacksrezeptoren der Zunge an und hier löst das Nikotin einen Geschmacksreiz aus, der wiederum im Gehirn andere Aktivitätenmuster auslöst.

Bei Versuchstieren wurden in diesem Zusammenhang die Zungenrezeptoren mit Hemmstoffen lahmgelegt und diese reagierten danach auch nicht mehr auf das Nikotin.

Mit dem Wissen, dass das Rauchen sich im Gehirn abspielt, können Raucher mit psychologischer Hilfe und entsprechenden chemischen Hilfsmitteln die Raucherentwöhnung deutlich erfolgreicher angehen.

Quellen:

  • Focus Online (2018): Warum mit dem Rauchen aufhören so schwer ist. Online verfügbar unter: https://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/nichtrauchen/motivation/tid-18426/nichtrauchen-warum-aufhoeren-so-schwer-ist_aid_512961.html, zuletzt geprüft am 07.01.18.
  • Bild: https://pixabay.com/
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