Ein Nagelpilz ist eine Infektion, die an den Nägeln - üblicherweise an den Fußnägeln - besteht. Ausgelöst wird sie meistens durch Fadenpilze, die auch als Dermatophyten bezeichnet werden - und die verschwinden nicht von allein. Die Eigendiagnose und -therapie ersetzt nicht den Besuch beim Arzt.

Nagelpilze - die Übertragungsrisiken sind vielfältig

Einen Nagelpilz kann man sich bereits beim Besuch im Schwimmbad einfangen. Wichtig ist allerdings immer, wenn der Verdacht auf einen Pilzbefall besteht, dass schnellstmöglich der Arzt aufgesucht wird. Ein Nagelpilz verschwindet nicht von allein, befällt aber schnell alle weiteren Nägel und kann zudem auch innerhalb der Familie erhöhte Ansteckungsrisiken auslösen. Immer dann, wenn der Nagel sich gelblich verfärbt oder dicklich wird, ist der Arztbesuch angesagt. Feuchtigkeit und Wärme begünstigen die Infektion. Die Pilze suchen sich üblicherweise über das Nagelbett den Zugang. Barfuß laufen in Umkleidekabinen, in Duschen und Saunen sowie in Fitness-Studios bergen die höchsten Ansteckungsrisiken. Ältere Menschen haben ein steigendes Risiko einer Ansteckung, da die Durchblutung reduziert ist und das Immunsystem auch schwächer wird, zudem oftmals begünstigende Medikamente eingenommen werden.

Klassische Symptome von Nagelpilz

Brüchige Nägel sowie die Abspaltung von Nagelschichten, dazu weiße Streifen und Flecken deuten auf eine Infektion hin. Dazu entstehen oftmals weiße oder auch gelblich-braune Verfärbungen und die Nagelplatte verdickt sich. Eine Entzündung des Nagelbettes kann, muss aber keine Begleiterscheinung des Nagelpilzes sein.

Mögliche Komplikationen

Ein Nagelpilz ist keine bedrohliche Erkrankung, sollte aber ernst genommen werden. Neben Schmerzen können auch die Funktionen des Fußes oder Finger eingeschränkt werden. Dazu kann sich der Pilz auch auf andere körerteile ausdehnen und es können sich durch den Pilzbefall weitere Erkrankungen ergeben. Die Pilzsporen können zudem kleinste und nicht sichtbare Verletzungen am Nagel bewirken, durch die nachfolgend Bakterien und Viren in den Körper eindringen können.

Die Diagnose

Zur Diagnostizierung des Nagelpilzes entfernt der Arzt ein kleines Stück des betroffenen Nagels, das dann mit entsprechenden Lösungen präpariert wird. Mittels Mikroskop ist es dem Arzt dann möglich, Pilzsporen auf dem Nagel nachzuweisen. Bei einer klaren Diagnose des Nagelpilzes werden dann von Nagelspänen Pilzkulturen angelegt, um so genau zuerkennen, von welchen Pilzarten der Nagel betroffen ist. Daraus resultierend erfolgt die Einleitung der passenden Behandlung. Alternativ werden auch sogenannte molekularbiologische Methoden angewandt, um die Erbsubstanz der Pilze nachzuweisen und zu identifizieren.

Die Therapie

Antimykotika sind die Präparate, die gegen Nagelpilze zum Einsatz kommen, denn in ihnen sind Wirkstoffe enthalten, die den Pilz abtöten und damit das Wachstum gleichzeitig hemmen. Bei einem oberflächlichen Befall der Nagelschichten und weniger als einer Hälfte des Befalls des Nagels können Tinkturen und Nagellacke zur Anwendung kommen. Bei einem tieferen Befall mit Pilzen muss mit Tabletten oder Kapseln die Therapie umgesetzt werden, um die innere Behandlung über die Blutbahn umzusetzen. Die Entscheidung der Therapie fällt der Arzt anhand der Ergebnisse aus der Pilzkultur. Ist die Pilzart nicht genau nachweisbar, kommen oftmals auch Breitband-Antimykotika zum Einsatz, die viele Pilzarten bekämpfen können.

Da sich in den Nagelschichten die Pilzsporen lange - teilweise über Jahre - halten können und hier weder innerlich noch äußerlich angewandte Lacke und Tinkturen wirksam sind, erfolgt parallel eine Behandlung mit speziellen Salben, die in der Lage sind, die oberen Nagelschichten aufzulösen und so auch hier die Pilze zu bekämpfen. Alternativ entfernt der Arzt die oberen Nagelschichten mittels Fräse manuell.

Die Vorbeugung vor dem Nagelpilz

Öffentliche Einrichtung wie Saunen, Schwimmbäder oder Duschen sollten nie ohne schützende Badeschuhe genutzt werden. Handtücher und Badematten sowie Socken und Bettwäsche sollten immer bei 60 °C gewaschen werden, um Nagelpilze abzutöten. Atmungsaktive Schuhe aus Leder oder modernen Mikrofasern reduzieren die Gefahr des Nagelpilzbefalls. Dazu sollten die Schuhe täglich gewechselt und gut gelüftet werden. Regelmäßige Nagelpflege ist Pflicht zur Vorbeugung des Nagelpilzes. Diabetiker müssen ihren Füßen und Nägeln erhöhte Aufmerksamkeit widmen und sie regelmäßig und gründlich auf Veränderungen kontrollieren.

Quellen:

  • Apotheken Umschau (2017): Nagelpilz: Was tun? Online verfügbar unter: https://www.apotheken-umschau.de/Nagelpilz, zuletzt geprüft am 18.02.2018.
  • Bild: https://pixabay.com/
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