Die Schilddrüse ist klein, schmetterlingsförmig und sie liegt direkt hinter dem Kehlkopf. So unscheinbar das Organ ist, so viel Einfluss hat es auf unser Wohlbefinden und unseren Gesundheitszustand. Besonders wenn sie nicht ausreichend funktioniert, stellen sich sehr unangenehme Beschwerden ein.

Die Schilddrüse schwächelt

Stellen sich Deprimiertheit, Antriebslosigkeit und ein ständig steigendes Körpergewicht ohne wesentliche Veränderungen der Ernährung ein, sind viele Menschen ratlos. Die Unterfunktion der Schilddrüse kann hier der Auslöser sein, bezeichnet auch als Hypothyreose. Heilbar ist sie meistens nicht, aber sehr gut therapierbar.

Wie macht sich die Schilddrüsenunterfunktion bemerkbar?

Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit reduziert sich. Manche Betroffene beklagen Konzentrationsstörungen, ständige Müdigkeit und Niedergeschlagenheit sowie auch Antriebslosigkeit. Dazu kann die Verdauung sich verlangsamen und starke Verstopfung die Folge sein.

Der zurückgefahrene Stoffwechsel führt zu Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährungsgewohnheiten. Dazu kommen Kälteempfindlichkeit und Wassereinlagerungen. Weiterhin können sich brüchige Fingernägel und trockene Haut einstellen. Auch ein Haarausfall sowie struppige und glanzlose Haare und eine raue und heisere Stimme können eine Schilddrüsenunterfunktion anzeigen.

Frauen verzeichnen zudem auch oftmals Zyklusstörungen sowie Unfruchtbarkeit, was aber durch eine gezielte Behandlung ausbalanciert werden kann.

Zur eindeutigen Diagnose ist eine Blutuntersuchung erforderlich.

Wie entsteht die Schilddrüsenunterfunktion?

Rund zwei Prozent der Menschen in Westeuropa weisen eine Schilddrüsenunterfunktion auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Unterfunktion tritt in der Regel zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf und steigert sich mit zunehmendem Alter. Sehr selten ist die Unterfunktion bereits angeboren.

Was sagen die Blutwerte aus?

Die ersten Hinweise auf eine Unterfunktion bietet der TSH-Wert. Hierbei handelt es sich um das Hormon, das die Schilddrüse in ihrer Funktion anregt, wiederum andere Botenstoffe auszuschütten. Die ausgeschütteten Botenstoffe reduzieren die TSH-Produktion und so bleibt ein Gleichgewicht erhalten.

Ein gesunder Erwachsener hat einen TSH-Wert von 0,4 bis 4 Milliunits je Liter, also mU/L. Ist dieser Wert erhöht, ist das ein deutliches Zeichen auf eine Unterfunktion, allerdings noch kein sicherer Beleg. Die Untersuchung sollte am Folgetag zur gleichen Zeit noch einmal absichernd durchgeführt werden. Für Menschen über 70 Jahren werden höhere Normalwerte angesetzt.

Ein weiterer Botenstoff ist Thyroxin, kurz fT4. Normal ist bei gesunden Erwachsenen hier der Wert von 0,8 bis 1,8 Nanogramm pro Deziliter.

Wann wird eine Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert?

Bei dieser Erkrankung richten die die Antikörper des Organismus gegen die Schilddrüse und bewirken eine Entzündung. Die Folge ist, dass das hormonbildende Drüsengewebe zerstört wird. Diese Erkrankung ist die verbreitetste Ursache für die Schilddrüsenunterfunktion. Wichtig für diese Diagnose ist der TPO-Antikörper. Er liegt bei gesunden Erwachsenen bei 35 Units pro Milliliter.

Wann muss eine Behandlung der Unterfunktion erfolgen?

Beschwerden durch die Unterfunktion der Schilddrüse sind sehr unspezifisch. Die Müdigkeit und Konzentrationsprobleme können auch durch Schlafmangel oder Stress entstehen. Eine Behandlung ist nur dann sinnvoll, wenn die Symptome und die untermauernden Laborwerte gemeinsam für eine Unterfunktion der Schilddrüse sprechen.

Eine dringende Behandlung ist erforderlich, wenn der TSH-Wert unter den 4 mU/L liegt und die Schilddrüse zugleich zu wenig fT4 produziert. Ist der TSH-Wert bei über 10 mUL/L sehr hoch, dann ist auch eine Behandlung erforderlich. Unbehandelt erhöht sich ansonsten das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Keiner Behandlung bedarf die Schilddrüsenunterfunktion, wenn der TSH-Wert als das schilddrüsenanregende Hormon bei einem Wert oberhalb von 4 mU/L liegt und die Schilddrüse gleichzeitig ausreichende Mengen von fT4 produziert, also ein normaler fT4-Wert gegeben ist. In diesem Fall spricht der Mediziner von einer latenten Hypothyreose.

Der Betroffene sollte sich bei einer solchen Unterfunktion routiniert einmal jährlich auf eine Veränderung der Werte untersuchen lassen.

Ausnahmen bei der latenten Hypothyreose bilden Schwanger oder Frauen, die einen Schwangerschaftswunsch haben. Hier kann sich auch bei dieser Form der Unterfunktion eine Behandlung als sinnvoll erweisen.

Quellen:

  • Merlot, J. (2018): Wenn die Schilddrüse schwächelt. Online verfügbar unter:  http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/schilddruesenunterfunktion-hypothyreose-symptome-diagnose-therapie-a-1188241.html, zuletzt geprüft am 25.02.2018.
  • Bild: https://pixabay.com
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