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Bluthochdruck im Sommer: Was sollte ich beachten?

Lena Blank
4 Minuten

6 Tipps, um auch an heißen Tagen gesund und glücklich zu bleiben

Auf den ersten Blick scheinen die hohen Temperaturen im Sommer, Betroffenen mit Bluthochdruck entgegenzukommen. Schließlich stellen sich die Gefäße bei Wärme weit, wodurch die Werte natürlicherweise sinken. Doch der Schein kann trügen.

Bluthochdruck-Patienten nehmen nämlich oftmals blutdrucksenkende Arzneimittel ein. Da sich die Hitze ebenfalls auf den Blutdruck auswirkt, können gefährliche Komplikationen auftreten. Gehen die hohen Temperaturen mit starken Temperaturschwankungen einher, wird das Herz zudem stark belastet und die Gefahr für einen Herzinfarkt steigt drastisch.

Hitze und Bluthochdruck

Zuerst sollte erwähnt werden, dass warme Sommertage nicht grundsätzlich gefährlich für Menschen mit Bluthochdruck sind. Im Gegenteil: Die Wärme kann hohem Blutdruck sogar entgegenwirken! Allerdings ist der richtige Umgang mit heißen Sommertagen wichtig, um Risiken, wie eine Überdosierung, Dehydration oder einen Herzinfarkt zu vermeiden.

Hitze senkt den Blutdruck, was vorerst eine gute Nachricht für Bluthochdruck-Betroffene darstellt. Die Einnahme von Medikamenten verkompliziert diesen Umstand allerdings: Hohe Temperaturen können die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten verstärken und folglich zu einem übermäßigen Blutdruckabfall führen. Die Folge: Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit und sogar Ohnmacht können auftreten. 

Die Einnahme von Wassertabletten, sogenannten Diuretika, kann außerdem einen Flüssigkeitsmangel und somit Beschwerden wie Kopfschmerzen und Verwirrtheitszustände verursachen. Kommen zur Hitze starke Temperaturschwankungen von mehr als fünf Grad hinzu, leiden viele Menschen mit Bluthochdruck vermehrt unter Herzrhythmusstörungen und die Gefahr eines Herzinfarkts steigt um bis zu 60 Prozent.

1.) Wann sollte ich Bluthochdruck-Medikamente im Sommer einnehmen?

Wann Bluthochdruckmedikamente am besten eingenommen werden sollten, ist umstritten. Ärzte empfehlen häufig die Einnahme am Morgen, um den Blutdruck tagsüber im Zaum zu halten. Einige Studien, wie beispielsweise die 2019 im European Heart Journal veröffentlichte Studie, zeigen jedoch auf, dass die Einnahme am Abend schweren Folgen effektiver vorbeugen soll.

Insbesondere im Sommer sollte die Einnahme am Abend, in Absprache mit einem Arzt, in Erwägung gezogen werden. Während der blutdrucksenkende Effekt tagsüber von der Sonne unterstützt wird, kühlen die Temperaturen am Abend ab und die Wirkung Ihrer Arzneimittel ist gefragt.

2.) Welche Kleidung eignet sich an heißen Tagen?

Hitze belastet das gesamte Herz-Kreislaufsystem stark. Neben einem Blutdruckabfall können auch ein Kreislaufkollaps oder ein Hitzschlag auftreten. Um Kreislaufbeschwerden vorzubeugen, gilt in erster Linie natürlich: Ausreichend trinken! Doch auch die richtige Kleidung kann die Hitze erträglicher machen.

Enge und figurbetonte Kleidung sollte an warmen Sommertagen im Kleiderschrank bleiben. Stattdessen dürfen helle und lässige Kleidungsstücke an den Körper. Beispielsweise ein weißes Sommerkleid oder ein helles lockeres T-Shirt mit cremefarbenen Shorts sind im Sommer eine gute Wahl. Auch eine Kopfbedeckung ist empfehlenswert. Allerdings gilt auch hier: Wählen Sie lieber eine helle Farbe, statt der schwarzen Kappe!

3.) Wie vermeide ich starke Temperaturschwankungen?

Auch ein schneller Wechsel von Raum- und Körpertemperatur belasten den Kreislauf und können sogar das Risiko für Herzrhythmusstörungen und einen Herzinfarkt drastisch erhöhen. Deshalb sollten erhebliche Temperaturunterschiede möglichst vermieden werden. 

Entsprechend ist es ratsam, die Klimaanlage bloß sparsam einzusetzen. Auch wenn es schwerfällt: Verlassen Sie den klimatisierten Raum, setzt der starke Temperaturwechsel Ihren Kreislauf unter erheblichen Stress. Auch die kalte Dusche ist nicht wirklich ratsam. Das kalte Wasser kühlt Ihren Körper ab, wodurch sich Ihr Organismus auf niedrige Temperaturen einstellt. Verlassen Sie die Dusche dann jedoch, kann Ihnen die Hitze stark zusetzen.

4.) Was muss ich bei der Einnahme von Wassertabletten beachten?

Werden Diuretika zur Senkung des Blutdrucks eingenommen, kann die Hitze in zweierlei Weise gefährlich werden. Schwitzen fördert den Flüssigkeitsverlust, wodurch das Blutvolumen der Gefäße abnimmt. Dies kann zum einen Flüssigkeitsmangel und zum anderen einen starken Blutdruckabfall verursachen. Alkohol kann die diuretische Wirkung übrigens zusätzlich verstärken.

Gemeinsam mit einem Arzt sollte die täglich notwendige Trinkmenge bestimmt werden, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Raumwarme Getränke, insbesondere Wasser, Kräutertees und Fruchtschorlen, eignen sich normalerweise optimal. Um einen Elektrolytmangel vorzubeugen, kann gelegentlich eine Gemüsebrühe getrunken werden. Auf alkoholische Getränke und alkoholfreies Bier sollte hingegen möglichst verzichtet werden.

5.) Welche Sportarten sind im Sommer ratsam?

Um Bluthochdruck entgegenzuwirken, wird neben einer gesunden Ernährung, ausreichend Bewegung empfohlen. Möglichst drei- bis fünfmal pro Woche sollten 30 Minuten moderater Sport getrieben werden. Da Sport den Blutdruck natürlicherweise ansteigen lässt, sollte die Intensität unbedingt mäßig gesteigert und starke Anstrengung vermieden werden.

Im Sommer sollten die Sporteinheiten möglichst morgens oder abends ausgeführt werden, wenn die heißen Temperaturen bereits etwas nachgelassen haben. Ratsam ist beispielsweise morgendliches Bahnenschwimmen, Wassergymnastik, Rudern, Wandern und Nordic Walking. 

6.) Wie ernähre ich mich an heißen Tagen richtig?

Auch eine gesunde Ernährung spielt für Betroffene von Bluthochdruck eine große Rolle. Die allgemeinen Empfehlungen lassen sich im Sommer besonders gut durchsetzen. Denn während im Winter die Lust auf fettige und hochkalorische Speisen steigt, haben die meisten Menschen an heißen Tagen ohnehin Appetit auf leichte Kost.

Empfehlenswert sind beispielsweise:

  • Salate
  • Frischer Fisch
  • Pflanzliche Fette (z. B. Raps- oder Olivenöl)
  • Obst
  • Gemüse
  • Kräuter statt Salz

Fazit: Wann sollte ich einen Arzt konsultieren?

Während länger anhaltender Hitzeperioden sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren. Auch vor einem Urlaub in wärmere Gebiete sollte vorab ärztlicher Rat eingeholt werden. Vor allem, wenn Sie eine verminderte Leistungsfähigkeit, Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Übelkeit bemerken, kann es sein, dass Ihre Dosierung vorübergehend reduziert wird. Im Sommer sollten die Blutdruckwerte zudem besonders regelmäßig kontrolliert werden. Es kann ratsam sein, den Blutdruck mehrmals täglich selbstständig zu messen.

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