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Verhütungsmittel – welche Methoden gibt es und wie sicher sind sie?

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Kondom, Spirale, Pille oder gar Coitus Interruptus: Die Möglichkeiten zur Schwangerschaftsverhütung sind sehr variantenreich. Doch nicht alle Verhütungsmittel garantieren denselben Schutz oder sind für alle Anwender geeignet. Wir geben Ihnen einen Überblick über die verfügbaren Methoden und unterziehen sie jeweils einem Sicherheitscheck.

Die Wirkungsweise und die richtige Anwendung bestimmen die Sicherheit eines Verhütungsmittels

Für die Beurteilung, wie wirksam und somit sicher ein Verhütungsmittel ist, hat sich die Auszeichnung mit dem Pearl-Index etabliert. Der von dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl entwickelte Index gibt auf einer Skala von 1 bis 100 an, wieviele von 100 sexuell aktiven Frauen innerhalb eines Jahres trotz der Anwendung eines Verhütungsmittels schwanger geworden sind. Ein Pearl-Index von 5 (etwa bei einem Verhütungsschwamm) sagt also aus, dass 5 von 100 Anwenderinnen des Schwamms schwanger geworden sind. Je niedriger der Pearl-Index ausfällt, als desto sicherer wird eine Verhütungsmethode eingestuft.

Neben der generellen Fruchtbarkeit der Anwender haben vor allem die Wirkungsweise und die korrekte Anwendung des Verhütungsmittel den größten Einfluss darauf, wie zuverlässig eine Schwangerschaft verhütet werden kann. So haben hormonelle Verhütungsmethoden wie die Antibabypille häufig einen Pearl-Index von unter 1, während mechanische Methoden (z. B. ein Kondom) einen Wert von 2 aufweisen. Natürliche Verhütungstechniken, etwa mit der Kalendermethode, kommt hingegen nur auf einen Durchschnittswert von 3 bis 9.

Die Ursachen für das Versagen einer Verhütungsmethode sind häufig Fehler in der Anwendung der Mittel. Das kann ein nicht korrekt sitzendes oder beschädigtes Kondom sein, die falsche Einnahme eines hormonellen Verhütungsmittels oder eine wirkstoffhemmende Wechselwirkung mit anderen Medikamenten. Der Pearl-Index gibt deshalb häufig zwei Werte je Methode an: Der kleinste Wert beschreibt die Sicherheit bei perfekter Anwendung (Methodensicherheit), der höchste Wert die Wirksamkeit bei Anwendungsfehlern (Anwendungssicherheit).

Nicht zuletzt spielt auch eine Rolle, wie gut sich Anwender mit der Wirkungsweise des gewählten Verhütungsmittels auskennen und wie motiviert sie sind, es auch zuverlässig einzunehmen oder zu nutzen.

Die Verhütungsmethoden im Überblick

Die verschiedenen Verhütungsmittel unterscheiden sich dadurch, dass sie auf jeweils unterschiedliche Voraussetzungen einwirken, die für eine erfolgreiche Befruchtung gegeben sein müssen. Bei einer Empfängnis (Befruchtung) kommt es zu einer Verschmelzung der weiblichen Eizelle mit einer männlichen Samenzelle: Das befruchtete Ei wandert anschließend in die Gebärmutter, wo es sich einnistet und zu einem Fötus heranwächst.

Damit es zur einer Befruchtung kommen kann, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein:

  • ein Eisprung (Ovulation), also die Loslösung eines Ei-Follikels aus den Eierstöcken, muss stattgefunden haben
  • die Eizelle muss durch den Eileiter Richtung Gebärmutter wandern
  • das Milieu von Gebärmutter (Uterus) und Gebärmutterschleimhaut muss dafür sorgen, dass männliche Spermien beweglich bleiben und möglichst lange überleben
  • der Schleim im Gebärmutterhals (Zervixschleim) muss zum Zeitpunkt des Eisprungs weniger zäh sein, sodass der Weg in den Gebärmutterhals durchgängig ist
  • es muss Geschlechtsverkehr stattfinden, bei dem der zeugungsfähige Samen aus dem Penis des Mannes in die Vagina gelangt

Diese Voraussetzungen verändern oder verhindern Verhütungsmittel derart, dass eine Befruchtung deutlich erschwert oder unmöglich gemacht wird. Aus diesem Grund sind die bekannten Verhütungsmethoden in verschiedene Kategorien – und damit Wirkmechanismen – unterteilt:

  • Hormonelle Verhütung: Mithilfe von in verschiedener Form verabreichter Hormone wie Östrogen und Gestagen wird je nach Präparat ein Eisprung verhindert, die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut verändert oder der Schleim im Gebärmutterhals verdickt.
  • Mechanische Verhütung, auch Barrieremethode genannt: Diese Methoden verwenden Barrieren wie Kondome, Diaphragmen oder Kappen, die verhindern, dass Spermien in den Gebärmutterhals vordringen können. Häufig ist eine zusätzliche Nutzung mit chemischen Spermiziden üblich.
  • Natürliche Familienplanung (NFP): Bei Verhütungsmethoden dieser Kategorie kommen weder Hormone noch chemische Mittel zum Einsatz. Hier werden die fruchtbaren Tage um die Zeit des Eisprungs herum über die Körpertemperatur oder andere Messungen erfasst und der Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs entsprechend angepasst. Auch Coitus Interruptus zählt zu den Methoden der NFP.
  • Operative Methoden: Operative Eingriffe wie eine Vasektomie bei Männern oder eine Sterilisation bei Frauen verhindern die Möglichkeit einer Empfängnis dauerhaft.
  • Chemische Verhütungsmethoden: Hierbei werden zur Empfängnisverhütung sogenannte Spermizide eingesetzt. Sie töten die Spermien ab oder verlangsamen sie, sodass sie nicht mehr zur Eizelle vordringen können.
  • Notfallverhütungsmethoden: Hierzu zählen sowohl hormonelle als auch Barrieremethoden, die nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr während des Eisprungs genutzt werden können, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden. Diese Methoden eignen sich jedoch nicht für eine dauerhafte Verhütung.

1. Pille, Spirale und Co: Verhütung mit hormonellen Verhütungsmitteln

Die Methoden der hormonellen Verhütung sind die mit Abstand bekanntesten und nach wie vor beliebtesten. Das liegt nicht zuletzt auch an Ihrer hohen Wirksamkeit mit einem Pearl-Index von regelmäßig weit unter 1. Je nach Bedarf und Vorliebe gibt es verschiedene Verabreichungs- bzw. Anwendungsformen:

Orale Kontrazeptiva in Tablettenform: Die klassische Verhütungspille

Mit ihrer Markteinführung im Jahr 1961 revolutionierte das umgangssprachlich als "Antibabypille" bezeichnete Medikament die Verhütung ungewollter Schwangerschaften. Das Mittel enthält unterschiedliche Konzentrationen des künstlichen Östrogens Ethinylestradiol und wird mit verschiedenen synthetischen Gestagenen kombiniert. Im Gegensatz zur ersten Generation des oralen Kontrazeptivums kommen moderne Kombi-Präparate aber mit einer sehr viel niedrigeren Hormondosierung aus und werden deshalb Mikropille genannt. Entsprechend reduziert treten auch die möglichen Nebenwirkungen auf.

Östrogen sorgt im Zyklus der Frau dafür, dass Eizellen (Follikel) heranreifen und es zur Ovulation kommt. Aus der Follikelhülle entwickelt sich der sogenannte Gelbkörper, der das Gestagen Progesteron bildet. Dieses verdickt die Gebärmutterschleimhaut und bereitet sie für die Aufnahme einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter vor. Gleichzeitig verschließt es mit der Verdickung des Zervixschleims den Gebärmutterhals, sodass keine weiteren Spermien eindringen können. Findet keine Befruchtung statt, bildet sich der Gelbkörper zurück und die Gebärmutter stößt den Schleim über die Monatsblutung wieder ab. Ein neuer Zyklus beginnt.

Die Kombinationspräparate mit Östrogen und Gestagen (Mikropille) wie beispielsweise Microgynon oder Yasmin sorgen für einen konstanten Hormonspiegel und verhindern so einerseits einen Eisprung und verdicken andererseits den Zervixschleim. Zusätzlich wird die Wanderung der Eizelle durch den Eileiter erschwert und auch der Aufbau von Gebärmutterschleim zur Einnistung von Eizellen behindert.

Für Frauen, bei denen eine Einnahme von östrogenhaltigen Verhütungsmitteln aus verschiedenen Gründen kontraindiziert ist, etwa weil sie unter Bluthochdruck leiden oder ein erhöhtes Thrombose-Risiko haben, sind auch sogenannte Minipillen erhältlich. Diese enthalten entweder das Gestagen Levonorgestrel, das den Schleimpfropf im Gebärmutterhals verdickt oder Desogestrel, das zusätzlich einen Eisprung verhindert.

Einnahme und mögliche Nebenwirkungen von oralen Kontrazeptiva

  • Kombinationspräparate als Einphasenpille (Mikropille): Alle in einer Blisterpackung enthaltenen Tabletten haben dieselbe Konzentration von Östrogen und Gestagen und werden 21 Tage hintereinander eingenommen und jeweils durch eine 7-tägige Einnahmepause unterbrochen. Pearl-Index: 0,2 bis 0,5
  • Kombinationspräparate als Zwei- und Mehrphasenpille (Mikropille): Die Dosis von Östrogen und Gestagen in den Tabletten variiert je nach Zyklusphase. Es erfolgt eine Einnahmepause von 4 Tagen oder eine mehrtägige Einnahme von Tabletten ohne Wirkstoffe. Die Tabletten sind farblich unterschiedlich markiert und müssen in einer festen Reihenfolge eingenommen werden, um einen sicheren Verhütungsschutz zu gewährleisten. Pearl-Index: 0,2 bis 0,7
  • Präparate mit Levonorgestrel (Minipille): Die Pille muss jeden Tag ohne Pause immer zur gleichen Zeit eingenommen werden. Bei einer Abweichung von mehr als 3 Stunden steigt das Risiko für eine ungewollte Schwangerschaft bereits erheblich. Pearl-Index: 0,5 bis 3
  • Östrogenfreie Pille mit Desogestrel (Minipille): Das Medikament wird durchgängig eingenommen und unterliegt keiner Zeitbindung. Pearl-Index: 0,3

Da vor allem die Wirkstoffe der Mikropille auf hormonelle Steuerungssysteme in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) wirken, kann es zu Nebenwirkungen kommen wie

  • Übelkeit und Migräne
  • Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen
  • Gewichtszunahme
  • sinkende Libido
  • Bluthochdruck und Thrombose

Die Wirksamkeit der Mini- oder Mikropille kann außerdem durch Erbrechen oder Durchfall beeinträchtigt werden. Auch bei einer gleichzeitigen Einnahme von Johanniskraut, Antiepileptika oder Diätpillen, die Nahrungsfette binden, kann die Wirksamkeit der Pille absinken.

Die Inhaltsstoffe von oralen Kontrazeptiva haben aber durchaus auch positive Nebenwirkungen: Häufig werden Präparate wie die Valette verschrieben, um beispielsweise Hautprobleme wie Akne zu verbessern. Weiterhin werden Mikropillen eingesetzt, um starke Menstruationsschmerzen zu lindern.

Andere hormonelle Verhütungsmittel

Neben der Mikro- oder Minipille als bekannteste Mittel zur hormonellen Verhütung, gibt es noch mehrere andere Methoden.

  • Depotspritze/Dreimonatsspritze: Die Depotspritze enthält hochdosiertes Gestagen und darf nur dann von einem Arzt in dreimonatigem Rhythmus gesetzt werden, wenn andere hormonelle Verhütungsmethoden nicht in Frage kommen. Pearl-Index: 0,3 bis 0,8
  • Hormonimplantat: Das 4 cm lange und 2 mm dicke Stäbchen enthält des Gestagen Etonogestrel und wird nach gründlicher ärztlicher Beratung für 3 Jahre unter die Haut des Oberarms implantiert. Pearl-Index: 0 bis 0,8
  • Hormonspirale: Der T-förmige Kunststoffkörper wird von einem Arzt für 3 bis 5 Jahre direkt in die Gebärmutter eingesetzt und gibt dort konstant dass Gestagen Levonogestrel ab. Pearl-Index: 0,2
  • Verhütungsring: Der weiche Kunststoffring enthält, genau wie die Pille, eine Kombination aus Östrogen und Gestagen. Der Ring wird für 3 Wochen ununterbrochen in der Vagina getragen, wo er konstant Hormone abgibt. Nach einer 7-tägigen Pause wird von der Anwenderin ein neuer Ring eingelegt. Pearl-Index: 0,4 bis 0,65
  • Verhütungspflaster: Das Pflaster enthält Östrogene und Gestagene und wird auf Bauch, Gesäß oder Oberarm geklebt und nach einer Woche erneuert. Nach 3-wöchigem Anwendungszyklus wird für 7 Tage pausiert. Im Gegensatz zur Pille ist auch bei Erbrechen oder Durchfall ein zuverlässiger Schutz gewährleistet. Pearl-Index: 0,72 bis 0,9

Der Vorteil dieser hormonellen Verhütungsmittel liegt darin, dass sie nicht täglich eingenommen werden müssen und so Anwendungsfehler minimieren. Auch diese Hormonpräparate wirken auf den gesamten Organismus und weisen ähnliche Nebenwirkungen auf wie die Pille. Da es sich auch hier um verschreibungspflichtige Medikamente handelt, ist eine gründliche Untersuchung und Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin nötig.

2. Du kommst hier nicht rein: Verhütung mit Barrieremethoden

Die Verhütungsmethoden dieser Kategorie wirken so, wie der Name es schon suggeriert: Mithilfe eines mechanischen Hilfsmittels wird eine Barriere aufgebaut, die verhindert, dass Spermien in den Gebärmutterhals gelangen können. Bei hormonellen Verhütungsmitteln wird das durch die Verdickung des Gebärmutterhalsschleims erreicht, der am Eingang des Gebärmutterhalses eine Art Propfen bildet und ein Eindringen von Spermien erschwert oder unmöglich macht.

Die Barrieremethoden wirken im Gegensatz dazu mechanisch und ohne Einsatz von Hormonen. Häufig werden sie auch zusammen mit sogenannten Spermiziden angewendet, die zur Kategorie der chemischen Verhütungsmittel gehören. Die bekannteste und am häufigsten genutzte Methode der mechanischen Empfängnisverhütung ist das Kondom.

  • Kondom: Die häufig aus latexhaltigem Gummi hergestellten, sehr dünnen Präservative zieht der Mann unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr über seinen erigierten Penis. Das Ejakulat sammelt sich im Reservoir des Kondoms und kann so nicht in den Gebärmutterhals der Partnerin gelangen. Für Anwender mit einer Latexallergie gibt es mittlerweile auch latexfreie Kondome zu kaufen.

Die Gummi-Barriere schützt zudem nicht nur vor einer unerwünschten Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie Chlamydien, Syphilis, Tripper oder HIV. Jedes Kondom darf nur einmal verwendet werden und muss vor dem Sex auf korrekten Sitz und eventuelle Löcher oder Risse überprüft werden.

Der im Vergleich zu hormonellen Verhütungsmitteln hohe Pearl-Index von durchschnittlich 2 ergibt sich durch häufige Anwendungsfehler: Das Kondom wird nicht vollständig entrollt, verrutscht oder reißt beim Geschlechtsverkehr oder verliert Samenflüssigkeit durch unvorsichtiges Entfernen. Auch eine gleichzeitige Nutzung mit Scheidenzäpfchen oder Gleitmitteln, die nicht für die Benutzung mit Kondomen vorgesehen sind, verringern den Schutz der Präservative.

  • Frauenkondom: Eine ähnliche Verhütungsmethode wie das klassische Kondom für Männer, stellt das Frauenkondom oder auch Femidom® dar. Das Kondom aus Polyurethan hat zwei bewegliche Ringe und wird unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt, die es wie eine zweite Haut vollständig auskleidet. Da das Kondom beim Sex verrutschen kann, erreicht diese mechanische Verhütung nur einen Pearl-Index von 5 bis 25. Daher wird diese Methode generell eher Paaren empfohlen, die viel Erfahrungssicherheit mit Barrieremethoden haben und diese korrekt anzuwenden verstehen.
  • Kupferspirale: Die T-förmige Kunststoffspirale ist mit einem Faden aus Kupfer umwickelt und wird für drei bis fünf Jahre in der Gebärmutter belassen. Dort gibt die Spirale konstant kleine Mengen Kupfer ab, die zum einem den Aufbau einer zur Einnistung eines befruchteten Eis geeigneten Schleimhaut hemmen und die Eileiterbeweglichkeit herabsetzen. Zum anderen verringern die freigesetzten Kupferionen die Beweglichkeit und Lebensdauer der Spermien.

Mittlerweile sind auch Kupferketten, Kupferkugeln und Spiralen mit einem Goldkern erhältlich. Die Wirkungsweise ist dennoch dieselbe wie bei der klassischen Kupferspirale. Die Gold-Kupfer-Legierung soll zusätzlich für eine längere Haltbarkeit des Kupfers sorgen. Mit einem Pearl-Index von 0,3 bis 0,8 (Kupferspirale) bzw. einem Pearl-Index von 0,5 bis 1 (Goldspirale) gelten die mechanisch wirkenden Spiralen als sehr sicher. Bei vaginalen Infektionen darf die Spirale nicht eingesetzt oder sollte entfernt werden.

  • Diaphragma mit Spermizid: Die schalenförmige Kappe aus Silikon wird so in die Scheide eingeführt, dass die Schale den Eingang zum Muttermund während des Geschlechtsverkehrs verschließt. Empfohlen wird, die Barriere auch noch bis zu 8 Stunden nach dem Sex in der Scheide zu belassen. Das zuvor auf die Kappe aufgetragene Spermizid tötet zusätzlich Spermien ab oder macht sie unbeweglich. So erreicht das Diaphragma einen Pearl-Index von 1 bis 8, ohne Spermizid jedoch nur einen Pearl-Index von 8 bis 20.

Damit das Diaphragma korrekt sitzt, muss die Größe von einem Arzt oder einer Ärztin individuell angepasst werden. Auf dem Markt sind deshalb Größen erhältlich, die sich in 5 mm-Schritten voneinander unterscheiden. Eine seit Kurzem erhältliche Einheitsgröße kann hingegen von Dreiviertel der Anwenderinnen sicher genutzt werden.

  • Portiokappe mit Spermizid: Sehr ähnlich zum Diaphragma wirkt auch die Portiokappe. Die Kappe aus Silikon wird vor dem Geschlechtsverkehr jedoch direkt über den Muttermund gestülpt und soll bis zu 8 Stunden danach im Körper belassen werden. Auch mit einem zusätzlich verwendeten Spermizid kann jedoch nur ein Pearl-Index zwischen 14 bis 29 erreicht werden. Dabei ist der Index bei Frauen, die bereits ein Kind zur Welt gebracht haben, regelmäßig höher. Um die Kappe korrekt einzusetzen, wird empfohlen, die Anwendung unter Anleitung eines Gynäkologen bzw. einer Gynäkologin zu üben.

3. Empfängnisverhütung mit den Methoden der natürlichen Familienplanung (NFP)

Die Verhütungsmethoden der natürlichen Familienplanung – häufig auch als Fruchtbarkeitswahrnehmung bezeichnet – kommen ohne Chemie oder der Einnahme von Hormonpräparaten aus, erfordern aber eine sehr gute Kenntnis und eine engmaschige Beobachtung und Dokumentation des eigenen Zyklus. Jedoch gewährleisten nicht alle Methoden dieser Kategorie zuverlässigen Schutz: Hier ist eine zusätzliche Verwendung von Barrieremethoden wie einem Kondom unbedingt empfehlenswert.

  • Temperaturmethode : Bei dieser Verhütungsmethode wird anhand der Schwankungen der Basaltemperatur ermittelt, wann es zu einem Eisprung kommt und also Maßnahmen zum Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft getroffen werden müssen. Als Basaltemperatur – also der niedrigsten Temperatur im menschlichen Organismus, die sich während des Nachtschlafs einstellt – wird die Temperatur direkt nach dem Aufwachen angenommen.

Die Messung muss täglich erfolgen und in einer Temperaturkurve dokumentiert werden. Bei einem Eisprung erhöht sich die Basaltemperatur um wenige Zehntelgrad. Anhand der Methode können so die unfruchtbaren Tage annähernd ermittelt werden. Zahlreiche Parameter wie Alkoholkonsum, Infektionen, Fieber und Schlafmangel können jedoch zu Schwankungen in der Basaltemperatur führen, die die Datenlage verfälschen.

Nur bei lückenloser und gewissenhafter Messung, Dokumentation und Anwendung zusätzlicher Verhütungsmittel in den fruchtbaren Tagen kann so ein Pearl-Index von 0,8 bis 3 erreicht werden.

  • Knaus-Ogino-Methode: Das auch als Tagezählen bekannte Verhütungsverfahren ermittelt die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage innerhalb eines Zyklus. Dazu müssen zunächst die Zyklenlängen der letzten zwölf Monate protokolliert werden. Anschließend wird der erste fruchtbare Tag berechnet, indem vom kürzesten bisherigen Zyklus 18 Tage abgezogen werden. Um den letzten Tag der fruchtbaren Tage zu ermitteln, subtrahiert man zusätzlich 11 Tage vom bisher längsten Zyklus.

Da ebenso wie bei der Temperaturmethode eine gewissenhafte Messung und Dokumentation erforderlich ist und die ermittelten unfruchtbaren Tage nicht mit absoluter Sicherheit festzustellen sind, gilt diese Art der Empfängnisverhütung als nicht sicher. Mit einem Pearl-Index von 5 bis 9 ist die Knaus-Ogino-Methode daher nur bedingt zur Verhütung zu empfehlen und eignet sich eher für Paare, die einen Kinderwunsch haben. Auch Zykluskalender-Apps errechnen den Eisprung aufgrund der Knaus-Ogino-Methode und sind deshalb als alleiniges Mittel zur Bestimmung der fruchtbaren Tage nicht ausreichend.

  • Billings-Methode (Schleimtest): In diesem Verhütungsverfahren wird der Zervixschleim aus dem Gebärmutterhals täglich auf seine Konsistenz hin überprüft und daraus fruchtbare und unfruchtbare Tage innerhalb eines Zyklus abgeleitet. Während der Schleim in den unfruchtbaren Tagen zäh und dickflüssig ist und oftmals gar nicht austritt, wird er mit heranrückendem Eisprung klarer und flüssiger. Kann er zwischen zwei Fingern oder Papier zu einem Faden auseinandergezogen werden, ist von einer Fruchtbarkeit und damit einer erhöhtem Risiko, schwanger zu werden, auszugehen.

Isoliert angewendet, ist auch diese Methode nicht völlig zuverlässig, da die Schleimkonsistenz nicht immer eindeutige Rückschlüsse auf einen bereits stattgefundenen Eisprung erlaubt. Das spiegelt auch der Pearl-Index von 15 klar wieder.

  • Symptothermale Methode: Als sehr verlässliche natürliche Verhütungsmöglichkeit gilt hingegen die symptothermale Methode. Mit einem Pearl-Index von 0,4 bis 0,6 ist sie genauso sicher wie ein hormonelles Verhütungsmittel – vorausgesetzt, die Beobachtung, Messung und Dokumentation erfolgt gewissenhaft und lückenlos.

Die Methode vereint dabei im Grunde die Billings- und Temperaturmethode. So stützt sie sich nicht nur auf eine tägliche Messung der Basaltemperatur, sondern ergänzt sie durch eine ebenfalls tägliche Kontrolle der Zervixschleim-Konsistenz. Dadurch kann mit viel höherer Wahrscheinlichkeit festgelegt werden, wann fruchtbare und wann unfruchtbare Tage angenommen werden können. Elektronische Temperaturmesser (wie beispielsweise Trackle), die über Nacht in der Vagina verbleiben und deren Daten über eine App ausgewertet werden, unterstützen bei der präzisen Erhebung und Dokumentation der Daten.

  • Verhütungscomputer: Die sogenannten Verhütungscomputer (wie beispielsweise Clearblue oder Persona) messen mittels eines Teststreifens den Gehalt von Östrogen und eines luteinisierenden Hormons im Morgenurin. Die Zyklusrhythmen mit fruchtbaren und unfruchtbaren Tagen werden im Testgerät gespeichert. Verhütungssysteme dieser Art haben einen Pearl-Index von 6.
  • Weitere natürliche Methoden: Zu den natürlichen Verhütungsmethoden zählen unter anderem auch der vorzeitige Abbruch des Geschlechtsverkehrs (Coitus Interruptus), bei dem der Mann seinen Penis kurz vor der Ejakulation aus der Scheide der Frau zieht. Diese Methode mit einem Pearl-Index von 4 bis 18 ist umstritten, da bereits im Lusttropfen, der schon vor dem Samenerguss aus dem Penis tritt, Spermien enthalten sein können. Außerdem ist ein erfolgreicher Coitus Interruptus auch immer von der Beherrschung des eigenen Körpers und der Techniken des Coitus Interruptus abhängig.

Als sehr unsicher gelten die natürliche Empfängnisverhütung durch Scheidenspülungen nach dem Geschlechtsverkehr sowie die Annahme, dass während der Stillperiode ein Schutz gegen eine weitere Schwangerschaft besteht.

4. Verhütung mit Langzeitwirkung: operative Verhütungsmethoden

Wenn aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen definitiv kein Kinderwunsch (mehr) besteht, ist es möglich, durch operative Eingriffe dauerhaft oder sogar endgültig sehr sicher und ohne Einsatz von Hilfsmitteln zu verhüten. Im Gegensatz zu Männern ist dieser Eingriff für Frauen in der Regel unumkehrbar.

  • Vasektomie: Bei diesem Eingriff werden durch eine minimalinvasive Methode beide Samenleiter des Mannes im Bereich der Hoden durchtrennt oder abgebunden. Das Erektionsvermögen und die Hormonproduktion werden dadurch nicht beeinträchtigt. Mit einem Pearl-Index von 0,1 gilt die Vasektomie als die sicherste und komplikationsärmste Verhütungsmethode und ist in über 90% der Fälle auch wieder umkehrbar.
  • Sterilisation: Bei der Sterilisation werden die Eileiter durch einen Clip abgebunden oder durchtrennt und verödet, sodass fruchtbare Eizellen nicht mehr durch den Eileiter Richtung Gebärmutter wandern können. In der Regel ist die Hormonproduktion nicht beeinträchtigt, eine Störung ist aber dennoch möglich. Eine Sterilisation bei Frauen führt zu dauerhafter Unfruchtbarkeit und ist im Gegensatz zur Vasektomie nur unter hohen Kosten und mit geringer Erfolgsaussicht rückgängig zu machen. Der Pearl-Index liegt bei 0,2 bis 0,3.

5. Chemische Verhütungsmittel

Bei der Verhütung mit chemischen Hilfsmitteln kommen sogenannte Spermizide zum Einsatz. Als alleiniges Verhütungsmittel genutzt, erreichen die Spermizide lediglich einen Pearl-Index von 18 bis 29. Deshalb kommen sie regelmäßig zusammen mit Barrieremethoden wie Diaphragma oder Kondomzum Einsatz, wodurch ein Pearl-Index von 3 erreicht werden kann. Die Spermizide in Form von Salben, Gels, Zäpfchen oder Schaum werden dazu kurz vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingeführt. Die Spermizide sorgen dafür, dass Spermien abgetötet werden, sich ihre Lebensdauer stark verkürzt oder sie so unbeweglich werden, dass sie nicht mehr zur Eizelle gelangen können.

Der Hauptwirkstoff von Spermiziden ist Nonoxinol-9, ein nichtionisches Tensid. Da bei Anwenderinnen häufiger eine Reizung der Vaginalschleimhaut und des Gebärmutterhalses festgestellt wurde, sind auch Spermizide auf Milchsäurebasis erhältlich. Wichtig ist, dass nur wasserlösliche Spermizide zusammen mit gummihaltigen Barrieremitteln verwendet werden, da Spermizide auf Öl- und Fettbasis die schützende Gummihaut beschädigen können.

6. Wenn es doch mal schiefgeht: die Notfallverhütung

Kommt es während der Zeit eines kurz bevorstehenden Eisprungs zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr, wird häufig die Pille danach empfohlen. Das seit 2015 rezeptfrei erhältliche Medikament mit – je nach Präparat – den Wirkstoffen Levonorgestrel oder Ulipristalacetat wirkt in erster Linie ovulationshemmend. Wird es also innerhalb von bis zu 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen, kann auch bei einer Überlebensdauer der Spermien von bis zu 3 Tagen im Uterus eine Befruchtung verhindert werden. Nicht zu verwechseln ist die Pille danach mit dem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch mit dem Wirkstoff Mifepriston.

Hat die Ovulation bereits vor dem Geschlechtsverkehr stattgefunden, sinkt die Wirksamkeit der Pille danach. Dennoch wurde ein Einfluss des enthaltenen Wirkstoffs auf die Beweglichkeit und Anzahl der Spermien im Uterus festgestellt. In medizinischen Studien konnte zudem eine Veränderung der Gebärmutterhalsschleimhaut durch die Pille danach festgestellt. Demzufolge wird die Wanderung weiterer Spermien aus der Vagina in die Gebärmutter durch einen zähe Schleimhaut mit erhöhtem pH-Wert erschwert. Ob die Notfallpille mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat auch eine Einnistung bereits befruchteter Eizellen verhindert, ist nach wie vor umstritten und kann weder bestätigt noch eindeutig widerlegt werden. Für die ethische Einstellung vieler Menschen ist dieser Umstand jedoch wesentlich.

Auch die oben beschriebene Kupferspirale kommt in einigen Fällen als Notfallkontrazeptivum zum Einsatz. Die Kupferionen verändern dabei die Gebärmutterschleimhaut derart, dass eine Einnistung einer bereits befruchteten Eizelle erschwert wird. Auch hier kommen ethische Bedenken von Anwendern zum Tragen und machen die Kupferspirale als Notfallverhütungsmittel zum Diskussionsgegenstand.

Eine ärztliche Beratung hilft Ihnen bei der Auswahl des für Sie richtigen Verhütungsmittels

Welches Verhütungsmittel schlussendlich für Sie und Ihren Partner oder Ihre Partnerin das richtige ist, entscheiden Sie am besten im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt. Viele Verhütungsmittel setzen ohnehin eine gründliche medizinische Untersuchung und Beratung durch ärztliches Fachpersonal voraus, bevor sie verschrieben werden dürfen. Gerade bei Hormon- und Kupferpräparaten muss sichergestellt sein, dass sie gesundheitlich verträglich sind und Anwender sie richtig einnehmen.

Steht die Frage im Raum, ob Sie mit natürlichen oder Barrieremethoden verhüten, ist zudem zu klären, ob Sie die korrekte und regelmäßige Durchführung praktisch auch gewährleisten können: Nur bei richtiger Anwendung ist auch der Schutz nach Pearl-Index gegeben.

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